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Türk-Gücü-Trainer Dörner: »Müssen enorm zulegen«

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Klaus Dörner, Trainer von Türk Gücü Friedberg, redet im WZ-Interview Klartext und erklärt unter anderem, warum drei Spieler (darunter Tufan Tosunoglu) nicht mehr im Kader des Fußball-Verbandsligisten stehen.

(mw) 3:5 gegen Ober-Roden, 3:4 in Ginsheim und 1:3 gegen den FCA Darmstadt. Dazu der Absturz auf den letzten regulären Tabellenplatz, der SSV Lindheim nimmt nicht mehr am Spielbetrieb teil. Türk Gücü Friedberg stand am vergangenen Samstag gegen die Spvgg. Neu-Isenburg gewaltig unter Druck, die Negativserie zu beenden; zumal es nach der Osterpause zunächst gegen drei Teams aus der oberen Tabellenhälfte (Wald-Michelbach/6., Alsbach/5., Dreieich/2.) geht. Doch der heimische Verbandsligist zeigte Moral, drehte gegen Neu-Isenburg den 0:1-Pausenrückstand und gewann schließlich mit 3:1. Das Ende aller Sorgen bei den Kreisstädtern, bei denen Trainer Klaus Dörner das Amt zur Jahrenswende übernommen hatte? Mitnichten, zumal das rettende Ufer trotz des Sprungs auf Platz 14 nach aktuellem Stand noch mindestens drei Punkte weg ist. Im Interview mit dieser Zeitung spricht Dörner über die Defizite seines Teams, die Niederlagenserie nach dem gelungenen Auftakt gegen Urberach (4:3) und warum zuletzt gleich drei Spieler keine Berücksichtigung mehr im Kader fanden.

Klaus Dörner, Ihr Team hat am Wochenende in einer Halbzeit drei Tore gegen die stärkste Abwehr der Liga erzielt, dazu gegen den Tabellendritten nur ein Gegentor zugelassen – die bisher beste Defensivleistung nach 15 Gegentreffern in den vier Partien unter Ihrer Regie.

Klaus Dörner: Die Mannschaft hat viel Potenzial. Wenn wir diszipliniert nach hinten arbeiten, werden wir unsere Punkte noch holen. Wie auch gegen Neu-Isenburg. Denn vorne sind wir immer für ein Tor gut. Drei Treffer zuletzt zeigen, dass wir Qualität haben. Wir können nur als Team die Liga halten. Das haben wir zuletzt zu wenig gezeigt. Gegen Ober-Roden dürfen wir eine 2:0-Führung nicht aus der Hand geben, gegen Ginsheim waren wir zu blöd und gegen Darmstadt nicht diszipliniert genug.

Sie sprechen mehrfach die Disziplin an. Salih Yasaroglu, Tufan Tosunoglu und Firat Can standen zuletzt nicht im Kader. Was sind die Gründe?

Dörner: Von Salih haben wir uns in beidseitigem Einvernehmen getrennt. Tufan hat gegen Darmstadt auf der Bank gesessen und wollte nicht eingewechselt werden. Nach etwas Gezeter kam er dann doch rein. Ich habe ihm aber gesagt, dass es so nicht geht. Er wird nicht mehr für uns spielen. Firat hat sich aus Solidarität angeschlossen. Er ist hier im Spielerrat gewesen – eine solche Reaktion kann ich nicht verstehen.

Ihr ohnehin schon nicht üppiger Kader ist damit ganz schön ausgedünnt.

Dörner: Als ich im Winter gekommen bin, war alles in Ordnung. Wir hatten eine gute Vorbereitung, die Spieler haben mitgezogen und wir sind mit einem Sieg gestartet. Jetzt gibt es unzufriedene Spieler, die Trainingsbeteiligung ist mies. Konditionell, spielerisch und taktisch müssen wir enorm zulegen.

Dennoch hat Ihre Mannschaft Neu-Isenburg mit einer Leistungssteigerung nach der Pause besiegt. Wie sehen Sie die Chancen auf den Klassenerhalt?

Dörner: Wir können nur als Team drinbleiben. Aber ich glaube dran und traue es der Mannschaft zu. Ich bin kein Berufsoptimist, aber wir haben das Zeug zum Klassenerhalt. Wir haben bewiesen, dass wir schnell und direkt spielen sowie taktisch diszipliniert auftreten können. Das müssen wir öfter abrufen. Dann halten wir die Klasse.

***

Das Restprogramm von Türk Gücü Friedberg (in Klammern die aktuelle Platzierung):

11. April: Wald-Michelbach (A/6.)

18. April: Alsbach (H/5.)

24. April: Dreieich (A/2.)

2. Mai: Bad Vilbel (H/10.)

10. Mai: Kickers Offenbach II (A/11.)

17. Mai: Rot-Weiß Frankfurt (A/1.)

23. Mai: Somborn (H/15.)

31. Mai: Urberach (A/16.)

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