Bereit: Football-Bundesligist Frankfurt Universe hofft auf eine verkürzte Saison mit einem Finalspiel in der Heimatstadt. Bis dahin sind aber noch viele Fragen zu klären. FOTO: HARTENFELSER

Football

Liga kämpft um verkürzte Saison

Wenn es nach den Vereinen geht, wird bald wieder Football gespielt. Die Frage ist nur: Wie?

Eine Saison 2020 in der German Football League (GFL) und der GFL 2 bleibt trotz Corona-Krise möglich. Während einer zweistündigen Videokonferenz am vergangenen Samstag beauftragten die in den beiden Spielklassen gemeldeten Vereine die Ligaleitung und den American Football Verband Deutschland (AFVD) einstimmig damit, die entsprechenden Planungen weiterzuführen. Details seien allerdings noch nicht beschlossen worden, betonte Alexander Korosek, der als einer der beiden Geschäftsführer von Frankfurt Universe an dem Meeting teilgenommen hatte. Diese sollen erst in den nächsten Tagen erarbeitet und an die Clubs verschickt werden.

Sollten es die gesetzlichen Vorgaben bis dahin erlauben, könnte die verkürzte Spielzeit ab 5. September über den Rasen gehen und im Fall der GFL mit dem German Bowl am 14. November in Frankfurt enden. Voraussetzung dafür wäre einer offiziellen Mitteilung gemäß, dass alle beteiligten Teams im August ausreichend Gelegenheit für ein Mannschaftstraining haben und sich für die Vereine "keine übermäßigen finanziellen Risiken" aus dem Spielbetrieb ergeben.

Letzteres spielt für Korosek die wichtigste Rolle, wenn es darum geht, sich bis zum Fristende 15. Juni für oder gegen eine Teilnahme des Vorjahreshalbfinalisten auszusprechen. "Die Wirtschaftlichkeit hat Priorität", sagt der Luftfahrtunternehmer. Universe gehört zu den Teams, die für ihre Spielstätte, das Stadion am Bornheimer Hang, Miete zahlen müssen.

Nicht nur deshalb werden die Verantwortlichen schnellstmöglich das Gespräch mit der Stadt suchen. Die Bedingungen, unter denen eine Partie dort ausgetragen werden könnte, müssten abgeklärt werden. Zwar gibt es Regeln und Hygienekonzepte, die das jeweilige Bundesland vorgibt. Die einzelnen Kommunen können jedoch weitere Auflagen erlassen.

"Der Sport lebt von den Fans", betont Korosek. Die Eintrittsgelder stellen einen wichtigen Posten im Budget der "Men in Purple" dar. Doch selbst wenn genügend Zuschauer erlaubt sein sollten, müsste man sichergehen, dass diese auch kommen. Universe hat deshalb auf seiner Homepage eine Umfrage gestartet. Zudem hofft man am Samstag, 6. Juni, mit den Anhängern ins Gespräch zu kommen, wenn zwischen 15 und 19 Uhr vor dem Stadion Nasen-Mund-Masken und T-Shirts mit dem Universe-Emblem an den Mann und die Frau gebracht werden und einige Spieler vor Ort Rede und Antwort stehen.

"Es ist superschwer einzuschätzen, was eine Spielzeit für die Liga und die Vereine bedeuten würde", sagt Korosek. Natürlich würde auch er gerne das Ei in diesem Jahr fliegen sehen. Doch auf keinen Fall dürfe die eigene Spielbetriebs GmbH, die erst 2018/19 eine Insolvenz überstand, erneut in Schieflage geraten. Denkbar wäre unter anderem ein Auftritt ohne die Verstärkungen aus Amerika. Doch selbst dann stelle sich die Frage, "ob sich eine verkürzte Saison lohnt".

Ein Ergebnis des Online-Meetings war, dass Clubs, die sich gegen eine Teilnahme an der Saison aussprechen, weder eine Strafe zahlen noch absteigen müssen. Die Meister der GFL 2 könnten im Falle eines Spielbetriebs selbst bestimmen, ob sie 2021 im Ober- oder erneut im Unterhaus antreten. Der Abstieg wird in beiden Klassen ausgesetzt.

Deadline am 26. Juli

Erst wenn feststeht, wie viele Vereine gewillt sind, in der alternativen Liga mitzumischen, können Modus und Spielpläne erstellt werden. Der 26. Juli gilt als "Point of no return"; sollten wirtschaftliche wie sportliche Rahmenbedingungen bis dahin stimmen, wird gespielt.

"Wir haben eine interne Tendenz", was die Entscheidung angeht, sagt Korosek. Aber es gebe sehr viele Fragen, die zu klären seien, "in dieser Situation ist jeder Mosaikstein wichtig". Ein Plan, wie man sich die Vorbereitung vorstellen könnte, existiert bereits. Hielten sich die Spieler bislang nur individuell fit und wurden sie per Video für ihre Positionen geschult, würde Ende Juni ein Athletiktraining in Kleingruppen beginnen. "Aber nur, wenn wir alle gesund zum Training bekommen", betont der Manager.

Ligasprecher Carsten Dalkowski, gleichzeitig Präsident der ebenfalls erstklassigen Marburg Mercenaries, stimmte das Ergebnis der GFL-Abstimmung optimistisch: "Das ist nun ein Rahmen, mit dem wir alle arbeiten können", sagte er. "Bis September kann natürlich noch viel passieren. Wir hoffen aber, dass das Infektionsgeschehen bis dahin so unter Kontrolle ist, dass Vollkontakt-Training rechtzeitig möglich sein wird, Importspieler einreisen können und Zuschauer zu den Spielen dürfen."

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