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Erneute Niederlage im Auestadion: Ricardo Marra (links) und Türk Gücü Friedberg unterliegen Marco Dawid (rechts) und dem KSV Hessen Kassel) vor 1600 Zuschauern mit 2:4.

Fussball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Fallrückzieher-Tor als Knackpunkt

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Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg unterliegt vor 1600 Zuschauern beim KSV Hessen Kassel mit 2:4.

(ub). Teams, die beim KSV Hessen Kassel Farbe bekennen mussten, hatten in der vergangenen Saison einen schweren Stand, denn die Nordhessen blieben angesichts von zwölf Siegen und vier Remis als einziger Vertreter der Fußball-Hessenliga vor eigenem Publikum ungeschlagen. So gesehen, waren die Cracks von Türk Gücü Friedberg um ihre Wochenend-Aufgabe wahrlich nicht zu beneiden. Spieltag Nummer zwei führte TG-Coach Carsten Weber und seine Mannschaft nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Baunatal exakt dorthin, wo die Kreisstädter bereits im Mai mit 0:4 die Segel streichen mussten, nämlich ins Kasseler Aue-Stadion. Und auch diesmal endete das Duell gegen den selbsternannten Titelkandidaten für den Wetterauer Hessenligisten angesichts einer 2:4 (1:2)-Niederlage mit der Erkenntnis: Außer Spesen nichts gewesen.

Die Gründe, weshalb für die Friedberger im hessischen Norden trotz personeller Änderungen mit durchaus offensiver Ausrichtung (Abdussamed Gürsoy und Massé Bell Bell für Filip Mitrovic und Dorian Miric) nichts zu holen war, lagen auf der Hand: Webers Matchplan, mit schnellem Umschaltspiel die Kasseler Defensive in Verlegenheit zu bringen, ging nur selten auf.

Ein Konter, den Bell Bell nach einer Vorlage von Shelby Printemps in der elften Minute nicht optimal abzuschließen verstand, war diesbezüglich das erste TG-Ausrufezeichen. Dass die Gäste ab der 18. Minute in Führung lagen, hatten sie vor allem Kassels Innenverteidiger Alexander Mißbach zu verdanken. Dessen Stockfehler im eigenen Strafraum bestrafte Printemps umgehend. Er ließ KSV-Torwart Niklas Hartmann ins Leere laufen und verwandelte mühelos zum 0:1.

In einer sehr rustikal geführten Partie mit neun Gelben Karten und "Gelb-Rot" für Friedbergs Eray Eren kurz vor dem Abpfiff bestimmte jedoch Kassel Tempo und Rhythmus, wobei Mittelfeldspieler Mahir Saglik die Hauptrolle gebührte. Zunächst (22.) besorgte er nach einer Merle-Flanke den 1:1-Ausgleich, versiebte nach 36 Minuten einen von Sebastian Weigand an Iksal verursachten Foulelfmeter und zeichnete drei Minuten später per Heber aus halbrechter Position für das knappe 2:1-Pausenpolster der Gastgeber verantwortlich.

Halbzeit zwei begann mit einem Paukenschlag, denn Sebastian Schmeers spektakulärer Fallrückzieher schlug - von Eren leicht abgefälscht - hinter TG-Keeper Tolga Sahin zum 3:1 ein. "Das war der Knackpunkt", meinte Friedbergs Spielausschussmitglied Sercan Kaplan, "denn ohne dieses Tor wäre ein Unentschieden drin gewesen. Ich denke, unsere Mannschaft hat sich hier gut verkauft und Respekt verschafft." Dass die Elf von KSV-Trainer Dietmar Hirsch weiter auf die Tube drückte und ein deutliches Chancenplus verbuchte, war ebenso unstrittig. Sagliks dritter Tagestreffer zum 4:1-Zwischenstand, erzielt in der 62. Minute nach Merles Auflage, verdeutlichte früh, welche Mannschaft das Aue-Stadion als Sieger verlassen würde. Es sprach für die Moral der Türk Gücü-Spieler, dass sie dennoch nicht locker ließen, durch Erdinc Solak in der 69. Minute auf 2:4 verkürzen konnten und dem Top-Favoriten auch in der Schlussphase alles abverlangten. Eben deshalb zog Kaplan ein positives Fazit: "Mit einer ähnlich couragierten Einstellung sind am kommenden Samstag zu Hause gegen Aufsteiger TuS Dietkirchen drei Punkte fällig."

Hessen Kassel: Hartmann - Merle, Hauser (75. Mogge), Mißbach, Brandner - Brill - Schwechel, Zukorlic, Iksal (62. Evljuskin), Saglik - Schmeer (62. Dawid).

Türk Gücü Friedberg: Sahin - Tesfaldet, Dudda, Weigand, Biber - Eren, Solak, Toskovic (71. Marra), Gürsoy (67. Tahirovic) - Printemps, Bell Bell (58. Miric).

Im Stenogramm/Schiedsrichter: Thorsten Eick (Alsfeld). - Gelb-Rote Karte: Eren (90./Meckern). - Zuschauer: 1600. - Tore: 0:1 (18.) Printemps, 1:1 (22.) Saglik, 2:1 (39.) Saglik, 3:1 (46.) Schmeer, 4:1 (62.) Saglik, 4:2 (69.) Solak.

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