Nuh Uslu krönt beste FV-Saisonleistung

Mag sein, dass beim FV Bad Vilbel angesichts der prekären Tabellen-Situation jedes der noch ausstehenden Verbandsliga-Pflichtspiele als Endspiel angesehen werden muss, weil im Abstiegskampf halt nur Punkte zählen. Diesbezüglich im Gastspiel beim ambitionierten Rangdritten, den vor Wochenfrist mit 2:0 gegen Liga-Leader FSV Frankfurt II siegreichen Sportfreunden aus Seligenstadt, irgendetwas zu bewirken, schien jedoch von vorneherein ziemlich aussichtslos.

Denn erstens musste FV-Coach Andreas Pfaff wegen der Ausfälle von Achim Schenk und Philipp Groda (beide verletzt) sowie Alexander Weigand (beruflich unterwegs) in personeller Hinsicht umplanen, und zweitens war den Brunnenstädtern die hohe 1:7-Vorrundenpleite, die man gegen die Mannschaft von Seligenstadts Trainer Peter Löhr am siebten September letzten Jahres zu akzeptieren hatte, gewiss noch in unangenehmer Erinnerung. Gestern Nachmittag jedoch zeigte sich wieder einmal, das Vorzeichen dieser Art zuweilen keinerlei Aussagekraft haben: Nach der bislang besten Saisonleistung siegte der FV Bad Vilbel bei der vorab hoch favorisierten Löhr-Truppe nämlich mit 1:0 (0:0), wobei einmal mehr FV-Torjäger Nuh Uslu mit seinem Volltreffer in der 47. Minute den Erfolg der Grün-Weißen zementierte.

Doch nicht nur Nuh Uslu bot seitens der Wetterauer Gäste eine tadellose Vorstellung, auch alle anderen eingesetzten Cracks im grün-weißen Dress, speziell die starke Abwehr mit den neu in die Startelf gerückten Sebastian Weigand und Tobias Klepper, wusste durch hohe Konzentration und resolutes Eingreifen hundertprozentig zu überzeugen.

Ebenso erfreulich: Steven Cue und Fatih Uslu als Abräumer vor der Viererkette sowie das variable Bad Vilbeler Offensivspiel, das Dardan Krasniqi, Mohamed Maach und Rani Buderi als technisch starkes Trio zusammen mit Nuh Uslu, der nominell einzigen Bad Vilbeler Sturmspitze, sehr durchdacht und mit vielen Varianten hervorragend zu organisieren verstanden. Etwa von einem glücklichen FV-Sieg zu sprechen, wäre deshalb völlig falsch.

"Es hat eben alles gepasst. Seligenstadt konnte sogar froh sein, nicht noch höher verloren zu haben", lobte Andreas Pfaff die Darbietungen seiner Mannschaft, der man, so der Bad Vilbeler Übungsleiter weiter, im Grunde nur einen Vorwurf machen müsse: "Nach dem Führungstreffer hatten wir etliche Konterchancen, die wir cleverer hätten nutzen können." Pfaffs Trainer-Kollege auf Seligenstädter Seite, der zunächst ziemlich sprachlose Peter Löhr, schlug, nachdem er wieder die Fassung gefunden hatte, in die gleiche Kerbe: "Bad Vilbel hat absolut verdient das bessere Ende für sich behalten, denn wir haben mit exakt der gleichen Formation, die vor Wochenfrist bei der FSV-Reserve sicher siegte, nie ins Spiel gefunden. Die Gäste-Vorteile in Sachen Raumaufteilung und Zweikampfverhalten waren 90 Minuten lang nicht zu übersehen."

Bezeichnend, dass es sich der FV sogar leisten konnte, einen Elfmeter zu verschießen, den Seligenstadts Abwehrspieler André Althaus an Dardan Krasniqi verursacht hatte (23.). Mohamed Maach führte den Strafstoß aus, schoss jedoch derart unplatziert, dass Tobias Stehling, der Keeper der Sportfreunde, ohne große Mühe parieren konnte. Und auch in der 28. Minute lag der Bad Vilbeler Führungstreffer in der Luft, fiel aber nicht, weil Seligenstadts Abwehrrecke Richter nach Krasniqis Eckball und Daniel Nymans Kopfball auf der Linie rettete. Seligenstädter Torchancen?. Weitgehend Fehlanzeige. Nur einmal, nach 17 Minuten, stockte den Grün-Weißen der Atem: Rimpler flankte flach von links, Schwalbe erwischte das Leder fünf Meter vor Bugra Dursuns Kasten, traf allerdings aus spitzem Winkel das Tor nicht. Schon zur Pause war klar: Die Rechnung der Platzherren, die Pfaff-Elf ohne großen Kraftaufwand distanzieren zu können, würde wohl nicht aufgehen.

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem Paukenschlag: Nach Dardan Krasniqis Pass in Richtung Seligenstädter Strafraum und Akmans Stockfehler reagierte FV-Goalgetter Nuh Uslu blitzschnell, zog sofort aus 14 Metern ab und traf per Aufsetzer zur Bad Vilbeler Führung ins Schwarze. Wütende Versuche der Sportfreunde, alsbald den Ausgleich zu erzielen, blieben zwar nicht aus, vermochten jedoch - weil in der Gäste-Abwehr exakt und schnörkellos gearbeitet wurde - keinerlei Flurschaden anzurichten.

Schnelle Bad Vilbeler Konter-Attacken wirkten weitaus gefährlicher, beispielsweise in der 84. und 85. Minute, als nacheinander Richter und Akman gegen den enteilenden Volkan Sungun mit rüdem Einsteigen Schlimmeres verhüteten und Seligenstadt vor einer höheren Niederlage bewahrten. Und zu guter Letzt durfte auch Bad Vilbels Torwart Bugra Dursun noch einmal zeigen, was er so drauf hat: Fiordellisis Freistoß-Hammer fischte er in der Nachspielzeit reaktionsschnell aus dem linken Dreieck und hielt somit den insgesamt siebten FV-Saisonsieg fest.

Spfr. Seligenstadt: Stehling - André Althaus, Akman, Richter, Kai Althaus (61. Franz) - Cheron, Leis, Rimpler (61. Sari), Mathias Dursun (24. Tobollik) - Fiordellisi, Schwalbe.

FV Bad Vilbel: Bugra Dursun - Nyman (89. Kakur), Britze, Sebastian Weigand, Klepper - Steven Cue, Fatih Uslu - Buderi (72. Sungun), Maach, Krasniqi - Nuh Uslu (80. Neininger).

Tor: 0:1 (47.) Nuh Uslu. - Schiedsrichter: Belodedic (Sossenheim). - Gelb-Rote Karte: Richter (85.). - Zuschauer: 120. Uwe Born

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