Carsten Webers Zukunft als Trainer des Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg ist auch einen Tag nach seiner Frust-Rede im Anschluss an die 2:3-Heimniederlage gegen den FSV Fernwald nicht geklärt.
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Carsten Webers Zukunft als Trainer des Wetterauer Hessenligisten Türk Gücü Friedberg ist auch einen Tag nach seiner Frust-Rede im Anschluss an die 2:3-Heimniederlage gegen den FSV Fernwald nicht geklärt.

Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Rätselraten um Zukunft von Trainer Carsten Weber

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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Einen Tag nach der Frust-Rede von Trainer Carsten Weber hat sich der Staub bei Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg noch nicht gelegt. Eine endgültige Entscheidung lässt aber auf sich warten.

Es war wohl so etwas wie der ganz persönliche Giovanni-Trapattoni-Moment von Carsten Weber, als der Trainer des Wetterauer Fußball-Hessenligisten die obligatorische Pressekonferenz nach der 2:3-Niederlage gegen den FSV Fernwald am Sonntagnachmittag nutzte, um seinem offenbar über Wochen angestauten Frust gehörig Luft zu machen - ein bis dato einzigartiger Vorgang beim Team vom Ober-Rosbacher Eisenkrain, der auch am Tag danach noch für Wirbel sorgt.

Türk Gücü Friedberg: Kritik vonseiten des Vereins an Trainer Carsten Weber

Türk-Gücü-Pressesprecher Selim Karanfil war auch rund 24 Stunden später noch spürbar angefressen ob des rund zweieinhalbminütigen Monologs seines Übungsleiters. In diesem hatte Weber gegen die Stadt Rosbach als Inhaber des Platzes (O-Ton von Sonntag und Montag; "katastrophaler Zustand", "weiß nicht, was die Stadt Rosbach sich dabei denkt" und "unterirdisch, was an Unterstützung kommt"), den FC Ober-Rosbach als Inhaber von Sportheim und Kunstrasenplatz ("Wir dürfen nichts machen und sind total limitiert. Die Infrastruktur lässt es eigentlich nicht zu, in der Hessenliga zu spielen") - beides mangels eigenem Platz langjährige Vermieter und Partner der Kreisstädter - sowie gegen den eigenen Arbeitgeber selbst ausgeteilt.

Karanfil sah Webers Aussage "weder am richtigen Zeitpunkt noch am richtigen Ort" aufgehoben: "Carsten Weber kennt die Rahmenbedingungen hier, da bringt es nichts, sich jede Woche neu darüber aufzuregen, zumal wir auch schon seit Jahren daran sind, die Platzsituation zu verändern. Aber das wusste er alles vorher. Wir sind trotz Hessenliga ein Dorfverein und ich wüsste nicht, was jetzt plötzlich so verkehrt laufen sollte", erklärte er. "Wir hatten im vergangenen Jahr einige Probleme im Vorstand, aber diese Saison lief alles einwandfrei. Wir versuchen, alles hinzubekommen und alle Wünsche zu erfüllen." Zudem stellte der Pressesprecher klar: "Diese Aussagen waren sehr unglücklich und haben Vorstand und Umfeld sehr enttäuscht. Es gehört sich nicht, so etwas öffentlich zu thematisieren - entweder man sucht intern das Gespräch oder man zieht seine Konsequenzen und geht. Wir sind nicht von Einzelnen abhängig, und natürlich macht sich der Vorstand nun auch seine eigenen Gedanken." Wie diese aussehen, wollte er zunächst nicht weiter erläutern, es sei aber noch keine Entscheidung gefallen.

Die hat auch Weber nach eigenen Angaben noch nicht gefällt, nachdem er am Sonntagnachmittag im Anschluss an die Pressekonferenz auf Nachfrage dieser Zeitung seine Zukunft beim aktuell Rangfünften der höchsten hessischen Liga bewusst offen gelassen hatte. Er betonte jedoch, den Auftritt nicht zu bereuen und beteuerte, diese Aussagen auch getätigt zu haben, hätte sein Team die Partie gewonnen.

"Ich war dieses Jahr sehr optimistisch, wir haben eine gute Mannschaft, aber ich reiße 50 Stunden pro Woche für den Verein ab, während ich im Umfeld eine Stagnation sehe, obwohl ich das schon oft angesprochen habe. Das belastet mich", sagte Weber - vor allem vor dem Hintergrund seines Lehrerjobs als Mitglied einer Schulleitung und seiner Position als Familienvater hatte er bereits am Sonntag gesagt: "Ich bin - unabhängig von den Ergebnissen zuletzt - maximal leer. Einen Tag später sagt er: "Ich war vor ein paar Wochen schon einmal an einem Punkt, da saßen wir abends lange zusammen und ich habe Konzepte mit Lösungsvorschlägen vorgelegt. Seitdem hat sich aber nichts verändert. Vielleicht muss es einfach mal einen Schlag geben, damit etwas passiert. Aus diesem Grund habe ich auch den Weg über die Öffentlichkeit gewählt", erklärte er.

Der 36-Jährige wolle nun "abwarten, wie der Verein reagiert", auch wenn damit seine eigene Zukunft im zweiten Jahr bei Türk Gücü Friedberg vor dem Spiel am Mittwochabend (19 Uhr) gegen den TuS Dietkirchen weiter am seidenen Faden hängt.

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