Fußball

Unbesinnliche Zeit und Wortbruch-Vorwurf

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(cd). Von wegen Ruhe und Besinnlichkeit. Bei Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach arbeitet der neue Geschäftsführer Thomas Sobotzik mit Hochdruck daran, die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen und schreckt dabei auch nicht vor unpopulären Maßnahmen zurück.

So hat der 45-Jährige in den vergangenen Tagen mehr als einem halben Dutzend Akteuren mitgeteilt, dass sie bei den Kickers keine sportliche Zukunft mehr haben und daher den Verein verlassen können. Beendet wurde zudem die Zusammenarbeit mit Fitnesstrainer Basti Kliem und Teilzeit-Co-Trainer Alex Konjevic. "Die Spieler, die nicht mehr für uns spielen werden und deren Berater wissen Bescheid", sagte Sobotzik, wollte aber keine Namen nennen. Um wen es sich handelt, wird sich spätestens beim Start der Vorbereitung auf die Restsaison zeigen. Die Akteure, die bis dahin keinen neuen Klub gefunden haben, sollen nämlich nicht mehr mit den Kollegen trainieren. "Insgesamt sieben Spieler gehören nicht mehr dem Kader an", stellte der Geschäftsführer klar.

Dabei dürfte es sich um die so gut wie nicht berücksichtigten Julian Scheffler (ein Saisoneinsatz), Kevin Ikpide (4) und Bastian Kurz (6) handeln. Aber auch Matias Pyysalo (14/3 Tore) und Manolo Rodas (13/1) spielten zuletzt keine große Rolle mehr. Es soll aber auch den einen oder anderen Akteur getroffen haben, der in den jüngsten Begegnungen keineswegs geringe Spielanteile hatte. Inklusive Zugang Serkan Firat umfasst der Kader, mit dem man Stand jetzt am 11. Januar in die Vorbereitung starten würde, 18 Spieler. Mit 20 bis 21 will man in die Restsaison gehen. Diese Zahl wäre "sinnvoll", so Sobotzik.

Der zweite Winterzugang soll Tim Dierßen werden, der im Probetraining überzeugt hat. "Wir wollen ihn", gab Sobotzik zu. Der Spieler finde die Aufgabe reizvoll, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssten jedoch noch geklärt werden. Da der 23-Jährige vereinslos ist, geht es also ums Gehalt. Dierßen hatte zuletzt bei Hannover 96 unter Vertrag gestanden und dort vergangene Saison noch eines seiner insgesamt vier Erstligaspiele absolviert. Zumeist kam der einstige Junioren-Nationalspieler jedoch in der Reserve in der Regionalliga Nord zum Einsatz, wo er es in 128 Spielen auf elf Tore sowie 18 Vorlagen brachte. Er habe "eine interessante Vita" und sei flexibel einsetzbar, sagte der OFC-Geschäftsführer: "Er kann auf der Sechs, der Acht, der Zehn und auf Außen spielen."

Mattia Trianni (Reno FC/USA, zuvor VfR Aalen) und Kevin Weidlich (zuletzt Energie Cottbus), die ebenso wie Dierßen bei den Kickers vorgespielt hatten, sind laut Sobotzik hingegen keine Kandidaten für eine Verpflichtung. "Wir sind an ein paar Spielern interessiert, bei denen aber offen ist, ob sich das realisieren lässt. Der Transfermarkt im Winter ist sehr schwierig."

Schwierig ist seit der Firat-Verpflichtung auch das Verhältnis zum Ligakonkurrenten und Nachbarn FC Bayern Alzenau. Die Unterfranken werfen den Kickers Wortbruch vor. Es habe nämlich die Zusage gegeben, im Winter keine Spieler aus Alzenau zu holen. Der OFC-Geschäftsführer will sich mit den Vorwürfen "nicht beschäftigen. Das ist es nicht wert". Er betonte aber: Man habe nicht agiert, sondern sei erst tätig geworden, als der Spieler im Verbandsportal DFBnet von Alzenau "freigeschaltet" wurde. "Er war damit auf dem Markt und wurde auch von anderen Vereinen kontaktiert", so Sobotzik.

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