+
Takero Itoi kommt gegen Tolga Sahin den entscheidenden Moment früher an den Ball und kann schließlich zum 1:0 für Walldorf einschieben.

Fussball-Hessenliga

Wie Türk Gücü Friedberg das Spiel beinahe gedreht hätte

  • schließen

Turbulente Schlussphase bei Türk Gücü Friedberg: In der Fußball-Hessenliga trennen sich die Kreisstädter von Walldorf mit einem Remis.

(ub). Samstagnachmittag, Sportplatz Eisenkrain in Ober-Rosbach: Beim Hessenliga-Duell zwischen Gastgeber Türk Gücü Friedberg und Aufsteiger Rot-Weiß Walldorf lief die letzte Minute der regulären Spielzeit, und die Mannschaft von Walldorfs Coach Max Martin stand angesichts einer knappen 1:0-Führung dicht vor dem Sieg. Shelby Printemps, Offensiv-Außen der Kreisstädter, versuchte es ein letztes Mal über die rechte Seite, drang in den Strafraum ein und wurde vom eingewechselten Sergen Bayraktar - früher selbst in Diensten von Türk Gücü - unsanft von den Beinen geholt. Keine Frage: Elfmeter. Erdinc Solak, beim Wetterauer Hessenligisten Dreh- und Angelpunkt im offensiven Mittelfeld, trat an, behielt die Nerven und schickte Walldorfs Keeper Kevin Darmstädter in die falsche Ecke - 1:1, der Ausgleich. Doch damit nicht genug, denn ganz zum Schluss, in der Overtime, hätte Solak sogar noch zum Friedberger Matchwinner avancieren können, doch sein 18-Meter-Freistoß verfehlte den Kasten der Rot-Weißen um wenige Zentimeter.

Somit blieb’s beim 1:1 (0:1)-Unentschieden, und bezogen auf die vorher gezeigten Leistungen beider Klubs musste man konstatieren: Mit dem Teilerfolg waren die von Co-Trainer Kamber Koc gecoachten Friedberger Cracks gut bedient. "Wir sind viel zu spät aufgewacht. Dass in der ersten Hälfte unsererseits so gut wie gar nichts funktionierte, ist nicht zu bestreiten. Ich denke, wir haben heute nicht etwa zwei Punkte verloren, sondern einen gewonnen", bilanzierte Koc, der den grippekranken Carsten Weber auf der Trainerbank vertrat. Dagegen haderte Walldorfs Übungsleiter Max Martin, dessen Team auf dem holprigen Naturrasen trotz etlicher personeller Ausfälle eine Stunde lang mit kluger Raumaufteilung, energischem Zweikampfverhalten und besserer Technik Ball und Gegner sicher unter Kontrolle hatte, mit dem Schicksal: "Ein für uns bitteres Ergebnis, zumal wir vor dem späten Ausgleich längst den zweiten Treffer hätten erzielen können."

Im Vergleich zur 0:3-Niederlage bei der SG Fulda/Lehnerz begannen die Platzherren mit Solak im Mittelfeld und Semih Aydilek in der Sturmspitze. TG-Kapitän Alit Usic übte sich zudem in einer neuen Rolle, nämlich als rechter Außenverteidiger. Solak und Usic mühten sich redlich, aber lange Zeit ebenso wie ihre Teamkollegen vergeblich - Aydilek erwischte einen rabenschwarzen Tag und wurde nach 59 Minuten ausgewechselt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Walldorf Tempo und Rhythmus bestimmt, wusste diese Vorteile allerdings nur einmal, nach 35 Minuten, in Zählbares umzumünzen: Der schnelle Takero Itoi düpierte nach Eichfelders Auflage TG-Keeper Tolga Sahin und Innenverteidiger Sebastian Weigand und netzte mühelos zum 0:1 ein. Weitere Gäste-Goals blieben aus, weil Sahin gefährliche Aktionen von Itoi (17.) und Eichfelder (25./Freistoß) reaktionsschnell entschärfte. Friedberger Versuche von Format hatten zunächst Seltenheitswert und beschränkten sich auf Vuk Toskovics zu hoch angesetzten Schrägschuss (34.).

Halbzeit zwei bot zunächst nichts wirklich Aufregendes. Dann kamen auf Friedberger Seite Dorian Miric für Aydilek sowie wenig später Massé Bell Bell für Toskovic. Tauschgeschäfte, die Wirkung zeigten. Es ging quasi ein Ruck durchs Friedberger Team. Gefährliche Distanzschüsse von Jonatan Tesfaldet (62.) und Solak (77./Querlatte), ein Printemps-Kopfball und Bell Bells Volleyabnahme (82.) zeigten, dass Türk Gücü sein Pulver noch nicht vollends verschossen hatte. Glück für die Platzherren allerdings vier Minuten vor dem Abpfiff, als ein Freistoß-Hammer, abgefeuert von Walldorfs Linksverteidiger Marc Eichfelder, vom rechten Pfosten ausgebremst wurde. Es wäre die Entscheidung zugunsten der Südhessen gewesen, die sich dank Solaks verwandelten Strafstoß schließlich mit nur einem Zähler begnügen mussten.

Türk Gücü Friedberg: Sahin - Usic (73. Hagley), Dudda, Weigand, Quattara - Eren, Tesfaldet - Toskovic (65. Bell Bell), Printemps, Solak - Aydilek (59. Miric).

Rot-Weiß Walldorf: Darmstädter - Eichfelder, Herberg, Gürbüz, Borger - Ludwig - Matheisen, Wendnagel (77. Bayraktar), Struwe, Itoi (59. Beck) - Herdt.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Simon Wecht (Heppenheim). - Zuschauer: 120. - Tore: 0:1 (35.) Itoi, 1:1 (90.) Foulelfmeter Solak.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare