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Türk-Gücü-Torjäger Shelby Printemps verteidigt den Ball gegen Leonardo Bianco vom FC Eddersheim.

Fussball-Hessenbliga

Türk Gücü Friedberg: Trainer Weber mit glücklichem Händchen

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Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg feiert einen 2:1-Erfolg gegen den FC Eddersheim. Die Entscheidug fiel kurz vor dem Ende.

(ub). Eitel Freude bei den Fußballern von Türk Gücü Friedberg: Nach zuletzt ansprechenden Vorstellungen, die aus den Partien gegen Dietkirchen und Baunatal die ersten vier Saisonpunkte brachten, präsentierte sich der Wetterauer Hessenligist gegen den dreimal in Folge siegreichen FC Eddersheim auf dem knüppelharten Rasenplatz am Ober-Rosbacher Eisenkrain in der Defensive stabil und im Angriff sehr effektiv. Das reichte der Mannschaft von TG-Coach Carsten Weber, um nach 90 temporeichen, aber auch von vielen Fehlpässen geprägten Minuten gegen den bis dato Tabellenzweiten aus dem Main-Taunus-Kreis mit 2:1 (1:0) die Oberhand zu behalten.

Die Entscheidung zugunsten der Kreisstädter, für die zwei erst spät ins Spiel gekommene Offensiv-Kräfte - Dorian Miric und Massé Bell Bell - verantwortlich zeichneten, ließ lange auf sich warten und datierte aus der 85. Minute: Sebastian Weigands langen Freistoß aus der eigenen Hälfte verlängerte Miric per Kopf, Bell Bell startete durch und netzte - begünstigt durch Abstimmungsprobleme zwischen Eddersheims Torwart Pero Miletic und FC-Innenverteidiger Jörg Finger - mühelos ein. Gäste-Coach Rouven Leopold verstand die Welt nicht mehr: "Ich bin enttäuscht, keine Frage. Wir hatten deutlich mehr Ballbesitz, waren nach dem 1:1-Ausgleich psychologisch klar im Vorteil und stehen dennoch mit leeren Händen da." Carsten Weber, dessen Mut zum Risiko quasi auf den letzten Drücker belohnt wurde, teilte die These, der Sieg seines Teams sei wohl etwas glücklich gewesen, nur bedingt: "Klar, es gab längere Phasen, in denen im Aufbauspiel vieles nur Stückwerk blieb. Aber taktisch gesehen hat die Mannschaft so gut wie keine Fehler gemacht." Eine Sicht der Dinge, die voll ins Schwarze traf. Jedenfalls erwiesen sich die optischen Eddersheimer Vorteile speziell dann, wenn’s in Richtung Friedberger Strafraum mit den kompromisslos dazwischen funkenden Abwehrrecken Moussa Ouattara, Julian Dudda, Sebastian Weigand und Semun Biber ging, fast immer als brotlose Kunst.

Logische Konsequenz dieser für die etwa 120 Zuschauer nicht wirklich sehenswerten Konstellation war die Tatsache, dass gefährliche Torraumszenen Seltenheitswert und deshalb beide Keeper - Eddersheims Miletic und Friedbergs Tolga Sahin - kaum Gelegenheit hatten, ihr Können unter Beweis zu stellen. Türk Gücü erwischte zwar den besseren Start und führte ab der neunten Minute durch einen tollen Treffer von Ricardo Marra, der eine flache Hereingabe von Shelby Printemps per Hackentrick verwandelte, doch bis zur Pause stand Eddersheim zweimal dicht vor dem Ausgleich. Dass es nicht dazu kam, lag zunächst (11.) an Schiedsrichter Winkler, der Ouattaras hartes Tackling gegen den durchgebrochenen Anthony Wade nicht mit Elfmeter für die Gäste bestrafte sondern weiterspielen ließ, und später (34.) am Friedberger Querbalken, denn Turgay Akbuluts raffinierter Freistoß aus halblinker Position wurde zum Glück für TG-Schlussmann Sahin ausgebremst. Nur einmal, in der 67. Minute, zeigte der Eddersheimer Dauerdruck Wirkung: Daniel Henrich bediente FCE-Torjäger Akbulut optimal - 1:1.

Es spricht für die Moral der Türk Gücü-Cracks, dass sie dieses Gegentor recht locker wegsteckten und in der noch verbleibenden Spielzeit versuchten, den eigenen Offensiv-Bemühungen wieder mehr Leben einzuhauchen. Als diesbezüglich erstes Ausrufezeichen erwies sich in der 80. Minute Eray Erens zu hoch angesetzte Volleyabnahme nach Doppelpass mit Erdinc Solak. Fünf Minuten später klappte mit Weigand, Miric und Torschütze Bell Bell als Hauptdarsteller alles wie gewünscht und machte den fünften Saisonauftritt der Weber-Elf unterm Strich zu einer gelungenen Sache mit optimaler Ausbeute.

Türk Gücü Friedberg: Sahin - Ouattara, Dudda, Weigand, Biber (77. Bell Bell) - Usic, Eren - Marra, Toskovic (77. Miric), Solak (87. Aydilek) - Printemps.

FC Eddersheim: Miletic - Schmitt, Lang (60. Mantzafleris), Finger, Dechert - Hilser, Henrich - Bianco (55. Krause), Niklas Rottenau (73. Topcu), Akbulut - Wade.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Manuel Winkler (Landau/Wolfhagen). - Zuschauer: 120. - Tore: 1:0 (9.) Marra, 1:1 (67.) Akbulut, 2:1 (85.) Bell Bell.

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