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Jan Stetzer steht mit den Hessenliga-Herren von Sportwelt Rosbach vor einem nervenaufreibenden Saisonfinale.

Tennis-Hessenliga

So verrückt ist das Saisonfinale bei Sportwelt Rosbach

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Die Herren von Sportwelt Rosbach stehen in der Tennis-Hessenliga unter Druck. Ein Sieg muss in den finalen zwei Spielen mindestens her, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Doch selbst dann ist noch viel fremde Hilfe nötig.

Auf der Tennisanlage im Rosbacher Sportzentrum wird es heiß hergehen. "Bei unseren Heimspielen ist immer eine unfassbar geile Atmosphäre. Es wäre schade, wenn wir das nächstes Jahr nicht noch mal haben können", sagt Jan Stetzer, Kapitän der Hessenliga-Herren von Sportwelt Rosbach. Am heutigen Samstag (ab 10 Uhr) bestreiten die Sportweltler gegen den TC Bergen-Enkheim ihr letztes Heimspiel der Medenspielrunde - und stehen dabei mächtig unter Druck.

Nicht nur annähernd 40 Grad auf dem Platz werden den Sportweltlern zu schaffen machen, auch die Tabellensituation ist vor dem Saisonfinale äußerst prekär. Zwei Spiele bleiben noch: heute und am Sonntag das finale Rundenspiel beim THC Hanau (10 Uhr), dem ebenfalls punktlosen Tabellenvorletzten. Mindestens ein Spiel muss das Team um Stetzer gewinnen, um die Chance auf den Klassenerhalt am Leben zu erhalten. Doch selbst dann ist man auf fremde Hilfe angewiesen.

Die zwei Letztplatzierten der Liga müssen in der Medenrunde 2020 in der Verbandsliga antreten. So ist es zumindest vorgesehen. Doch sollte sich der künftige Hessenmeister Eintracht Frankfurt in der Relegation zur Regionalliga gegen BASF Ludwigshafen II durchsetzen, würde ein Team zu viel die Liga verlassen, denn aus der Verbandsliga wird es maximal zwei Aufsteiger geben. Dann gäbe es nur einen Absteiger aus der Hessenliga, bestätigte Klassenleiter Hans-Günter Trott aus Butzbach.

Gute Verbindung zu Eintracht Frankfurt

Die gute Verbindung der Rosbacher zur Eintracht nährt die Hoffnungen: "Wir haben mit den Eintrachtlern gesprochen, wir kennen die Jungs sehr gut. Sie haben uns versichert, alles für den Aufstieg in die Regionalliga zu geben. Sie haben eine starke Mannschaft und versuchen es schon seit einigen Jahren. Die Chancen stehen also gut", sagt Stetzer.

Beim Heimspiel am heutigen Samstag gegen den TC Bergen-Enkheim sind die Sportweltler zumindest kein krasser Außenseiter. "Wir rechnen uns gegen Bergen-Enkheim durchaus Chancen aus. Es werden sicher wieder knappe Spiele, die Doppel werden ziemlich sicher entscheidend sein", sagt Stetzer. Auf die Unterstützung der Rosbacher Tennisfans wird sich die Mannschaft verlassen können, zumal der Verein mit Freigetränken für die Mitglieder plant.

Sollte es dennoch nicht mit dem bitter benötigten ersten Saisonsieg klappen, gibt es nur noch eine Chance: "Hanau müssen wir schlagen", sagt Stetzer über das finale Spiel am Sonntag (ab 10 Uhr in Hanau).

Doch selbst wenn das gelingen sollte, Rosbach die Saison als Tabellenvorletzter beendet und die Eintracht in die Regionalliga aufsteigt, gibt es noch eine Variable, die alles wieder auf links drehen könnte.

In der Regionalliga Südwest steht der TC Bad Homburg in der Abschlusstabelle auf dem drittletzten Platz - ein möglicher Abstiegsplatz, sollte aus der 2. Bundesliga der Wiesbadener THC (nach vier sieglosen Spielen Tabellenletzter) absteigen. Bad Homburg, dessen Topspieler Julian Lenz (Grünberg) in dieser Woche beim ATP-Turnier in Stuttgart für Furore sorgte (siehe Interview unten), sieht sich aber unrechtmäßig auf dem möglichen Abstiegsplatz.

Protest eingereicht

Bei der Partie gegen den SV Leingarten stand es nach den Einzeln 3:3, die Doppel schenkte Leingarten wegen verletzter Spieler ab. Zunächst wurde die Begegnung mit 5:4 für Bad Homburg gewertet, der THC war somit als Rangfünfter ungefährdet. Der Verdacht: Bad Homburg habe den Gästen einen Verzicht schmackhaft machen können, um sicher an Grün-Weiß Mannheim II vorbei auf Platz fünf zu ziehen. Nachträglich wurde die Partie "wegen manipulativen Eingriffs auf die Abschlusstabelle", so die Begründung, mit 3:3 gewertet - Bad Homburg rutschte wieder ab und legte Protest gegen die möglicherweise weitreichende Spielwertung ein.

Die THC-Herren seien spielbereit gewesen, bei Leingarten seien zwei Spieler verletzt und einer bereits auf dem Heimweg gewesen, lautet die Bad Homburger Begründung. "Nun sollen wir bestraft werden, während der Gegner, der nicht spielen wollte, mit einem Punkt belohnt wird", sagte THC-Sportdirektor Ralph Weißengerber.

In Rosbach müssen sie diese ganzen Nebenschauplätze ausblenden, denn all die Gedankenspiele wären erst aktuell, sollten die sie den THC Hanau hinter sich lassen. Und sollte die erste Hessenligasaison nach zwei Jahrzehnten für die Rosbacher Herren mit einem Abstieg enden, wird es trotzdem keinen großen Umbruch geben, hofft Stetzer: "Klar würden wir alle gerne weiter Hessenliga spielen. Wir verstehen uns aber alle sehr gut, deswegen möchte ich nicht ausschließen, dass wir im Falle eines Abstiegs auch in der Verbandsliga mit dieser Mannschaft antreten." Bis dahin sind aber noch einige Variablen zu klären.

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