Umschwung kommt zu spät

(ole). Am Samstagabend empfingen die Landesliga-Handballer der TG Friedberg Aufsteiger TGS Langenhain in eigener Halle. Für die TG galt es einiges wieder gut zu machen, nachdem sie einen mehr als schlechten Auftakt bei der TG Kastel hatten. Aber auch diese Ziel wurde verfehlt, nach der 27:28 (7:13)-Heimniederlage muss man den Saisonstart als missraten bezeichnen.

Es ging genauso weiter, wie es in der Woche davor geendet hatte. Die Friedberger verschliefen erneut den Start und ermöglichten den Gästen einfache Tore. Auch im Angriff fanden die Friedberger nur wenige Wege durch die TGS-Abwehrreihen. Und wenn sie dann frei vorm Tor standen, scheiterten sie oftmals am gut aufgelegten Langenhainer Torhüter. So dauerte es nicht lange und TG-Trainer Jezewski nahm nach zwölf Minuten beim Stand von 1:6 (!) die erste seiner drei Auszeiten, um die Mannschaft wieder auf die rechte Bahn zu bringen.

Nach dem Time-Out stabilisierte sich die Abwehr etwas, im Angriff traf man öfters ins Tor und schaffte es so, auf drei Tore ran zu kommen (6:9, 25.). Dieser Aufwind hielt aber nicht lange an, da die TG sich selbst immer wieder mit Zeitstrafen schwächte. Die Langenhainer nutzten eine zeitweilige dreifache Unterzahl der Kreisstädter aus und zogen mit 13:7 in die Pause ein.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten wieder die Gäste und bauten ihre Führung kontinuierlich aus. Wenn die TG mal am Ball war, scheiterte sie mit inkonsequenten Würfen am Torhüter. Drei verworfene Siebenmeter und etliche erfolglose Tempogegenstöße sprechen hier für sich.

Als TG-Coach Tomasz Jezewski in der 44. Spielminute seine letzte Auszeit nahm, änderte sich plötzlich alles. Die TG Friedberg zeigte ein komplett neues Gesicht und kämpfte auf einmal um jeden Ball. Der eingewechselte A-Jugend-Torhüter Fynn Merten zeigte eine überragende Leistung und beflügelte so die ganze Mannschaft. Auch im Angriff hatten vor allem Marco Zinnel und Benedikt Ploner immer wieder Mut zur Lücke und brachten die Gastgeber in einen wahren Rausch. Innerhalb von nur elf Minuten schafften es die Friedberger, von einem Neun-Tore-Rückstand auf ein 24:25 in der 56. Minute ran zu kommen. Die komplette TGF wirkte wie ausgewechselt und hatte den verloren geglaubten Sieg wieder vor Augen. Jedoch schafften sie es nicht, den Sack zuzumachen und mussten sich so am Ende beim 27:28 knapp mit einem Tor geschlagen geben.

"Wenn wir nicht jedes Spiel 100 Prozent geben, werden wir es ganz schwer haben in der Landesliga", warnte der Friedberger Übungsleiter Tomek Jezewski.

TG Friedberg: Balazs, Merten; Durchdewald, Zinnel (4), Ploner (6), Sattler, Reeb, Petrosanec (8), Cadar (2/1), Seibert, Vlad (5/1), Kiel (1).

TGS Langenhain: Biermann, Scheffer; Schwarz, Bocklet (3/1), Loyal (8), Dörrhöfer (9/5), Ginter (3), Leitner, Henritzi, Zapototschny (3), Brauer (2), Roth.

Steno / Schiedsrichter: Kerth/Knodt. - Siebenmeter: 5/2:9/6. - Zeitstrafen 10:10 Minuten. - Disqualifikation: Henritzi (53.). - Zuschauer: 200.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare