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Doppeltorschütze für Türk Gücü Friedberg: Winter-Neuzugang Noah Michel erzielt gegen Hanau die Treffer zwei und drei für den Hessenligisten aus der Kreisstadt. FOTO: JAUX

Fußball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Michel-Doppelpack zum Einstand

Starker Einstand von Noah Michel: Der Winter-Neuzugang führt Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg mit zwei Treffern zum Sieg gegen den 1. FC Hanau 93.

Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg ist in einem intensiven und teils hektischen Spiel mit einem 3:1 (1:0)-Erfolg optimal aus der Winterpause gekommen. Gegen Aufsteiger FC Hanau 93 siegte das Team von Trainer Carsten Weber unter widrigsten Witterungsumständen letztlich verdient. Die Gastgeber waren über die gesamte Spieldauer die bessere Mannschaft, standen und konterten sehr gut.

Vor dem Anpfiff wurde eine Schweigeminute für die Opfer des Mordanschlages am 19. Februar in Hanau eingelegt. Die Friedberger hatten beim Einlaufen schwarze Gedenk-Shirts übergestreift, die Gäste kündigten an, auch in den kommenden Partien in schwarzer Spielkleidung auflaufen zu wollen. Vor 210 Zuschauern und begleitet von den Kameras des HR-Fernsehens war es zu Spielbeginn noch mild und trocken. Im Laufe der Partie setzte dann ergiebiger Regen ein, der sich in der Schlussphase mit Windböen und Gewitter zu einem regelrechten Unwetter entwickelte.

"Ich hatte schon Bedenken, als ich hinter mir den Donner hörte, dass der Schiedsrichter womöglich nach 85 Minuten abbricht", war Weber heilfroh, dass die Begegnung ordnungsgemäß beendet werden konnte. Der Coach hatte mit Innenverteidiger Markus Auer und Stürmer Noah Michel zwei Neuzugänge in seine Startformation berufen und in der 63. Minute mit Kwonsu Lee einen weiteren Winterzugang eingewechselt. "Von Anfang an war es unheimlich intensiv mit einem offenen Schlagabtausch", sagte Weber zum Spielverlauf. Hanau überließ seinem Team öfter den Ball, fand dann aber gut ins Umschaltspiel.

Nach einer halben Stunde übernahm Türk Gücü die Führung. Die Flanke von Alit Usic von links verwertete Innenverteidiger Sebastian Weigand am langen Pfosten trocken zum 1:0 (31.). Im zweiten Abschnitt kassierte Friedberg aus einer guten eigenen Angriffsposition einen Konter, den Betim Mezini aus 20 Metern flach zum Ausgleich nutzte (52.). "Kompliment an meine Mannschaft. Es war nach dem Ausgleich kein Bruch drin. Im Gegenteil: Wir haben eine gute Mentalität gezeigt", lobte der Friedberger Trainer.

Zum Matchwinner avancierte dann der neue Stürmer Michel, der einen Eckball von Ceyhun Dinler zum 2:1 einköpfte (68.). Zudem verwandelte er den Foulelfmeter zum 3:1 (88.). Ein aus Sicht der Hanauer völlig unberechtigter Strafstoß, der die Verantwortlichen der Gäste derart auf die Palme brachte, dass Spielertrainer Michael Fink seine Elf vom Feld nehmen wollte.

Vor der Ausführung des Elfmeters war der Ball durch die Windböen einige Male weggerollt, so dass Hanaus Tim Fließ vorschlug, den Ball festzuhalten. Der Schiedsrichter hatte keinen Sinn für solche Späße und zeigte dem Hanauer Gelb-Rot (86.). In der Tat war die Entscheidung etwas merkwürdig, denn HFC-Tormann Armend Brao hatte den Ball gefangen, der mit ihm zusammenprallende Lee fiel auf den Boden und dann zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Die Hanauer waren nach dem Abpfiff noch immer aufgebracht und wollten das Schiedsrichtergespann zur Rede stellen. Co-Trainer Ioannis Takidis vergriff sich dabei im Ton und erhielt wegen vehementen Reklamierens die Rote Karte. Die obligatorische Pressekonferenz fand danach nicht statt, da die Gäste aus Protest keinen Vertreter ins Vereinshaus entsenden wollten.

Türk Gücü Friedberg: Sahin - Weigand, Dudda, Auer, Dinler - Gürsoy (63. Lee), Tesfaldet, Usic (90.+2 Biber), Hagley - Eren, Michel (90.+4 Miric).

FC Hanau 93: Brao - Gogol (74. Bejic), Fink, Gavric, Sejdovic - Mezini, Fließ - Suljic, Damar, Akgöz - Bari (80. El Kaddouri).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Simon Heß (Heppenheim). - Zuschauer: 210. - Tore: 1:0 (31.) Weigand, 1:1 (52.) Mezini, 2:1 (68.) Michel, 3:1 (88., FE) Michel. - Gelb-Rote Karte: Fließ (86.). - Rote Karte: Takidis (nach Abpfiff wegen vehementen Reklamierens).

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