Savas Yasaroglu greift sich an den Kopf: Fünf seiner Spieler wurden am Sonntag vorzeitig des Feldes verwiesen.
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Savas Yasaroglu greift sich an den Kopf: Fünf seiner Spieler wurden am Sonntag vorzeitig des Feldes verwiesen.

Türk Gücü zu sechst zum Remis

Von jenen sechs Verbandsliga-Teams, die im Gesamtklassement vor Aufsteiger Türk Gücü Friedberg rangieren, war es bislang lediglich Spitzenreiter VfR Bürstadt vergönnt, TG-Coach Savas Yasaroglu und seiner Mannschaft die Punkte abzujagen. Am Wochenende holten sie einen Punkt in Frankfurt - und das mit zum Schluss nur noch sechs Spielern.

Alle anderen Klubs des oberen Tabellendrittels – Oberrad (1:3, 0:1), Ober-Roden (1:2), Rot-Weiß Frankfurt (0:1), Bad Vilbel (0:2) und Neu-Isenburg (0:1, 0:0) – hatten gegen die Kreisstädter angesichts von summa summarum sechs Niederlagen und einem Remis nicht viel zu bestellen. So gesehen, durfte sich die Yasaroglu-Elf also auch in der Rückrunden-Partie gegen den aktuellen Rangdritten Rot-Weiß Frankfurt berechtigte Hoffnungen auf Zählbares machen. Gesagt, getan. Der heimische Verbandsligist holte auf dem Ossenheimer Sportgelände gegen die Rot-Weißen ein 1:1 (1:0)-Remis und bestätigte somit seine bislang so tolle Bilanz gegen Vereine der Spitzengruppe.

Das Ungewöhnliche an diesem Unentschieden: Die Platzherren beendeten die Partie mit lediglich noch sechs Spielern, weil sich Referee Johannes Frohnapfel (Neuhof) aus für einen Großteil der rund 150 Zuschauern teils nicht nachvollziehbaren Gründen genötigt sah, zwischen der 45. und 94. Minute gegen nicht weniger als fünf Türk Gücü-Akteure drei Mal Gelb-Rot und zwei Mal Rot zu zeigen.

Kein Wunder, dass TG-Trainer Savas Yasaroglu auf den Unparteiischen nicht gut zu sprechen war: »Was der Schiedsrichter gepfiffen hat, verstößt glatt gegen die guten Sitten des Amateurfußballs.« Zwischen den eigenen und den Frankfurter Spielern habe es zu keiner Zeit der Partie nennenswerte Reibereien gegeben: »Und dann stellt er uns fünf Mann vom Platz. So etwas habe ich noch nicht erlebt.« Dafür, dass unter solchen Bedingungen ein Teilerfolg herausgesprungen sei, verdiene die Mannschaft höchsten Respekt: »Alle haben gekämpft wie die Löwen«.

Dass diese Begegnung einen derart kuriosen Verlauf nehmen würde, war bis kurz vor der Pause nicht erkennbar. Man agierte auf Augenhöhe, neutralisierte sich bereits im Mittelfeld und ließ hinten nur selten etwas anbrennen. Lediglich Friedbergs Mittelfeldspieler Ugur Ürün fand in der 32. Minute eine Lücke und brachte seine Farben nach Menderes Yasaroglus exakten Diagonalpass per Schrägschuss nach vorne. Kurz vor Ablauf der ersten Hälfte, in der 44. Minute, eröffnete Referee Frohnapfel das einseitige Kartenspiel: Gelb-Rot für Menderes Yasaroglu, der gemeckert haben soll.

Es folgte Rot für TG-Innenverteidiger Cyril Ngolumuo wegen groben Foulspiels. Man notierte die 68. Minute – angesichts doppelter Unterzahl spitzte sich die Lage für die Platzherren langsam, aber sicher dramatisch zu. Logische Konsequenz war der Frankfurter 1:1-Ausgleich, für den Özkan Ucar nach 73 Minuten mittels Kopfball auf Sabics Flanke verantwortlich zeichnete. Der nächste Gäste-Volltreffer schien nur eine Frage der Zeit zu sein, doch nichts dergleichen geschah.

Türk Gücü Friedberg beschränkte sich ausschließlich aufs Verteidigen – Frankfurt fand kein probates Mittel, diesen Sperrriegel zu knacken. Daran änderte die Tatsache, dass in der Schlussphase mit Außenverteidiger Markus Pioch und Keeper Kamber Koc (jeweils Gelb-Rot nach Foulspiel und Rempler) sowie Mittelfeldspieler Alit Usic (Rot, weil er mit der Pfeiferei des Schiedsrichters nicht einverstanden war) weitere drei Türk Gücü-Spieler vorzeitig das Feld räumen mussten, gar nichts.

Jedenfalls hielten die Friedberger das Remis bis zum Ende der fast zehnminütigen Nachspielzeit fest und durften sich durchaus als moralische Sieger einer durch übertriebene Entscheidungen des Spielleiters aus den Fugen geratenen Verbandsliga-Partie fühlen.

Türk Gücü Friedberg: Kamber Koc – Pioch, Clark, Ngolumuo, Witte – Saletnik, Firat Can – Ürün (69. Mamoum), Menderes Yasaroglu, Usic – Berschick (57. Arikan/83. Balaj).

Rot-Weiß Frankfurt: Fromm, Sabic, Mus, Matovic (46. Barnes), Janik, Akgöz (67. Abdel-Gjani), Gültekin, Lundy, Petkanas, Gusic, Ucar.

Steno: Tore: 1:0 (32.) Ürün, 1:1 (73.) Ucar. – Schiedsrichter: Johannes Frohnapfel (Neuhof). – Gelb-Rote Karten: Menderes Yasaroglu (44.), Pioch (82.), Kamber Koc (94.). – Rote Karten: Ngolumuo (68.), Usic (94.). – Zuschauer: 150. Uwe Born

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