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Raus mit Applaus: Die Fraport Skyliners Frankfurt verabschieden sich mit zwei Siegen aus einer von der Coronavirus-Pandemie geprägten Saison in der Basketball-Bundesliga.

Versöhnlicher Abschluss

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(tim/gae). Sebastian Gleim klatschte jeden Spieler, Trainer und Betreuer ab. So wie der scheidende Cheftrainer der Frankfurt Skyliners es immer macht. Es war ein versöhnlicher Abschluss am Sonntag in der Ballsporthalle. 96:89 (46:39) gewannen die Skyliners am 34. und letzten Spieltag der Basketball-Bundesliga (BBL) und beenden die Saison auf Platz zwölf.

Bereits am Freitag hatten sie mit dem 95:66 (49:39) in Würzburg ihren ersten BBL-Sieg seit 4. April gefeiert.

»Unter den Umständen bin ich zufrieden, dass wir unsere Ziele ohne großes Zittern erreicht haben«, sagte Gleim über die abgelaufene Spielzeit, die geprägt von der Coronavirus-Pandemie war. Als Trainer habe er eigentlich stark anfangen und noch besser aufhören wollen. Doch direkt vor Saisonbeginn und zum Ende der Runde mussten die Frankfurter insgesamt 26 Tage in Quarantäne. »Um diese drei Wochen herum haben wir ein und jetzt zwei Spiele gewonnen, dazwischen jedes zweite«, analysierte Gleim. Das sei beachtlich gewesen, zumal er die komplette Saison auf Richard Freudenberg und die Hälfte der Zeit auf Konstantin Konga hatte verzichten müssen.

»In der Mannschaft hat deutlich mehr Potenzial gesteckt, um sportlich erfolgreicher zu sein, als wir es gewesen sind«, fand dagegen Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter. Auch die Spielzeit der jungen Spieler Len Schoormann und Bruno Vrcic war ihm zu wenig - wobei Letzterer im November wegen einer Verletzung drei Monate ausfiel. »Wenn das jemand von außen so bewertet, dann ist das so«, sagte Gleim.

Wöbke hatte ihm während der Saison mitgeteilt, dass er nicht mehr mit ihm als Headcoach plant, sich ihn aber als Sportdirektor vorstellen könnte. Gleim lehnte ab und wird nun kommende Saison Cheftrainer von Ligakonkurrent Crailsheim Merlins. »Ich hatte einige Optionen in Deutschland. Ich habe am Ende die Entscheidung getroffen, die mir die meiste Vorfreude bereitet«, erklärte Gleim, der in verschiedenen Funktionen insgesamt sieben Jahre in Frankfurt tätig gewesen ist.

Klar ist für die kommende Saison, dass Len Schoormann, Bruno Vrcic, Maximilian Begue und Richard Freudenberg im Kader stehen. Wobei bei Letzterem völlig offen ist, ob er noch einmal in den Profisport zurückkehren kann. Dauerbrenner Quantez Robertson soll am Montag einen neuen Zweijahresvertrag unterschreiben. Bei Marco Völler, Michael Kessens und Konstantin Konga gibt es Optionen auf Verlängerungen.

In den kommenden Wochen wird sich die zentrale Frage entscheiden, wie die sportliche Perspektive für den Deutschen Meister von 2004 aussehen wird. Wöbke hat im Februar seine Pläne vorgestellt, mithilfe von Unternehmern aus der Region doch noch eine Multifunktionsarena am Kaiserlei-Kreisel zu bauen, nachdem das Ausschreibungsverfahren ohne Ergebnis beendet worden war. Nun hängt alles von der neuen Koalition im Frankfurter Römer ab.

Bei Gießen 46ers ist noch alles offen

Derweil waren die Gießen 46ers beim 91:103 (40:57) gegen die Löwen Braunschweig in ihrem vorerst letzten Spiel in der BLL bemüht, sich würdig aus Liga eins zu verabschieden. Für beide Teams ging es um nichts mehr. Insgesamt lieferten die Protagonisten unter den Augen der von den Gießenern eingeladenen Rollstuhlbasketballer vom RSV Lahn-Dill ein unterhaltsames Spiel ab. Bei Gießen ragte Scottie James Jr. heraus, der mit 30 Punkten seinen BBL-Highscore aufstellte.

Das letzte Wort in Sachen Abstieg ist bei den Gießen 46ers noch nicht gesprochen. Aktuell gibt es nur eine Frage, die unter den Gesellschaftern diskutiert wird: Abstieg oder Wildcard-Verfahren - Wohin geht die Reise? 46ers-Geschäftsführer Stephan Dehler bezog in der Halbzeit Stellung: »Wir sind de facto sportlich abgestiegen. Und nun muss man schauen, ob man sich um eine Wildcard bewirbt oder nicht. Wenn wir uns bewerben, werden wir versuchen, uns so gut wie möglich zu präsentieren - und zu überzeugen, dass wir als Traditionsklub und Gründungsmitglied in die BBL gehören.«

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