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Urteil nach Spuck-Attacke: Punkte gehen an den FC Karben

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Von: Christoph Sommerfeld

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Der FC Karben kann sich über drei Punkte freuen. Das Sportgericht wertet die abgebrochene Partie gegen den SV der Bosnier mit 3:0 für die Wetterauer. © Jürgen Keßler

Nach dem Abbruch in Karben wegen der Spuck-Attacke eines »Fans« gehen die Punkte an den Wetterauer Gruppenligisten. Dazu verhängte das Sportgericht eine Sperre gegen den SV der Bosnier.

(cso). Spuck-Attacken gehören zu den widerwärtigsten Übergriffen im Sport. Mit einer solchen Entgleisung hatte sich das Sportgericht des Hessischen Fußball-Verbands am Mittwochabend in Grünberg zu beschäftigen. Nach der abgebrochenen Gruppenliga- Partie zwischen dem FC Karben und dem SV der Bosnier Frankfurt sprach das Gericht nun den Wetterauern die drei Punkte zu. Die Begegnung geht mit 3:0 für Karben in die Wertung ein. Darüber hinaus wurde der SV der Bosnier mit einem Spielverbot von einem halben Monat vom 30. November bis 14. Dezember sowie mit einer Geldstrafe gemäß Paragraf 37 Nr. 1 Strafordnung belegt.

Die Partie vom 13. November war beim Stand von 4:2 für den FCK in der Schlussminute abgebrochen worden, nachdem ein Zuschauer offensichtlich den Linienrichter beschimpft und auch bespuckt hatte. Entscheidend für das HFV-Sportgericht um den Vorsitzenden Dietrich Claus Becker war die klare Zuordnung dieses Zuschauers zum Anhang des Gastvereins. »Wir konnten das durch die Beweisaufnahme klären. Der Anhänger hat den Assistenten mit der Spucke am Stutzen getroffen«, sagte Becker. Als Zeuge gehört wurden Schiedsrichter Luca Kloft, der betroffene Assistent und ein Vereinsvertreter der Bosnier.

In leichten Fällen sieht Paragraf 37 Nr. 2 lediglich das Strafmaß der Geldbuße vor. Eine Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter oder dessen Assistenten sind nach dieser Norm nicht als leichte Fälle zu beurteilen. »Das Anspucken war ein tätlicher Angriff auf den Unparteiischen«, erklärte Becker, der mit seinen Beisitzern somit über eine Spielsperre oder einen möglichen Punktabzug zu befinden hatte. »Wir haben uns in diesem Fall für das härtere Mittel des Spielverbots entschieden, hier jedoch für die geringstmögliche Dauer von einem halben Monat.« Becker gab zu verstehen, dass der SV der Bosnier sich im Rahmen der Verhandlung einsichtig und vernünftig präsentiert habe.

Das Spielverbot bedeutet, dass der Türkische SV Bad Nauheim, der am morgigen Sonntag gegen die Bosnier gespielt hätte, nun kampflos zu den nächsten Punkten kommt.

Karbens Teammanager Norbert Knödler, der in Grünberg vor Ort war, sagte: »Ich bin froh, dass die Spielsperre für den Gastverein nur den geringstmöglichen Umfang hat.«

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