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An die vergangene Saison anknüpfen

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16 Siege und nur zwei Niederlagen - die Saison 2008/09 lief für die SG Rodheim in der Regionalliga Südwest abgesehen von einer knappen Auftaktpleite und der Niederlage zum Abschluss in Darmstadt einen Tag nach der Saisonabschlussfeier nahezu perfekt. Doch vor der am kommenden Wochenende beginnenden Punktrunde - die SGR eröffnet allerdings bereits heute im Pokal die Pflichtspielsaison - stehen die Vorzeichen etwas anders.

(pv) Das Saisonziel der zweiten Männer-Mannschaft der SG Rodheim für die Spielzeit 2009/2010 in der Oberliga Hessen ist eindeutig: Ein Aufstieg ist wie auch schon im vergangenen Jahr durch die Regionalligamannschaft der SGR verhindert, so dass sich Trainer Tomas Sykora einen Platz in der oberen Tabellenhälfte wünscht. Vergangene Spielzeit hatten sich die Rodheimer als Favorit an der Tabellenspitze hinter dem Aufsteiger TG Hanau festgesetzt und schlossen die Saison im oberen Tabellendrittel ab, ebenso erfolgreich soll die kommende Oberligasaison enden.

Kann und Breitenfelder dabei

Neben den positiven Eindrücken wie dem Comeback von SG-Urgestein Holger Lenz sorgten 2008/09 zeitweise verletzungsbedingte Zwangspausen von Daniel Hesse oder Rolf Oberhofer für eine dünne Personaldecke. Umso erfreulicher, das mit Stefan Kann und Tim Breitenfelder neue Akteure die Herausforderung Oberliga für die bevorstehende Saison angenommen haben. Den 15-jährigen Breitenfelder holte Trainer Sykora aus der Talentschmiede von Ika Gornik. Breitenfelder spielt in der Rodheimer Jugendmannschaft und konnte ebenso als Landesauswahlspieler bereits sportliche Erfolge feiern. Für den richtigen Mix sorgt Stefan Kann, der nach mehrjähriger Bundes- und Regionalliga-Spielzeit in der ersten Herrenmannschaft die Mittelblockposition verstärken wird.

Neben ihm kommt nach vielen Jahren Lukas Kracht vom ASV Senden zurück in die Wetterau. Mit dem ASV verpasste der 47-jährige Diagonalspieler nur knapp den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Kracht, der schon in den 1990er Jahren bei der SG Rodheim in der damaligen Bundesliga-Mannschaft aktiv war, besticht vor allem durch seine Erfahrung und Abgeklärtheit im Angriff. Doch eine verheilte Knieverletzung ist in der ersten Trainingseinheit wieder aufgetreten, so dass Kracht erstmal nicht am Spielgeschehen teilnehmen kann.

Auch Benjamin Schütz, der berufsbedingt pausierte, wird eine große Stütze in Annahme und Angriff sein. Somit bilden diese mit den »alten Hasen« Andreas Zander, Thomas Lingenau, Jens Bender, Detlef Zschiesche, Christian Albrecht, Rolf Oberhofer, Daniel Hesse und Klaus Raschke als zweiter Zuspieler das neue Oberliga-Team. Trotz der vielen Zugänge bleibt die Frage nach Abgängen bisher nahezu unbeantwortet, da durch die Unterbesetzung der ersten Herrenmannschaft voraussichtlich noch einige Spieler den Regionalliga-Kader verstärken werden - definitiv ist dies aktuell Marcel Kopperschmidt.

Berüchtigte Linienläufe absolviert

Während der Sommermonate hielt sich die SGR auf den heimischen Beachvolleyballfeldern vor allem mit Kraft- und Ausdauerübungen fit, bis Anfang August das Hallentraining begann. Auf dem Trainingsprogramm standen wie schon in der Vergangenheit Komplexübungen und die berüchtigten Linienläufe von Sykora. Spielpraxis bekam das neue Oberliga-Team in der thüringischen Provinz Hildburghausen. Obwohl man den Teams der Berlin- und Thüringenliga in der Gruppenphase unterlag, konnte sich die SGR in den entscheidenden Platzierungsspielen gegen die östlichen Regionalligisten 1. Sonnenberger VC04 und VFH Potsdam durchsetzen.

Im hessischen Oberhaus trifft das Sykora-Team der SGR auf den Regionalligaabsteiger DSW Darmstadt und die Aufsteiger FSV Berghausen und TG Rüsselsheim. Während der Kader des Absteigers bisher unverändert bleibt, hat sich die TGR mit Spielern der ehemaligen Bundesligamannschaft ergänzt. Ebenso rekrutierte die neben der TuS Kriftel auch die Orplid aus Frankfurt weitere Akteure aus der vergangenen Bundesligasaison.

Ein Durchmarsch, ähnlich wie Hanau im vergangenen Jahr, scheint somit für die Rüsselsheimer möglich. Den vermeintlichen Favorit empfängt die SGR zusammen mit dem SSV Brensbach zum ersten Spieltag am kommenden Sonntag, den 20. September, um 14 Uhr an der Eisenkrain. Den Zuschauern sollen vor allem spannende Partien präsentiert werden, und man will an die vergangene Saisonleistung anknüpfen.

Die überlegene Art und Weise aus dem Vorjahr dürfte in den Überlegungen von Trainer Carsten Schmidt und Kapitän Johannes Gruppe auch eine Rolle gespielt haben, das Duo hat sich jedenfalls eine neue Herausforderung gesucht. Pech für die SGR: 100-prozentiger Ersatz ist sowohl auf dem Trainerstuhl als auch auf der von Gruppe für diese Klasse überdurchschnittlich gut ausgeführten Zuspielerposition (noch) nicht gefunden. Die logische Konsequenz: Nach der Traumsaison und der insbesondere aus finanziellen Gründen nicht realisierten Teilnahme am Aufstiegsturnier in die Zweite Bundesliga werden am Eisenkrain nun kleiner Brötchen gebacken.

Der in Ober-Rosbach wohnhafte Coach Carsten Schmidt zum Ligarivalen nach Bommersheim, das SGR-Eigengewächs Johannes Gruppe zum Zweitligisten Rhein-Main Volley nach Rüsselsheim und dazu noch der erfahrene Stefan Kann aus familiären Gründen in die zweite Mannschaft - die Abgänge haben es in sich. Und weil es keine externe Neuzugänge gibt, ist ein Platz im oberen Tabellendrittel das erklärte Saisonziel. »Es wird sich aber bezahlt machen, dass alle unsere gebliebenen Spieler zu den besten in der Regionalliga zählen. Jeder muss allerdings ein bisschen mehr Verantwortung auf und neben dem Feld übernehmen«, merkt der in der vergangenen Saison aufgrund einer Handverletzung nur selten zum Einsatz gekommene Ulrik Sürken an.

Detlef Zschiesche Interimstrainer

Das Training leitet nun übergangsweise Zweitmannschaftsspieler Detlef Zschiesche, nachdem zu Beginn der Vorbereitung noch Spieler Alexander Schuld das Zepter geschwungen hatte.

Aufgrund des personellen Aderlasses bedient sich Zschiesche freilich aus der zweiten Mannschaft: Nach aktuellem Stand rücken Philipp Winkler und Marcel Kopperschmidt aus dem Oberliga-Team auf, weitere dauerhafte Anleihen aus dem quantitativ ausreichend besetzten Kader von Tomas Sykora sind nicht ausgeschlossen. Winkler kommt aus der SGR-Talentschmiede von Ika Gornik, war A-Jugend-Hessenmeister 2008 und gehörte schon zum damaligen Zweitliga-Kader der SGR-Aktiven, ehe der Mittelblocker ein Jahr in Australien verbrachte. Kopperschmidt wechselte bereits 2003 vom damaligen Regionalligisten SSC Vellmar in die Wetterau und spielte zunächst bis 2006 in der »Ersten«, ehe er nach einjähriger Auszeit zunächst wieder den Oberliga-Kader verstärkte.

Der ehemalige Erstmannschaftsspieler Detlef Zschiesche auf dem Trainerstuhl - das ist nach Angaben der Rodheimer allerdings keine dauerhafte Lösung. »Es gibt noch keine endgültige Zusage. Aber die Planungen laufen, und vielleicht können wir vor dem ersten Ligaspiel schon einen neuen Coach präsentieren«, berichtet Pressesprecher und Spieler Robert Stodtmeister von der nicht einfachen Trainersuche.

In der bisherigen Saisonvorbereitung lief bei den »Piraten« noch nicht alles nach Wunsch. »Durch die Veränderungen im Kader konnten wir erst relativ spät mit einer gezielten Vorbereitung beginnen. Aber wir hatten auch in der vergangenen Saison Anlaufschwierigkeiten«, berichtet Ulrik Sürken.

Nach dem Pokalauftakt an diesem Wochenende starten die Rodheimer am kommenden Samstag, den 19. September, in die Punktrunde. Um 20 Uhr ist die SGR dabei in Stierstadt beim TV Bommersheim zu Gast. Dies ist nicht nur pikanterweise die Mannschaft von Ex-Trainer Carsten Schmidt - sondern auch dasjenige Team, welches den Wetterauern in der vergangenen Runde die einzige Heimpleite beibrachte, und zwar am ersten Spieltag. Michael Wiener

Die Heimspiele der SG Rodheim

Eintracht Wiesbaden 27.9. 16 Uhr

TSG Bretzenheim 17.10. 20 Uhr

Internat Frankfurt 7.11. 20 Uhr

TSV Speyer 15.11. 16 Uhr

TV Bommersheim 21.11. 20 Uhr

TG Hanau 17.1. 16 Uhr

TV Waldgirmes 30.1. 20 Uhr

ASV Landau 27.2. 20 Uhr

TV Feldkirchen 6.3. 20 Uhr

TG Bad Soden 21.3. 16 Uhr

***

Heimspielstätte ist die Eisenkrain-Halle in Ober-Rosbach (Jahnstraße).

Oberliga Frauen / SG Rodheim

Das Ziel lautet Klassenerhalt

(mw/pv) Bei der ersten Frauen-Mannschaft der SG Rodheim hat es vor dem Saisonbeginn nahezu den totalen Umbruch gegeben. Nachdem in der vergangenen Saison nach einer starken Hinrunde die Tabellenführung nicht gehalten werden konnte und man am Ende mit Rang fünf vorlieb nehmen musste, haben eine ganze Reihe an Spielerinnen eine neue Herausforderung gesucht. Zuspielerin und Spielmacherin Denise Kuss zog es ebenso in die Regionalliga (TV Waldgirmes) wie Mannschaftsführerin und Leistungsträgerin Anna Wacker, die künftig für die TG Bad Soden am Ball sein wird. Hauptangreiferin Jolanta Azubuike und Außenangreiferin Silke Tegtmeier gingen ebenso nach Bad Soden, sie werden jedoch wohl eher in der Oberliga-Mannschaft zum Einsatz kommen. Hauptangreiferin Thea Schenk verschlug es beruflich nach Mannheim, so dass nur noch wenige Spielerinnen aus dem Vorjahresteam zur Verfügung stehen.

Auch auf der Trainerbank gab es Veränderungen. Reiner Elmrich (TG Hanau) und Ines Bach (Regionalliga TG Bad Homburg) verließen den Verein, der Mainzer A-Schein-Inhaber Erhard Sahm übernimmt nun auf der Kommandobrücke.

Neu im Boot sind die aus Bremen berufsbedingt nach Hessen gekommene Anja Ziegemeyer (Außen/Mittel), die frisch gebackene Mutter Corinna Itzenga (Außen), Außenangreiferin Ariette Brunk und Zuspielerin Lisa Fröhlich aus der zweiten Mannschaft sowie Diagonalspielerin Sabrina Paschold und Zuspielerin Anne Schernus. Die beiden Letztgenannten sind allerdings nach Verletzungen noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte - Paschold hatte einen Kreuzbandriss, und Schernus kämpfte mit einem Bandscheibenvorfall.

Da die Neuzugänge die Abgänge nicht kompensieren können, ist die Zielsetzung nun der Klassenerhalt. »Das Team wird sich erst wieder finden müssen. Das wird eine große Herausforderung«, sagt Pressesprecherin Jessica di Salvo. Der aufgrund zweier verschobener Partien verspätete Saisonstart der Rodheimerinnen ist erst am 27. September mit zwei Heimspielen ab 11 Uhr in der Eisenkrain-Halle.

Oberliga Frauen / SSC Bad Vilbel

Haase will gleich ins Mittelfeld

(mw) Mit nur einer Niederlage und nur sechs Satzverlusten haben die Frauen des SSC Bad Vilbel im März diesen Jahres den Aufstieg aus der Landesliga in die Oberliga realisieren können. Nun streben die »Tulpen« unter dem ehrgeizigen Trainer Christoph Haase in der höchsten hessischen Spielklasse nicht etwa »nur« den Klassenerhalt an. »Ich möchte mit dieser Mannschaft auf keinen Fall nur hinten mitspielen. Es gibt außer uns zwei weitere Aufsteiger, die müssen wir schon mal hinter uns lassen. Und noch ein paar andere Teams, damit wir ins gesicherte Mittelfeld kommen«, gibt Haase das Saisonziel der Brunnenstädter vor.

Haase steht in dieser Saison erstmals ein Co-Trainer zur Seite, Martin Tran steht künftig auch an der Seitenlinie. Im Feld stehen nach nur einem Abgang 15 Spielerinnen zur Verfügung. »Der Kader ist groß, aber berufliche Gründe verhindern bei einigen Spielerinnen die regelmäßige Anwesenheit«, sagt Haase. Eben aus diesen Gründen hat Katrin Pöschko den Verein verlassen, dagegen gibt es jedoch hochkarätige Zugänge. Nina Ashraf kehrt nach einer Pause zurück zum SSC, Viola Krickau kommt vom Bundesligisten VC Wiesbaden, und die früher in der Zweiten Bundesliga aktive Kirsten Schmelzer trägt nach einer Pause nun das Bad Vilbeler Trikot.

Mit der noch nicht abgeschlossenen Vorbereitung - die »Tulpen« starten erst in der nächsten Woche in die Punktrunde - ist Haase bislang zufrieden. »Das Turnier in Heidelberg an diesem Wochenende wird schon mal eine Standortbestimmung sein. Aber die Ergebnisse bisher waren absolut in Ordnung.« Am vergangenen Mittwoch verloren die Brunnenstädterinnen 1:3 gegen den Regionalligisten VC Wiesbaden II, traten allerdings nicht in Bestbesetzung an. »Wir sind heiß auf jedes Spiel, trotz der langen Vorbereitung. Wenn in den Punktspielen das nötige Quentchen Glück dazukommt, können wir uns in das Mittelfeld der Oberliga vorkämpfen«, sagt Haase, der Verbesserungspotential vorallendingen in der Konstanz sieht. »Ein Spiel gegen Ligakonkurrent Bad Soden II hat gezeigt, dass wir unser druckvolles Spiel nur schwer über einen vollen Satz halten können gegen so einen Gegner. Das ist eben das Handicap eines Aufsteigers«, sagt Haase, der dennoch optimistisch ist.

SG Rodheim Männer (Regionalliga)

Alexander Schuld, Sascha Gornik, Johannes Voeske, Robert Leuner, Timo Streitenberger, Philip Winkler, Ulrik Sürken, Robert Stodtmeister, Marcel Kopperschmidt. - Trainer: Detlef Zschiesche (neu).

SG Rodheim II Männer (Oberliga)

Holger Lenz, Stefan Kann, Lukas Kracht, Tim Breitenfelder, Benjamin Schütz, Andreas Zander, Thomas Lingenau, Jens Bender, Detlef Zschiesche, Marcel Kopperschmidt, Christian Albrecht, Rolf Oberhofer, Daniel Hesse, Klaus Raschke. - Trainer: Tomas Sykora (wie bisher).

SG Rodheim Frauen (Oberliga)

Miriam Gornik, Victoria Kröger, Anne Schernus, Sabrina Paschold, Anja Ziegemeyer, Jessica Di Salvo, Ariette Brunk, Lisa Fröhlich, Christine Doll, Corinna Itzenga. - Trainer: Erhard Sahm (neu).

SSC Bad Vilbel Frauen (Oberliga)

Anja Beyrich, Britta Brisken, Carina Arar, Daniela Krah, Jennifer Harikantha, Katrin Haase, Kirsten Schmelzer, Kristin Hentsch, Linda Stelzner, Maria Schäffner, Nina Ashraf, Pia Nau, Rebekka Engelke, Viola Krickau, Yvonne Thiel. - Trainer: Christoph Haase (wie bisher).

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