1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Türk Gücü wankt, fällt aber nicht

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

(mw) Am Ende jubelte wie erwartet und zum fünften Mal in Serie Türk Gücü Friedberg beim Friedberger Stadtpokal. Doch der Weg zum Turniersieg dauerte länger, als es der mindestens zwei Klassen große Unterschied zur Konkurrenz (Neu-Gruppenligist Fauerbach schickte zumeist die B-Elf) hätte vermuten lassen. Für Unruhe sorgte unterdessen die Spielabsage des FCO Fauerbach.

Der müde Verbandsligist wurde im Finale auf dem Sportgelände in Ossenheim unter der Regie von Jubilar Türk Gücü Friedberg (25 Jahre) hart gefordert. Bis ins Elfmeterschießen zwang die Schneider-Elf den Aufsteiger auf dessen »Heimspielfeld«, doch dort setzte sich Türk Gücü mit 5:3 durch. Erstmals starteten neun Vereine beim Turnier um die »Meisterschaft« unter den Kreisstädtern, doch gleich drei Spielabsagen trübten die Freude von sämtlichen Beteiligten.

+++ Zur Bildergalerie

Gruppe 1

SV Ockstadt – VfB Friedberg 0:8, FSV Dorheim – Emekspor Friedberg 2:0, SV Ossenheim – FSV Dorheim 0:8, VfB Friedberg – Emekspor Friedberg 3:1.

Emekspor Friedberg – SV Ossenheim gewertet 3:0: Da die Ossenheimer nicht genügend Personal zusammenbekamen, wurde das Turnierspiel mit 3:0 für Emekspor gewertet. Um dennoch Zuschauer auf dem Sportgelände in Ossenheim zu halten, spielten beide Teams (der SVO mit Emekspor-Anleihe) eine Testpartie gegeneinander.

VfB Friedberg – FSV Dorheim 3:0 (0:0): Der FSV hielt lange das Remis, ehe kurz nach der Halbzeit David Clement (28.), Patrick Schütz (34.) und Malte Strothmann (36.) zum 3:0 für den VfB trafen. Der Dorheimer Avdush Aliju sah drei Minuten vor Schluss wegen einer Unsportlichkeit am Gegenspieler »Rot«.

1. VfB Friedberg 14:1 9

2. FSV Dorheim 10:3 6

3. Emekspor Friedberg 4:5 3

4. SV Ossenheim 0:19 0

Gruppe 2

Türk Gücü Friedberg – SV Ockstadt 7:0, FCO Fauerbach – Blau-Gelb Friedberg 1:1, SV Bruchenbrücken – FCO Fauerbach 0:0, Blau-Gelb Friedberg – SV Ockstadt 1:1, Türk Gücü Friedberg – SV Bruchenbrücken 4:0, FCO Fauerbach – SV Ockstadt 0:0.

Türk Gücü Friedberg – Blau-Gelb Friedberg 3:0 (2:0): Die »Buntigen« wehrten sich nach Kräften und kassierten nur zwei Tore aus dem Spiel heraus. Celil Günay schnürte den Doppelpack (15./43.), während Cyril Ngolumuo vom Elfmeterpunkt traf (21.).

SV Ockstadt – SV Bruchenbrücken 0:2 (0:1): Die Germanen boten nur zwölf Mann im Kader auf und mussten früh verletzungsbedingt wechseln. Daniel Riess (24.) und Maximilian Mück (HE/47.) schossen den verdienten »Dreier« heraus.

Türk Gücü Friedberg – FCO Fauerbach 7:1 (2:1): Gegen eine top besetzte Mannschaft des Gastgebers hatte die Reserve der Olympia keine Chance. Markus Pioch traf zunächst auf beiden Seiten (6./7.), ehe Alexander Clark mit dem Halbzeitpfiff das 2:1 für Türk Gücü markierte (25.). Nach der Pause zielten Celil Günay (28.), Bünyamin Yaya (40.), Patrick Berschick (41.), Ben Kuitche (44.) und Adrian Saletnik (49.) genau.

Blau-Gelb Friedberg – SV Bruchenbrücken 0:1 (0:1) : Durch die Fauerbacher Niederlage war der SVB bereits vor der Partie für das Halbfinale qualifiziert. In vier Spielen gegen ausschließlich klassenhöhere Vereine musste Blau-Gelb nur sechs Gegentore hinnehmen und verdiente sich damit eigentlich das Spiel um Platz sieben. Benjamin Krätschmer traf für die Bärenschweizer (12.).

1. Türk Gücü Friedberg 21:1 12

2. SV Bruchenbrücken 3:4 7

3. FCO Fauerbach 2:8 3

4. Blau-Gelb Friedberg 2:6 2

5. SV Ockstadt 1:10 2

Halbfinale

Türk Gücü Friedberg – FSV Dorheim 11:0 (4:0): Die Spielzeit wurde in den K.o.- und Finalspielen auf zweimal 30 Minuten Minuten verlängert. Dies nutzte der Verbandsligist, um einen zweistelligen Erfolg gegen den B-Ligisten einzufahren. Marc Witte (1.), Alit Usic (9./12./45.), Adrian Saletnik (19.), Oguz Akkas (31.), Patrick Berschick (37.), Alexander Clark (38./43.) und André Stoss (50./52.) sorgten für das Schützenfest.

VfB Friedberg – SV Bruchenbrücken 2:5 (1:1/1:1) nach Elfmeterschießen: Während Benjamin Krätschmer in der regulären Spielzeit per Strafstoß an Marco Kästle im VfB-Tor scheiterte (30.), machten es die Bruchenbrückener im Elfmeterschießen besser: vier Versuche, vier Treffer – durch Chris Sieber, Daniel Riess, Maximilian Mück und Sebastian Böck. Lukas Nesgen verwandelte für den VfB. Für das 1:1 nach 60 Minuten zeichneten Sven Pschierer für den VfB (2.) und Maximilian Mück für den SVB (6.) verantwortlich.

Spiel um Platz sieben

Blau-Gelb Friedberg – SV Ossenheim gewertet 3:0.

Spiel um Platz fünf

Emekspor Friedberg – FCO Fauerbach gewertet 3:0.

Spiel um Platz drei

VfB Friedberg – FSV Dorheim 3:0 (2:0): Der VfB war die bessere Mannschaft, Dorheim verkaufte sich allerdings im Rahmen seiner Möglichkeiten gut. Nachdem Fedler nur den Pfosten traf, setzte Daniel Fiedler nach und zirkelte das Leder aus 16 Metern zum 1:0 für den VfB in die Maschen (19.). Fiedler traf auch zum 2:0, nachdem er sich im Zweikampf gegen Regner energisch durchgesetzt hatte. Dorheim forderte hier den Pfiff des Schiedsrichters – dieser blieb aus, Fiedler marschierte und vollendete (26.). Nachdem Breitbach im Strafraum gefoult worden war, verwandelte Lukas Nesgen den Foulelfmeter zum 3:0 (52.).

Finale

Türk Gücü Friedberg – SV Bruchenbrücken 6:4 (1:1/1:1) nach Elfmeterschießen: Bereits in der zweiten Minute flankte André Stoss in den Strafraum, und Maximilian Mück misslang per Kopf ein lupenreines Eigentor. Die Begegnung schien damit den erwarteten Verlauf zu nehmen, doch Türk Gücü war nicht konsequent genug. Sie ließen zu, dass Bruchenbrücken auf Augenhöhe agierte. Nach einer schönen Sieber-Flanke köpfte Till Macker gegen die Laufrichtung von Türk Gücü-Schlussmann Koc – 1:1 (20.). Mit zunehmender Spieldauer merkte man dem Verbandsligisten an, dass sie bereits am Vormittag ein schweres Spiel gegen den Gruppenliga-Topfavoriten FC Kalbach bestritten hatten (0:0). Bruchenbrücken kam zu Chancen, nutzte dieser aber nicht – zumal Kamber Koc stets auf der Höhe war. Krätschmer (47.), Manuel Riess (65.) und erneut Krätschmer (67.) vergaben in den 80 Minuten, wobei sich in der 20-minütigen Verlängerung auch Andreas Mehnert im SVB-Kasten bei einem Schuss von Emre Yasaroglu auszeichnete (70.). »Wir hätten es in der regulären Spielzeit entscheiden können«, ärgerte sich SVB-Trainer Stefan Schneider, der mit dem Abschneiden beim Stadtpokal insgesamt zufrieden war. Can (58.) und Günay (63.) schossen für Türk Gücü knapp vorbei. Die Elfmetertore: 2:1 Ngolumuo, 2:2 Mück, 3:2 Can, 3:3 Böck, 4:3 Witte, 5:3 Pioch.

Am Rande des Stadtpokals sorgte die Spielabsage des FCO Fauerbach für Unruhe. Hier unser Einwurf unter der Überschrift »Kein olympischer Geist der Olympianer« sowie darunter die Stellungnahme von FCO-Trainer Berthold Vetter:

Den Unmut der Zuschauer, der anderen beteiligten Vereine und der Turnierleitung zog sich am Finaltag der FCO Fauerbach zu. Erst rund eine Stunde vor dem Spiel um Platz fünf sagten die Olympianer aufgrund von Personalmangel ab, für diese Partie hatte sich der FCO qualifiziert. Yasin Cirak von der Türk Gücü-Turnierleitung störten dabei gleich mehrere Dinge. »Ein Spieler von Fauerbach hat uns abgesagt. Erstens war dies sehr kurzfristig, und zweitens hätten wir eine Absage durch einen Vereinsverantwortlichen erwartet. Mehrere FCO-Vertreter waren allerdings auf unseren Anruf hin nicht zu erreichen. Dieses Verhalten können wir als Ausrichter nicht nachvollziehen«.

Pikant sind an der Absage ebenso gleich mehrere Dinge. Zum einen sind die Fauerbacher ein gut aufgestellter Verein, der gerade in die Gruppenliga aufgestiegen ist und sich durch seine Vereinspolitik im Fußballkreis Friedberg einen guten Namen gemacht hat. Zum zweiten hatten die Olympianer in der vergangenen Woche gleich bei drei (!) Turnieren gemeldet. Neben dem Stadtpokal schickte Trainer Berthold Vetter seine Teams auch in Lindheim und Kilianstädten an den Start. Auch im Schönecker Stadtteil wurden die Fauerbacher als aufstrebender Verein und Neu-Gruppenligist über das Mikrofon angekündigt – es folgte eine Vorrunde mit keinem geschossenen Tor und ein Elfer-Sieg im Platzierungsspiel am Sonntagnachmittag (!).

Auf dem Sportgelände in Ossenheim herrschte nahezu zeitgleich gähnende Leere, denn auch die Partie um Platz sieben war bereits abgesagt worden. Vor Ort waren jedoch Spieler und Verantwortliche von FCO-Gegner Emekspor Friedberg, Schiedsrichter sowie einige Fauerbacher Anhänger, die – nachdem sie den Eintritt bereits bezahlt hatten – frustriert auf die zwei verbliebenen Platzierungsspiele warteten. Türk Gücü Friedberg entgingen somit am Finaltag trotz sehr guter Organisation Einnahmen an der Eintritts- und in der Verköstigungskasse.

Bürgermeister Michael Keller zeigte sich bei der Siegerehrung ebenso »not amused«. »Wir als Stadt wollen, dass alle Vereine ihre angesetzten Spiele austragen«, sagte der Rathauschef. Die Olympianer zeigten damit keinen olympischen Fair-Play-Geist – und dürften sicherlich nicht auf Nachahmer im kommenden Jahr hoffen, denn dann ist der FCO Fauerbach Ausrichter des Stadtpokals.

Michael Wiener

Ich übernehme die Verantwortung

zur Spielabsage des FC Olympia Fauerbach beim Friedberger Stadtpokal

Hiermit entschuldige ich mich beim diesjährigen Ausrichter des Friedberger Stadtpokals, Türk Gücü Friedberg, für das Nichtantreten meiner Mannschaft zum Platzierungsspiel am letzten Sonntag.

Um einen Image-Schaden für meinen Verein, den FC Olympia Fauerbach, abzuwenden, übernehme ich persönlich die Verantwortung für diese Maßnahem, da ich alleine für die Planung der Vorbereitung zuständig bin.

Aufgrund der Größe meines Kaders habe ich der Mannschaft die Teilnahme an drei Turnieren gleichzeitig zugetraut und musste im Nachhinein feststellen, dass durch kurzfristigen Urlaub, Verletzungen, Studium und Nichtvorliegen von Spielgenehmigungen dies nicht zu bewältigen war.

Auch erfahrene Trainer unterliegen gelegentlich solchen Fehlern, und ich gelobe Besserung – in der Hoffnung auf weiterhin gute Zusammenarbeit mit den Friedberger Fußballvereinen.

Berthold Vetter, Trainer des FCO Fauerbach

Auch interessant

Kommentare