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Kazuki Takahashi (links) muss nach einer 0:4-Niederlage von Türk Gücü Friedberg im Auestadion bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern.

Fussball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Entscheidung im Abstiegskampf erneut verschoben

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Türk Gücü Friedberg unterliegt in der Fußball-Hessenliga beim KSV Hessen Kassel mit 0:4. Die Entscheidung über Klassenerhalt und den Abstieg fällt erst am letzten Spieltag.

Falls die Fußballer von Türk Gücü Friedberg die Absicht verfolgten, sich als Gast des Rangdritten KSV Hessen Kassel für das peinliche 0:12-Debakel beim Meister FC Gießen zu rehabilitieren, ist ihnen das zumindest in Ansätzen gelungen. Zwar gab’s für den Wetterauer Hessenligisten bei den vor eigenem Publikum noch ungeschlagenen Nordhessen angesichts einer 0:4 (0:4)-Niederlage nichts zu gewinnen, doch im Kasseler Aue-Stadion präsentierte sich das Team von TG-Trainer Gültekin Cagritekin über weite Strecken einer bereits früh entschiedenen Partie viel engagierter als vorab von den Kennern der Szene befürchtet.

"Wir haben uns trotz des frühen Rückstands achtbar aus der Affäre gezogen. Wichtig war, dass die Mannschaft in der zweiten Hälfte nicht die Ordnung verloren hat", meinte Friedbergs Pressesprecher Sercan Kaplan. Coach Cagritekin sah es ähnlich: "Ab den zweiten 45 Minuten standen wir hinten taktisch besser, und auch in der Offensive waren gute Ansätze erkennbar. Leider fand der letzte Pass in fast allen Fällen keinen Abnehmer."

Bezogen auf die Situation im Gesamtklassement blieb aus Friedberger Sicht nach der 16. Saison-Niederlage freilich festzuhalten: Die Hoffnung der Kreisstädter, schon vor dem abschließenden Heimspiel am kommenden Samstag gegen den KSV Baunatal den Klassenerhalt feiern zu können, entpuppte sich nach dem Fliedener 1:0-Erfolg in Waldgirmes als frommer Wunsch. Der finale Spieltag muss diesbezüglich eine Entscheidung bringen, wobei - sollte Friedberg gegen Baunatal nicht über ein Remis hinauskommen oder gar verlieren - der Fliedener Truppe zu Hause gegen Kassel (Fernduell mit Bayern Alzenau um Relegationsplatz zwei) freilich nur ein Sieg den Hessenliga-Klassenerhalt bringen würde.

Das Duell in Kassel begann Türk Gücü mit Sebastian Bartel (Abwehr), Alit Usic (zentrales Mittelfeld) und Dorian Miric (Angriff) anstelle von Julian Dudda (verletzt), Silvio Penava und Michael Kohnke. Allerdings wurde der Gäste-Matchplan, ein schnelles Gegentor durch konzentrierte Abwehrarbeit zu vermeiden, schon nach acht Minuten durchkreuzt. Jan Mogge bediente KSV-Stürmer Sebastian Schmeer optimal - 1:0 für Kassel. Auf der Gegenseite vergab Abdussamed Gürsoy zwar den möglichen Ausgleich (14.), doch in der Folgezeit übernahm die Elf von Hessen-Trainer Tobias Cramer mehr und mehr das Kommando. Zählbarer Ertrag waren drei weitere Treffer bis zur 39. Minute. Zunächst (26.) verdoppelte Mahir Saglik das Kasseler Polster auf Vorlage von Adrian Bravo Sanchez, und beim 3:0 (34.) war’s genau umgekehrt: Bravo Sanchez vollendete eine Saglik-Auflage mit einem knallharten Schuss unter die Latte. Goal Nummer vier der Platzherren war bereits die Vorentscheidung. Als Torschütze durfte sich erneut Saglik feiern lassen, gegen dessen Flachschuss ins rechte Eck Friedbergs Keeper Leon Kröller keine Abwehrchance hatte.

Und weil bereits zur Pause klar war, welche Mannschaft das Aue-Stadion als Sieger verlassen würde, gingen in den zweiten 45 Minuten speziell die Platzherren nicht mehr ganz so schwungvoll zur Sache. Dennoch lagen weitere Tore in der Luft. Mogge (47./74.) und der eingewechselte Marco Dawid (82.) vergaben für Kassel, während Friedberger Bemühungen, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen, ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt waren. Massé Bell Bells Pfostenschuss, abgefeuert kurz vor dem Abpfiff von Referee Patrick Werner, erwies sich diesbezüglich als einziges Highlight.

KSV Hessen Kassel: Hartmann - Brandner, Evljushin (46. Allmeroth), Häuser, Najjer - Brill (76. Dawid), Schwechel (49. Milloshaj) - Bravo Sanchez, Saglik, Mogge - Schmeer.

Türk Gücü Friedberg: Kröller - Takahashi, Biber, Bartel, Aslan - Tesfaldet, Usic, Toskovic, Gürsoy (77. Mitrovic) - Miric (46. Kohnke), Bell Bell (90. Savic).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Patrick Werner (Groß-Gerau). - Zuschauer: 1206. - Tore: 1:0 (8.) Schmeer, 2:0 (26.) Saglik, 3:0 (34.) Bravo Sanchez, 4:0 (39.) Saglik.

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