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Eine einseitige Sache: Der FC Gießen (in den weißen Trikots) feiert einen 12:0-Erfolg gegen Türk Gücü Friedberg.

Fußball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: So hoch hat der Klub noch nie verloren

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Was für ein Debakel! Türk Gück Friedberg geht in der Fußball-Hessenliga beim FC Gießen zweistellig unter.

Dass zweistellige Fußball-Ergebnisse in den unteren Amateurklassen inzwischen keine Seltenheit mehr sind, mag durchaus der Fall sein. Wer dachte, auf der Bühne der Hessenliga seien ähnlich ausufernde Resultate ein Ding der Unmöglichkeit, lag 31 Spieltage lang richtig. Runde 32 bewies freilich das Gegenteil. Im Klartext: Der FC Gießen, bereits feststehender Hessenligameister und künftiger Regionalligist, nahm vor eigenem Publikum Türk Gücü Friedberg nach allen Regeln der Fußballkunst auseinander, fegte die nach wie vor um den Klassenerhalt kämpfenden Wetterauer Gäste mit sage und schreibe 12:0 (3:0) aus dem Waldstadion und betrieb dabei - ganz im Gegensatz zu den von allen guten Geistern verlassenen Kreisstädtern - beste Werbung in eigener Sache.

"Der Druck war weg und die Spielfreude meiner Mannschaft riesengroß", gab’s für Gießens Coach Daniyel Cimen, der mit Christopher Schadeberg, Timo Cecen und Noah Michel für Hofmann, Koyuncu und Lekaj auf drei Positionen umgestellt hatte, nach 90 einseitigen Minuten keinen Grund zur Klage. Die Mannschaft habe Charakter gezeigt, "obwohl dieses ungewöhnliche Resultat natürlich kein Maßstab für die Regionalliga sein kann. Dort herrschen andere Anforderungen."

Friedbergs Trainer Gültekin Cagritekin, der den Klub verlassen und beim Gruppenligisten Spvgg. 05 Oberrad eine neue Aufgabe übernehmen wird, tangierten nach der höchsten Niederlage der TG-Vereinsgeschichte verständlicherweise andere Dinge. "Was wir geboten haben, hatte mit Hessenliga-Fußball rein gar nichts zu tun", ließ er wissen. Nach diesem in dieser Form nie und nimmer erwarteten Debakel sein Traineramt umgehend zur Verfügung zu stellen, stehe aber nicht zur Debatte: "Ich ziehe das durch. Schließlich sind unsere Chancen, die Hessenliga zu halten, nicht schlechter geworden."

Die Partie an sich bot einen Zwei-Klassen-Unterschied. Anders formuliert: Gießen beherrschte Ball und Gegner ab der ersten Minute nach Belieben, während sich die Türk Gücü-Cracks auf Begleitschutz beschränkten, und zwar stets in gebührendem Abstand. Gießener Treffer fielen folgerichtig wie reife Früchte, wobei allerdings in Halbzeit eins lediglich Damian Marceta (wechselt zum Regionalligisten FC Homburg) seine Vollstrecker-Qualitäten mit einem Hattrick nach Auflagen von Christopher Spang (7.) und Noah Michel (19.) sowie nach einem Eckball von Timo Cecen (22.) bestens zu demonstrieren verstand. Waren die Friedberger mit dem Drei-Tore-Rückstand zur Pause noch gut bedient, so brach in den zweiten 45 Minuten das Verhängnis vollends über sie herein. Die Defensive, in der Silvio Penava anstelle des privat verhinderten Innenverteidigers Sebastian Bartel (wird den Verein zum Saisonende verlassen) begann, wurde bereits 24 Sekunden nach Wiederanpfiff von Noah Michel (4:0 - 100. FCG-Treffer) überrumpelt und ließ in der Folgezeit Auflösungserscheinungen erkennen. Das nutzten die Platzherren gnadenlos aus und gestalteten den Triumph binnen 18 Minuten mit sechs (!) weiteren Goals durch Cecen, Michel, Barbaros Koyuncu, Julian Duddas Eigentor und zweimal Markus Müller zweistellig (10:0). Am Ende wurde es ein glattes Dutzend: Ricardo Antonaci per verwandelten Foulelfer (78.) und Erdinc Solak in der Schlussminute beendeten eine Partie, an die man in beiden Lagern aus unterschiedlichen Gründen gewiss noch lange denken wird.

FC Gießen: Löhe - Schadeberg, Nennhuber, Spang, Antonaci - Fink, Cecen (75. Korzuschek), Mukasa (67. Koyuncu), Solak - Marceta (58. Müller), Michel.

Türk Gücü Friedberg: Kröller - Takahashi, Penava, Dudda (67. Usic), Aslan - Biber, Tesfaldet, Kohnke (30. Akkus Rodriguez), Gürsoy - Toskovic (70. Miric), Bell Bell.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Simon Wecht (Heppenheim). - Zuschauer: 383. - Tore: 1:0 (7.) Marceta, 2:0 (19.) Marceta, 3:0 (22.) Marceta, 4:0 (46.) Michel, 5:0 (55.) Cecen, 6:0 (58.) Michel, 7:0 (61.) Eigentor Dudda, 8:0 (65.) Müller, 9:0 (69.) Koyuncu, 10:0 (73.) Müller, 11:0 (78.) FE Antonaci, 12:0 (90.) Solak.

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