Umbruch bringt frischen Wind nach Frankfurt

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(mka). Rylan Schwartz, erste Neuverpflichtung des Eishockey-Zweitligisten Löwen Frankfurt zur nächsten Runde, hatte sich mit geschickt selbst zusammengebasteltem Foto vorgestellt, auf dem er neben einem waschechten Löwen in freier Wildbahn grüßte, Tomas Sykora, der zweite neue Stürmer, mit einem ähnlich bearbeiteten Selbstporträt mit Löwe im Hintergrund nachgezogen.

Im Fall von Kevin Maginot nun war das Bild zur Vollzugsmeldung in der vergangenen Woche ein ganz normales, schlicht in Eishockeymontur, aber in Frankfurter Farben. Jetzt haben die Löwen Frankfurt den Deutschkanadier Ryon Moser vor einem Löwen-Denkmal in Szene gesetzt.

Nun, da es noch knapp zwei Monate sind bis zum Start der Vorbereitungen auf dem Eis und noch eineinhalb weitere bis zum Saisonbeginn in der DEL 2, formiert sich das Löwen-Rudel langsam, und einen neuen Anführer hat es mit dem vor rund drei Wochen vorgestellten Headcoach Bo Subr auch gefunden. Mehr als jedes zweite Gesicht wird ein neues sein, aus dem alten Kader keiner außer den bisherigen elf Weiterverpflichtungen hinzukommen - ausgenommen allerhöchstens den bisherigen Kapitän Adam Mitchell, für den noch ein Hintertürchen offen stehen könnte.

Fast schon komplett sind die Abwehrreihen: Zu Max Faber, Kyle Sonnenburg, Marius Erk, dem jungen Daniel Wirt, dem noch jüngeren Christian Obu und Maginot soll noch ein routinierter ausländischer Verteidiger stoßen, der Vertragsabschluss steht kurz bevor. »Wir haben einen größeren Umbruch und kriegen schon frischen Wind rein. Dadurch, dass wir doch ein paar Abgänge hatten, wollen wir aber auch Erfahrung dazu haben«, betont Fritzmeier.

Dabei wird diesmal nur eine von vier zulässigen Planstellen für Spieler ohne deutschen Pass in der Abwehr vergeben statt wie zuletzt zwei. Nicht an Kyle Wood, der Kanadier zieht weiter. »Mit Sonnenburg und Erk haben wir zwei harte Arbeiter, mit Faber und Maginot offensivere Spieler«, sieht Fritzmeier die hinteren Reihen gut aufgestellt, ergänzt durch Talent und Routine.

Zwischen den Pfosten sieht es ähnlich aus. Zu Bastian Kucis und dem jungen Jonas Gähr, die unter Löwen bleiben, soll sich ein Torwart bestmöglich mit Erfahrung und deutschem Pass gesellen. Gelingt das, können wie geplant drei ausländische Stürmer angeheuert werden - wobei da das Casting noch komplett offen ist. »Wir wollten bei den Import-Positionen für ausländische Spieler bewusst etwas warten und zuerst die deutschen klar machen. Zumal das auch vom Torwart abhängt«, sagt Fritzmeier.

Kretschmann und Buchwieser gehen

Abgesehen von möglicherweise drei Import-Stürmern ist man auch in den Angriffsreihen schon recht weit, zumindest hinter den Kulissen. Neben dem Deutsch-Kanadier Schwartz und dem Deutsch-Slowaken Sykora, dessen Onkel Otto als technisch feiner Stürmer aus Eintracht-Zeiten in guten Frankfurter Erinnerungen ist, konnte Ryon Moser verpflichtet werden. Manuel Strodel und Alexej Dmitriev bleiben wie die Talente Darren Mieszkowski. Ein weiterer, noch nicht genannter U-24-Spieler steht ebenfalls bereits unter Vertrag, das verriet Fritzmeier bei der Subr-Vorstellung. In der Gerüchteküche gehandelt wird da der aus Heilbronn bekannte Pierre Preto. Christian Kretschmann verlässt die Löwen, ebenso wurde die Trennung von Martin Buchwieser bekannt.

»Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir erstmal mit drei Torhütern, sieben Verteidigern und zwölf Stürmern starten«, sagt Fritzmeier. Es werde schließlich ein langer Sommer. Zudem startet die erstklassige DEL früher, vielleicht fällt oben ja noch der eine oder andere junge Spieler durch - für den Frankfurt dann sicher eine gute Adresse wäre.

Da die Regeln der zweiten Klasse pro Spieltag nur 15 Spieler über 24 Jahren zulassen, sind diese Stellen eigentlich schon belegt, das war gar nicht so leicht. »Ich hätte in Corona-Zeiten gedacht, die Gehälter gehen runter, aber das Gegenteil ist der Fall«, hat Fritzmeier festgestellt: »Die Preise steigen, auch bei uns. Wir haben einen kleineren Kader, investieren aber mehr in die Spitze, im Rahmen der Möglichkeiten.« Die ganze Liga investiere »unglaublich viel Geld«, nicht nur Landshut, Ravensburg oder Kassel.

Dass die Löwen wegen Formfehlern bei den Bewerbungen aus Kassel und Dresden nach jetzigem Stand als einzige aufsteigen können, ist so kein Freifahrtschein. Schließlich müssen sie dafür trotzdem Meister werden - und das wollen, schließt Fritzmeier aus seinen Erfahrungen auf dem Transfermarkt, sechs, sieben andere Teams auch. Aufstieg um jeden Preis? Davon kann in Frankfurt keine Rede sein. Die Basis für den nächsten Anlauf aber ist gelegt. Und einen guten Schuss Spielwitz bringt der eine oder andere Neue offenbar mit. Zumindest wenn es um zusammenmontierte Fotogrüße geht.

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