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Verleiht der Name Carnevale besonderen Druck?

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Taylor Carnevale ist in Bad Nauheim eingetroffen. Der 22-jährige Mittelstürmer landete am Samstag um 14.29 Uhr auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt, wo er vom Sportlichen Leiter Daniel Heinrizi und Geschäftsstellenleiter Matthias Baldys empfangen wurde.

Von dort ging’s zunächst ins Colonel-Knight-Stadion, im Anschluss bezog der Kanadier seine Wohnung im Stadtteil Nieder-Mörlen.

Unmittelbar nach seiner Anreise äußerte sich der aktuell jüngste Kontingentspieler der DEL2gegenüber WZ-Sportredakteur Michael Nickolaus zu seinem Wechsel zu den Roten Teufeln und räumte in diesem Gespräch auch gleich Vorbehalte, die eine familiäre Bindung zu Vater und Trainer Frank innerhalb der Kabine mit sich bringen könnte, aus der Welt.

Taylor Carnevale, die Mannschaft geht in vier Wochen zum ersten Mal auf das Eis. Für einen Kontingentspieler sind Sie außergewöhnlich früh bei Ihrem neuen Klub angekommen.

Taylor Carnevale : Ja, das stimmt. Aber zum einen habe ich, als ich meinem Vater im Vorjahr zweimal besucht habe, diese Stadt lieben gelernt, zum anderen hatte ich mit Matthias Ott auf mein Comeback hingearbeitet. Er ist ein hervorragener Fitness-Coach, und ich möchte mich auch nun mit ihm vorbereiten, ehe das Eistraining beginnt.

Einerseits sind Sie der jüngste Kontingentstelle der Liga, zum anderen haben Sie fast eine komplette Saison pausiert. Und zum dritten wird Ihr Vater in Bad Nauheim regelrecht glorifiziert. Sehen Sie sich unter besonderem Druck alleine wegen Ihres Namens?

Carnevale: Druck verspürt man doch immer. Ja, ich bin der Jüngste, und mein Vater ist der Coach. Ich habe mich selbst in diese Rolle gebracht und werde mich deshalb jeden Tag aufs Neue beweisen müssen. Aber ich freue mich auf diese ganz spezielle Herausforderung und bin bereit, mich dieser Aufgabe zu stellen.

Sie hatten nach einer Schulterverletzung fast ein komplettes Jahr pausieren müssen, nur fünf Spiele für Utah absolviert. Wie hatten Sie sich Ihre Zukunft vorgestellt, bevor Ihr Vater Ihnen ein Angebot gemacht hat?

Carnevale: Ich wollte erstmal wieder in Form kommen, um dann zu überlegen, welche Option für mich die beste ist. Natürlich hat es gekribbelt, als wir auf das Thema Bad Nauheim zu sprechen gekommen sind. Ich habe eine Woche nachgedacht und bin der Meinung, dass dies optimal für mich ist.

Wären Sie auch ohne Ihren Vater nach Europa gewechselt?

Carnevale: Ich weiß nicht, was sich ergeben hätte. Jetzt bin ich froh, dass ich hier bin. Nach Europa zu wechseln, scheint mir die beste Möglichkeit.

Sie waren im Winter einige Wochen in Bad Nauheim. Welche Eindrücke habe Sie gesammelt?

Carnevale: Die Fans sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Das kann ich wirklich so behaupten. Diese Energie, diese Begeisterungsfähigkeit – das hat mir imponiert. Hinzu kommt die Stadt. Sie ist wunderschön. Ich denke, das ist schon etwas Besonderes hier.

Fürchten Sie Zurückhaltung und Distanz in der Kabine, weil Ihr Vater der Trainer ist?

Carnevale: Wenn die Jungs mich erstmal kennengelernt haben, werden sie schnell merken, dass es hier nicht um Vater und Sohn geht. Ich bin ein Teamkollege wie jeder andere, und ich werde auch entsprechend behandelt.

Wie definieren Sie Ihre Rolle innerhalb der Mannschaft?

Carnevale: Grundsätzlich bin ich ein Zwei-Wege-Spieler. Aber egal, welche Rolle der Coach für mich vorsieht: Ich werde diese akzeptieren. Ich kann in allen Situation spielen. Wenn er mich also in bestimmten Rollen sieht, dann werde ich das Beste daraus machen.

Rote Teufel verpflichten Taylor Carnevale

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