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In der Verlängerung verloren

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(mn) Das Glück bleibt den Kassel Huskies auch in ihrer vierten Verlängerung in Folge treu. Ein Treffer von Michi Christ entschied am Freitagabend vor 6100 Zuschauern in der vierten Minute der Verlängerung das erste Playoff-Finale in der Eishockey-Oberliga. Mit 4:5 (2:1, 1:2, 1:1/0:1) verlor der EC Bad Nauheim in Nordhessen.

Die Partie hatte mit 90-minütiger Verspätung begonnen. Ein LKW-Unfall auf der A5 zwischen Homberg (Ohm) und Alsfeld-West hatte eine Vollsperrung zur Folge – und eben in dieser stand der Mannschaftsbus der Roten Teufel. Nachdem die Polizei das Team rückwärts von der Autobahn geleitet hatte, konnten die Wetterauer ihre Fahrt zunächst auf den ebenfalls verstopfen Landstraßen, später über die Autobahn, fortsetzen.

Um 19.56 Uhr – 26 Minuten nach dem offiziellen Spielbeginn – trafen die Gäste, die in stetigem Kontakt mit den Huskies sowie Playoff-Spielleiter Oliver Seeliger gestanden hatten, an der Eissporthalle ein. Gerade einmal zehn Minuten blieben zum Warm-up auf dem Eis (die Kasseler standen rund zehn Minuten länger auf dem Eis).

Die Ausfälle der gesperrten Patrick Strauch, Michel Maaßen (am Sonntag wieder dabei) und Tim May, hatte am Morgen noch mit der Mannschaft trainiert, hatten Umstellungen erfordert. Und da überraschte RT-Trainer Frank Carnevale. Er stellte Kapitän Chris Stanley diesmal die robusten Sven Schlicht und Josiah Anderson zur Seite, zwischen Eddy Rinke und Daniel Oppolzer führte Harry Lange Regie.

Trotz widriger Vorbereitung kamen die Gäste besser in die Partie, konnten unerwartet viele Scheiben im gegnerischen Drittel erobern und kamen zu klaren Torchancen. Die erste Möglichkeit bot sich Chris Stanley, der den Puck Zentimeter am freien Eck vorbeischob (4.), später tauchte Eddy Rinke vor Huskies-Keeper Benjamin Finkenrath auf, wollte es aber zu genau machen (9.). Zu diesem Zeitpunkt führte Bad Nauheim bereits mit 1:0. Daniel Oppolzer hatte in Unterzahl (!) Ales Kreuzer den Puck abgeluchst, marschierte davon und verlud Finkenrath (7.). Kassel hatte – trotz des Gegentreffers – seine vielversprechenden Momente im bekannt effektiven Powerplay. Bad Nauheim hatte gerade die zweite Unterzahl überstanden, da durften es die Roten Teufel mit zwei Spielern mehr versuchen. Brad Miller fand die Lücke – 0:2 (17.). In der Schlussminute des ersten Abschnitts war Huskies-Import Brad Snetsinger auf der linken Seite nicht zu stoppen, sein Zuspiel setzte RT-Playoff-Schreck Kyle Doyle 50 Sekunden vor der Sirene in die Maschen.

Zum zweiten Abschnitt kamen die Huskies dann in Fahrt, verschärften - unterstützt vom nun deutlich lebhafteren eigenen Anhang – den Druck auf das Tor von RT-Torwart Thomas Ower. Erst ein Powerplay Mitte des Abschnitts gab den Gästen ein wenig Luft zum Durchschnaufen. Als Carnevale just im Anschluss eine Auszeit genommen hatte, erzielte Josiah Anderson nach einem Drei-gegen-Zwei-Konter den dritten Treffer für Bad Nauheim (34.). Die Freude währte allerdings nur 70 Sekunden. Artjom Kostyrev hatte prompt den alten Abstand wiederherstellen können. Anschließend wanderten Sven Schlicht und Alexander Baum auf die Strafbank – und Ex-Nationalspieler Manuel Klinge stellte den Ausgleich her (38.).

Im letzten Abschnitt war die Spannung auf den Rängen förmlich zum Greifen. Im Fokus: Josiah Anderson. Zunächst hockte dieser auf der Strafbank (45.

), dann war der Deutsch-Kanadier zur Stelle, als Sven Schlicht hinterm Huskies-Tor entschlossen nachgesetzt hatte, und stocherte den Puck zur erneuten Gäste-Führung über die Linie (49.). Mit Stanley/Lange als Centern zu drei wechselnden Außenstürmerpärchen stemmte sich Bad Nauheim gegen die druckvolle Schlussoffensive der Huskies. 1:49 Minuten vor Schluss fand Petr Sikora die Lücke zum erneuten Ausgleich.

In der Verlängerung parierte Thomas Ower zunächst noch einen Penalty von Brad Snetsinger. Bad Nauheim hatte die Möglichkeit in der Folgezeit zum Siegtor – am Ende jubelten aber die Huskies.

Kassel Huskies: Finkenrath – Alexander Heinrich, Valenti, Reiss, Willaschek, Engel, Glusanok – Klinge, Sikora, Christ, Snetsinger, Doyle, Kreuzer, Schwab, Kostyrev, Wiecki.

EC Bad Nauheim: Ower – Baum, Schreiber, Miller, Ketter, Pöpel, Pietsch, Reckers – Schlicht, Stanley, Anderson, Rinke, Lange, Oppolzer, Kujala, Huhn, Baldys, Striepeke.

Tore: 0:1 (7.) Oppolzer (4-5), 0:2 (17.) Miller (Lange, Oppolzer – 5-3), 1:2 (20.) Doyle (Snetsinger, Willaschek), 1:3 (34.) Anderson (Miller, Stanley), 2:3 (35.) Kostyrev (Doyle), 3:3 (38.) Klinge (Sikora (Alexander Heinrich – 5-3), 3:4 (49.) Anderson (Schlicht, Pöpel), 4:4 (59.) Sikora (Klinge, Christ), 5:4 (65.) Christ (Klinge). - Strafminuten: Kassel 6, Bad Nauheim 10. – Zuschauer: 6100.

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