Vetter ist der gefeierte Mann

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(fri/jmo). Sichtlich unwohl fühlte sich Angelo Barletta, als die vierte Saisonniederlage des FSV Frankfurt am Freitagabend perfekt war. »Ich bin sehr enttäuscht und habe ein schlechtes Gewissen«, sagte Trainer Barletta nach dem 1:2 im Duell mit dem Regionalliga-Spitzenreiter Mainz 05 II. Groß war die Zuversicht bei den Bornheimern, in dieser Fußball-Saison eine ähnliche Rolle zu spielen wie in der vergangenen, als man als Sechster das Mammutprogramm mit 42 Spieltagen absolviert hatte.

Torgefährlich waren die Gastgeber nur in der Endphase der ersten Halbzeit; der Ausgleichstreffer fiel eher überraschend, aber immerhin bestens von Denis Mangafic, Jake Hirst und dem Schützen Ivan Franjic umgesetzt. »Mit dem 1:1 kam Leben rein, aber irgendetwas fehlt«, sagte Barletta. So musste der klar verdiente Erfolg der Rheinhessen hingenommen werden. Für die trafen Romario Rösch nach 76 Minuten und der Mockstädter Paul Nebel: Gleich mit dem ersten Mainzer Angriff war das 1:0 gefallen. In der vierten Minute verlor Jannik Sommer den Ball, die Gäste schalteten schnell um. Stürmer Nebel behauptete sich gegen Thomas Konrad und traf aus 14 Metern flach ins lange Eck.

Und auch beim 1:0-Erfolg der Offenbacher Kickers gegen 1899 Hoffenheim II stand am Freitag ein Wetterauer im Fokus. Maik Vetter war am Ende der gefeierte Mann beim OFC. Eine Woche zuvor war der Rosbacher beim 1:1 in Koblenz noch mit grimmiger Miene nach vorzeitiger Auswechslung in den Mannschaftsbus geschlichen. »Koblenz war keine gute Leistung von mir«, räumte der 30-Jährige ein: »Ich wollte unbedingt zeigen, dass ich es besser kann.« Und das gelang höchst eindrucksvoll. Das Tor von Dejan Bozic (25.) bereitete er mit einem unwiderstehlichen Solo und einem Steckpass mustergültig - aber eben auch Vetter-typisch - vor. »Am Ende blieb nur noch die Grätsche«, sagte er grinsend zu seinem unkonventionellen Zuspiel auf den Offenbacher Mittelstürmer, der nach seinem vierten Saisontreffer »75 Prozent des Tores Maik« anrechnete.

Vetter stand sinnbildlich für die Tugenden, für die es in Offenbach tosenden Applaus und zugleich Amnestie für etwaige Makel gibt. Er rannte, kämpfte, grätschte, solange ihn die Beine trugen. Und er lebte damit das vor, was eine Offenbacher Elf nach dem Geschmack der Anhänger auf dem Platz auszeichnen sollte.

Die Spiele der Hessen / FC Gießen - TSG Balingen 3:1 (0:1): Zuschauer: 250. - Tore: 0:1 Klostermann (17.), 1:1 Bogicevic (48.), 2:1 Burgio (49.), 3:1 Trkulja (80.)

FSV Frankfurt - FSV Mainz 05 II 1:2 (0:1): Zuschauer: 1089. - Tore: 0:1 Nebel (4.), 1:1 Franjic (60.), 1:2 Rösch (76.)

Kickers Offenbach - 1899 Hoffenheim II 1:0 (1:0): Zuschauer: 4606. - Tore: 1:0 Bozic (25.)

TSV Steinbach - Bahlinger SC 3:1 (1:0): Zuschauer: 782. - Tore: 1:0 Chessa (45.), 2:0 Ilhan (66.), 2:1 Fischer (83.), 3:1 Bytyqi (88./Foulelfmeter).

SV Elversberg - Hessen Kassel 0:0: Zuschauer: 1125.

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