Eishockey

U20-WM: Ein historisches Debakel für Deutschland

  • vonDPA
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Die deutsche U20-Nationalmannschaft ist mit zwei Niederlagen in die Weltmeisterschaft gestartet. Gegen Kanada gab’s eine Niederlage von historischem Außmaß.

Die deutschen Eishockey-Junioren haben auch ihr zweites Spiel bei der U20-Weltmeisterschaft in Edmonton verloren und dabei ein Debakel erlebt. Das nach etlichen Corona-Infektionen noch dezimierte Team war am Samstag (Ortszeit) ohne Chance gegen Gastgeber Kanada und unterlag 2:16 (1:4, 0:7, 1:5). Für eine deutsche U20-Nationalmannschaft war dies seit Dezember 1985 die höchste Niederlage bei einer Weltmeisterschaft. Damals war man Kanada mit 2:18 unterlegen. Zum Turnier-Auftakt hatte es nur 24 Stunden vorher ein achtbares 3:5 gegen Finnland gegeben.

Auch gegen Kanada konnten nur 14 Feldspieler auflaufen, darunter die Verteidiger Simon Gnyp, Maxilimian Glötzl und Stürmer Julian Chrobot, die in dieser Saison per Förderlizenz von DEL-Klub Kölner Haie bereits beim EC Bad Nauheim eingesetzt worden sind. U20-Bundestrainer Tobias Abstreiter fehlte in Abwehr und Angriff jeweils eine komplette Reihe. So machte sich im Verlauf der Partie die Müdigkeit immer stärker bemerkbar. Die Treffer gegen den Titelverteidiger schossen John Peterka (14.) und Florian Elias (60.). Die Kanadier hatten fast ausnahmslos NHL-Erstrundenpicks im Kader. Die deutschen Torhüter Arno Tiefensee (Heilbronn) und Jonas Gähr (Frankfurt/ab der 21. Minute) konnten die Torflut nicht eindämmen.

"Man hat deutlich gemerkt, dass es das zweite Spiel innerhalb von 24 Stunden war und dass die Mannschaft zum Großteil zehn Tage ohne Training gewesen ist. So ist die Niederlage auch in der Höhe zu erklären", sagte DEB-Sportdirektor Christian Künast in einer Mitteilung des Deutschen Eishockey-Bundes nach der Partie. Tobias Absteiter, der Trainer, ergänzte: "Es war ein richtig schlechtes Spiel von uns. Es hat überhaupt nichts geklappt, wir waren viel zu weit weg. Auf dem Level wird es dann sehr schwer. Normalerweise ist eine Niederlage kein Problem, aber das war schon frustrierend. Aber wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Es ist wichtig, dass die Jungs nun auch eine Antwort parat haben."

Weitere Vorrundengegner sind in der Nacht zum Dienstag die Slowakei (3.30 Uhr (MEZ/live bei MagentaSport) sowie zwei Tage später die Schweiz. Abstreiter hofft, nach abgelaufener Quarantäne dann wieder mehr Spieler zur Verfügung zu haben. Ein Sieg aus den ausstehenden beiden Gruppenspielen könnte zur erhofften Viertelfinal-Qualifikation reichen.

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