+
Semun Biber (rechts) von Türk Gücü Friedberg verletzt sich schwer. (Archivfoto: Nici Merz

Fussball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Sieg mit Schockmoment

  • schließen

Türk Gücü Friedberg bezwingt überraschend Ex-Regionalligist SC Hessen Dreieich mit 4:3. Ein Spieler verletzt sich schwer.

Die Partie war nichts für schwache Nerven, bot reichlich Tore, wechselnde Führungen und nach etwas mehr als 90 Minuten einen Sieger, der eigentlich als Außenseiter galt: Beim 4:3 (1:1)-Sieg, den die Fußballer des Hessenligisten Türk Gücü Friedberg über den nach fünf Siegen und einem Remis sechsmal in Folge ungeschlagenen Ex-Regionalligisten SC Hessen Dreieich feiern durften, kamen geschätzte 120 Zuschauer am Samstag auf dem Ober-Rosbacher Sportplatz Eisenkrain durchaus auf ihre Kosten. Unterm Strich blieb festzuhalten: Die Kreisstädter bewegen sich nach dem sechsten Saisonerfolg sowie den Punkten 21 bis 23 schnurstracks in Richtung sicheres Tabellenmittelfeld, während Dreieich alle Aufstiegspläne vollends begraben muss.

"Trotz der drei Gegentore haben wir solide verteidigt und sind vorne mit hoher Effizienz zur Sache gegangen", gab’s für TG-Coach Carsten Weber, der als taktisches Konzept erneut die 4-1-4-1-Variante wählte, natürlich keinen Grund zu Klage. Derweil bemängelte Dreieichs ebenso sachlich argumentierender Trainer Lars Schmidt, seine Mannschaft habe zweimal in Führung gelegen, aber dennoch keine Stabilität erkennen lassen: "In den letzten 30 Minuten hatten die Friedberger mehr Körner im Köcher und sind deshalb nicht unverdient als Gewinner vom Platz gegangen."

Neben Schmidt wird ein weiterer der beteiligten Protagonisten, Friedbergs Außenverteidiger Semun Biber, die kurzweilige Begegnung in keiner guten Erinnerung behalten: Es lief die 23. Minute, als Biber einen Pfostenschuss von SC-Mittelfeldspieler Nikola Mladenovic zu blocken versuchte, sich dabei allerdings verletzte und mit brutalen Schmerzen zu Boden ging. Erste Diagnose: schwere Knieverletzung. Die medizinische Abteilung beider (!) Vereine leistete gemeinsam erste Hilfe und konnte durch Sofortmaßnahmen zumindest halbwegs Entwarnung geben: Die "nur" herausgesprungene Kniescheibe platzierte man wieder dorthin, wo sie hingehört - Biber wurde dennoch zur weiteren Beobachtung ins Krankenhaus transportiert.

Zu diesem Zeitpunkt waren die stark beginnenden Gäste am Drücker. Dank Denis Talijans 25-Meter-Freistoß, den TG-Torwart Tolga Sahin nicht unter Kontrolle bekam und passieren lassen musste, lagen sie ab der 32. Minute in Führung. Schon vorher, direkt nach Bibers Ausscheiden, hatte Weber seine Elf neu sortiert: Alit Usic rückte in die Defensive, Eray Eren übernahm dessen Rolle auf der Sechserposition und der für Biber eingewechselte Massé Bell Bell besetzte als Solo-Spitze Erens Aufgabenbereich. Das passte: Jonny Tesfaldet egalisierte in der 40. Minute nach Vuk Toskovics Linksflanke zum 1:1-Pausenstand.

Treffer Nummer zwei der Schmidt-Truppe, für den Enis Bunjaki mittels Schrägschuss in der 50. Minute verantwortlich zeichnete, beantworteten die Platzherren mit ihrer stärksten Phase und drei Goals in Serie: Zunächst (55.) verwandelte Kapitän Alit Usic eine Eren-Flanke per Kopfball zum 2:2-Ausgleich, zehn Minuten später schloss Torjäger Shelby Printemps einen Konter über Toskovic und Keanu Hagley mit der erstmaligen Führung erfolgreich ab, und ab der 76. Minute hieß es sogar 4:2 für Türk Gücü: Tesfaldet hatte Bell Bell optimal bedient, und gegen dessen Schuss ins lange Eck war für Dreieichs Torwart Felix Koob kein Kraut gewachsen. Dass es noch einmal eng wurde, hatte sich die Weber-Elf selbst zuzuschreiben, denn Sahins zu langes Ballhalten erzeugte nach 78 Minuten eine Kettenreaktion: Freistoß für Dreieich, "Gelb-Rot" gegen TG-Innenverteidiger Julian Dudda wegen Spielverzögerung und einen Elfmeter gegen Friedberg, weil Hagley den von Talijan ausgeführten Freistoß mit der Hand touchierte. Denis Streker verwandelte sicher - nur noch 4:3. Gravierende Folgen blieben dem Wetterauer Hessenligisten freilich erspart. Es war ein Schönheitsfehler, mehr nicht.

Türk Gücü Friedberg: Sahin - Biber (25. Bell Bell/90. Erdogan), Dudda, Weigand, Dinler - Usic - Tesfaldet, Hagley, Toskovic (86. Miric), Printemps - Eren.

SC Hessen Dreieich: Koob - Filipovic (52. Reljic), Streker, Talijan (88. Burcu), Opper - Mladenovic, Alikhil, Ghani Wassem - Pfeifer (72. Malkiewicz), Amiri, Bunjaki.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Christian Stübing (Breitenborn). - Zuschauer: 120. - Tore: 0:1 (32.) Talijan, 1:1 (40.) Tesfaldet, 1:2 (50.) Bunjaki, 2:2 (55.) Usic, 3:2 (65.) Printemps, 4:2 (76.) Bell Bell, 4:3 (78.) Handelfmeter Streker. - Gelb-Rote Karte: Dudda (78./Spielverzögerung).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare