DEB verschiebt Zweitliga-Start um ein Jahr

(mn) DEL II, ESBG oder 2. DEB-Liga? Der Streit zwischen dem Deutschen Eishockey-Bund und den Klubs der 2. Bundesliga spitzt sich zu.

"Nachdem für einen geordneten DEB 2. Bundesliga-Spielbetrieb nicht ausreichend Vereine fristgerecht zum 7. Juni gemeldet haben, ist in der laufenden Saison noch keine Umsetzung für eine neue 2. Liga möglich. Über die Oberliga-Spielbetrieb, an denen auch die beiden Clubs SC Riessersee und ESV Kaufbeuren teilnehmen werden, wird in der kommenden Saison eine Qualifikationsrunde ausgespielt. Damit geht die neue 2. Bundesliga unter dem Dach des Deutschen Eishockey-Bunds ab der Saison 2014/2015 an den Start", heißt es in einer knappen Pressemitteilung des DEB vom Mittwoch.

"Diese Meldung überrascht mich nicht. Diese Position wurde doch in der Vergangenheit schon x-Mal kommuniziert", sagt Andreas Ortwein.

In den österreichischen Alpen, wo der Nieder-Weiseler einige Tage vom Eishockey abschalten wollte, beruft er sich gegenüber der WZ-Redaktion auf die DEB-Spielordnung, die eine Kooperation zwischen DEB und ESBG vorsieht (die WZ berichtete bereits am 10. Juni).

In der Online-Ausgabe der Fachzeitung "Eishockey News" greift auch Wilhelm Graue, Vorsitzender der Starbulls Rosenheim und einer der Verhandlungsführer aufseiten der Zweitligisten, diesen Aspekt auf. "Wir sind der Überzeugung, dass der Verband laut Satzung und Spielordnung einen Kooperationsvertrag abschließen muss." Bis heute haben die ESBG-Klubs (Bad Nauheim hat noch keine Gesellschafts- und Stimmanteile) dem Verband eine Frist gesetzt, Verhandlungen über einen neuen Kooperationsvertrag aufzunehmen (die zwölf Jahre alte Vereinbarung war gekündigt worden). "Wenn nicht’s passiert, dann wird wohl der juristische Weg beschritten. Ich gehe aber nach wie vor davon aus, dass der DEB in kooperativer Form gemäß seinen Satzungen die Gespräche führt", sagt Ortwein, während Graue bereits eine Klage angedroht hat.

Ein eigenständiges Unterhaus unter der DEL wird beim DEB weiter abgelehnt. "Es bleibt beim Nein zur DEL II", sagte Präsident Uwe Harnos, "auch den Weg zurück zur ESBG wird es nicht geben. "Nicht der DEB hat den Vertrag gekündigt, sondern der überwiegende Teil der ESBG. Und dieser ist seit dem 1. Juni nicht an die nationale und internationalen Eishockeyfamilie angeschlossen." Zweimal habe er in den vergangenen Tagen DEB-Präsident Harnos per E-Mail um Auskünfte inhaltlicher Art zum Spielbetrieb der ursprünglich geplanten DEB-Liga gebeten, sagt Ortwein, beide Mails blieben unbeantwortet. "Ich habe nicht mal eine Reaktion bekommen. Das finde ich bedauerlich und enttäuschend", sagt Ortwein, der nach wie vor an eine Fortführung unter der ESBG glaubt, zumal eben jene Struktur durch die Pressemitteilung nicht ausgeschlossen werde. Im Rahmen einer außerordentlichen ESBG-Gesellschafterversammlung werden die Zweitligisten weitere Schritte diskutieren. Zu dieser Runde hatte der DEB eingeladen, weil die ESBG ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen war.

 "Wir würden uns weiter eine 2. Bundesliga DEB wünschen", sagt Harnos. Die Klubs könnten sich trotz verstrichener Frist noch anmelden. "Es liegt an den Zweitligisten, den von ihnen herbeigeführten Zustand zu ändern." Die Gefahr einer eishockeylosen Spielzeit droht in Bad Nauheim allerdings nicht. Fristgerecht - nämlich für den Fall einer fehlenden Zweitliga-Zulassung (der Landesverband hatte den Aufstieg juristisch verhindern wollen) - hatten die Roten Teufel vorsorglich für die Oberliga gemeldet; wie auch Kassel und Frankfurt. "Sie haben die Möglichkeit, sich dann sportlich für die neue DEB-Liga zu qualifizieren", sagte Harnos gegenüber der "Eishockey News". Dies sei, wollte Ortwein aber mit Nachdruck feststellen, "kein Thema. Bei uns wird ausschließlich mit Blick auf die 2. Liga gearbeitet."

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