Ein Bild, das in der kommenden Saison wohl fehlen wird: Die Fans des EC Bad Nauheim zeigen in der Südkurve des Colonel-Knight-Stadions eine Choreografie. FOTO: CHUC
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Ein Bild, das in der kommenden Saison wohl fehlen wird: Die Fans des EC Bad Nauheim zeigen in der Südkurve des Colonel-Knight-Stadions eine Choreografie. FOTO: CHUC

Verantwortliche sind aufgeschreckt

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(dpa/sid). Eishockey-Zweitligachef René Rudorisch hat einen Saisonstart ohne Zuschauer ausgeschlossen. "In der DEL 2 betragen die zuschauerabhängigen Einnahmen an den Spieltagen, das umfasst das Ticketing, Catering aber auch das Sponsoring, das auf eine regionale Aktivierung aufbaut, rund 85 Prozent des Gesamtumsatzes eines Klubs. Können wir diese Gelder nicht aktivieren, ist ein Spielbetrieb unmöglich", sagte Rudorisch der "Freien Presse" (Donnerstag).

Dass Sachsen bei der Rückkehr von Sportfans in die Arenen eine Vorreiterrolle einnimmt, begrüßt der DEL 2-Geschäftsführer. "Grundlegend unterstützen die derzeitigen geringeren Infektionszahlen natürlich das Vorgehen. Allerdings muss man zudem unterstreichen, dass Sachsen die Nöte des Sports in den vergangenen Wochen sehr ernst nimmt, sich mit dem Sport auseinandersetzt und Lösungen im Sinne des professionell organisierten Sports finden will", erklärte Rudorisch. "Das ist ebenfalls ein derzeitiger Unterschied - zumindest mit Blick auf Baden-Württemberg und Bayern."

Laut Rudorisch sind die regionalen Behörden grundsätzlich gesprächsbereit. "Solange aber länderspezifische Ver- ordnungen die Zuschauer im Sport verbieten, obwohl selbst Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern unter einem Hygienekonzept in vielen Regionen wieder möglich sind, scheitern wir an den Verordnungen", betonte der DEL 2-Chef. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs hatten Ende August beschlossen, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich ist, mindestens bis Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. Eine Arbeitsgruppe soll Ende Oktober über die Wiederzulassung von größeren Zuschauermengen befinden.

Rudorisch hofft auf 6. November

Rudorisch hofft, dass der 6. November als Termin für den Saisonstart gehalten werden kann. Eine weitere Verschiebung, die möglicherweise eine Änderung des Modus und weniger Spiele zur Folge hätte, könne bei den Klubs für zusätzliche wirtschaftliche Probleme sorgen. Die DEL 2 plant nach derzeitigem Stand eine Hauptrunde mit 52 Spieltagen. Anschließend soll es eine Endrunde mit Playoffs und Playdowns geben. Der Meister soll darüber hinaus erstmals seit Langem die Möglichkeit haben, in die DEL aufzusteigen - wohingegen die höchste deutsche Spielklasse entgegen der ursprünglichen Ankündigung über eine weitere Aussetzung des Abstiegs in die DEL 2 nachdenkt, wie in dieser Woche bekannt wurde.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der DEL, Jürgen Arnold, hat darüber hinaus jüngst auf Risiken bezüglich des für den 13. November anvisierten Saisonstarts hingewiesen. Arnold bezeichnete es in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" als fahrlässig, "wenn wir am 13. November mit der Hoffnung, dass sechs Wochen später Zuschauer zugelassen werden oder der Staat das Ganze schon subventionieren wird, die Saison beginnen würden. Sollte dann die Nachricht kommen, dass beides nicht möglich ist, müssten wir die Spielzeit aus wirtschaftlichen Gründen stoppen". Ein solches Szenario sei "finanziell eine Katastrophe".

Arnold bekräftigte allerdings, dass der Saisonstart weiter zum vorgesehenen Termin geplant sei. "Es gibt jede Menge Denkmodelle. Allerdings wollen wir jetzt zunächst einmal diesen 13. November im Fokus behalten, weil es eigentlich der letzte Termin ist, der uns eine reguläre Saison inklusive einer Playoff-Meisterrunde im Modus Best of five ermöglichen würde." Alternative Modelle mit einem späteren Saisonstart gebe es allerdings bereits, erklärte der DEL-Chef. Es sei für das deutsche Eishockey überlebenswichtig, überhaupt eine Spielzeit zu haben.

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke hatte zuletzt eine Benachteiligung des Sports beklagt. Gegenüber dem Sportinformationsdienst hatte er gesagt: "Der Sport wird insbesondere in Bayern und NRW schlechtergestellt als andere Veranstaltungen, die vielerorts schon mit Zuschauern auf Basis von Hygienekonzepten arbeiten können." Es sei frustrierend, "dass alle für uns relevanten Bundesländer immer noch sehr niedrige und pauschale Obergrenzen haben".

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