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Torwart Robert Cue macht sich lang: Neun Jahre nach seinem letzten Hessenliga-Spiel feiert der Torwart ein Comeback in der fünften deutschen Liga.

Fußball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Warum Robert Cue sein Hessenliga-Comeback feierte

Türk Gücü Friedberg hat nach fünf Spielen ohne Niederlage wieder verloren. Beim Spiel bei der SG Barockstadt feiert Robert Cue sein Hessenliga-Comeback.

(ace). Eine Halbzeit lang überzeugte Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg am Samstagnachmittag beim souveränen Tabellenführer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz durch defensive Stabilität, doch nach dem ersten Gegentreffer konnten die Männer von Trainer Carsten Weber der hohen Intensität und spielerisch ansprechenden Vorstellung des Aufstiegsanwärters nichts mehr entgegensetzen. Folglich setzten sich die Osthessen mit 3:0 (0:0) durch und beendeten die Friedberger Serie von fünf ungeschlagenen Spielen in Folge.

Gegenüber dem torlosen Remis vor acht Tagen gegen Viktoria Griesheim musste Friedbergs Coach drei Änderungen vornehmen. Spielmacher Erdinc Solak fiel verletzt aus. Das traf dann auch auf Verteidiger Ricardo Marra zu, der zwar zunächst auf dem Spielberichtsbogen vermerkt war, aber beim Aufwärmen passen musste. Neu in der Startformation waren Alit Usic und Dorian Miric und auch auf der Torhüterposition musste Weber improvisieren: Stammtorhüter Tolga Sahin fiel wegen der Teilnahme an einer Trauerfeier aus, Co-Trainer Kamber Koc ist immer noch verletzt. So blieb dem TG-Coach nichts anderes übrig, als den 35-jährigen Robert Cue ins kalte Wasser zu werfen, der sein letztes Hessenliga-Spiel vor über neun Jahren im Mai 2010 für den KSV Klein-Karben absolviert hatte. Der taktische Plan der Kreisstädter, sich nicht nur auf das Verteidigen zu beschränken, sondern über Ballgewinne und Umschaltmomente zu Chancen zu kommen, ging bis zur Halbzeit bedingt auf. Defensive Kompaktheit war Trumpf bei den Wetterauern, die viele Zweikämpfe gewannen.

Den Gastgebern fiel nicht mehr ein, als lange Bälle diagonal zu schlagen, doch mit diesem Mittel waren die Friedberger nicht zu überwinden. Erst kurz vor dem Seitenwechsel kam Fulda-Lehnerz zu einer glasklaren Chance, aber Patrick Broschke traf per Kopfball nur den Pfosten. "Wir standen hinten stabil, haben uns aber im Umschaltspiel zu passiv angestellt. Das war nicht die Geschwindigkeit, die wir normalerweise auf den Platz bringen", analysierte Weber die torlosen ersten 45 Minuten.

Nach Wiederbeginn war es dann auch mit der defensiven Sicherheit schnell dahin, denn die Osthessen kamen entschlossen und treffsicher aus der Kabine. Torjäger Dominik Rummel überwand Cue im Eins-gegen-Eins auf Zuspiel von Andre Fließ zum 1:0 (47.), und plötzlich fing der Defensivverbund der Friedberger an zu schwimmen.

Kurz darauf verhinderte Sebastian Weigands Rettungstat per Kopf vor der Linie das zweite Tor und dann traf Fuldas Kapitän Patrick Schaaf den Pfosten. Das 2:0 fiel dann aber doch zeitig, als der überragende Fließ einen Freistoß aus 20 Metern im Friedberger Kasten versenkte (54.). Torchancen blieben auf Friedberger Seite mehr oder weniger Fehlanzeige, bis auf einen ungefährlichen Abschluss von Shelby Printemps kam da einfach viel zu wenig.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft in der ersten Halbzeit, und über die zweite Hälfte werden wir sprechen müssen", so Webers Fazit. Denn in der Schlussphase setzte Fließ noch die Krönung auf seine überragende Leistung drauf, setzte sich als Tempomacher über rechts durch und traf ins lange Eck (83.).

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz: Wolf - Odenwald, Sonnenberger, Gröger, Fuß - Schaaf, Criljenec - Pomnitz (70. Müller), Fließ (86. Trägler), Broschke (76. Jordan) - Rummel.

Türk Gücü Friedberg: Cue - Ouattara (84. Biber), Dudda, Weigand, Hagley (56. Bell Bell) - Usic, Tesfaldet - Printemps, Eren, Toskovic - Miric (56. Tahirovic).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Steigerwald (Karlstadt). - Zuschauer: 487. - Tore: 1:0 (47.) Rummel, 2:0 (54.) Fließ, 3:0 (83.) Fließ.

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