+
Tolga Sahin dirigiert seine Hintermannschaft bei einem Freistoß und feiert mit Türk Gücü Friedberg einen Auswärtserfolg in der Hessenliga.

Fußball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Drei Punkte bei Aufsteiger Dietkirchen entführt

Türk Gücü Friedberg hat den Abstand zum Tabellenkeller der Fußball-Hessenliga vergrößert. Bei Aufsteiger Dietkirchen konnte die Mannschaft von Carsten Weber einen Sieg feiern.

Türk Gücü Friedberg hat am Samstagnachmittag in der Hessenliga den dritten Auswärtsdreier der Saison eingefahren und sich durch den hart umkämpften 2:1 (2:1)-Sieg bei Aufsteiger TuS Dietkirchen weiter von der Abstiegszone entfernt. Denn nicht nur sechs Punkte Vorsprung vor den Limburger Vorstädtern sprechen jetzt für die Kreisstädter, sondern auch der mit zwei Siegen (Hinspiel 4:1) gewonnene direkte Vergleich.

Gespielt wurde am Reckenforst auf dem kleinen Rasenplatz, der sich für diese Jahreszeit in einem erstaunlich guten Zustand befand. Der Partie fehlte es aber von Beginn an an Struktur. Das Spiel war insbesondere im zweiten Abschnitt mit vielen langen und hohen Bällen wahrlich nicht schön anzuschauen. "Es war das Spiel, das wir eigentlich prognostiziert hatten mit sehr vielen Zweikämpfen. Ich will nicht sagen Flipperspiel, aber es war ein ständiger Wechsel zwischen Ballgewinn und Ballverlust", beschrieb TG-Trainer Carsten Weber den quasi nicht vorhandenen Spielfluss.

In den ersten 15 Minuten attackierten die Friedberger mit der ersten Linie zu hoch und bekamen dadurch in der Verteidigung Probleme. Weber ordnete dann einen Systemwechsel von 4-1-4-1 auf 4-2-3-1 gegen den Ball an. "Dadurch bekamen wir eine bessere Höhe und haben den Gegner mehr Fußball spielen lassen", analysierte Weber. Durch eine Standardsituation ging Dietkirchen in Führung, als Marco Müllers eher als Flanke gedachter Freistoß sich ins Tornetz senkte (19.). Doch quasi im Gegenangriff gelang den Friedbergern der schnelle Ausgleich. Torhüter Tolga Sahin machte das Spiel mit einem weiten Ball auf Shelby Printemps schnell, der trickreiche Offensivspieler tankte sich auf der rechten Seite durch und Keanu Hagley schob zum 1:1 ein (21.).

Trotz der zwei Tore war es aber weiter ein zähes Duell mit vielen Mittelfeldduellen und Fehlpässen. Beide Teams waren aber jederzeit hochmotiviert und sich der Bedeutung des Spielausgangs hinsichtlich der Tabellensituation bewusst. Das entscheidende Tor der Gäste fiel noch vor dem Halbzeitpfiff durch einen Strafstoß. TuS-Torhüter Raphael Laux hatte Printemps zu Fall gebracht, und den fälligen Foulelfmeter verwandelte Erdinc Solak (41.). Im Gegenzug reklamierten die Gastgeber einen Elfmeter an Kapitän Maximilian Zuckrigl, der Pfiff blieb jedoch aus. Nach dem Seitenwechsel war es ein reines Kampfspiel und in der letzten Phase eine richtige Friedberger Abwehrschlacht. "Die Umschaltsituationen haben wir schlecht zu Ende gespielt und hatten ganz wenig Ballbesitz. Der Gegner spielte unheimlich viele lange Bälle", rekapitulierte der Friedberger Coach. Das funktionierte meist nach folgendem Strickmuster: Torhüter Laux lief mit dem Ball am Fuß bis zur Mittellinie und schlug dann den Ball hoch in den Friedberger Strafraum.

Daraus ergaben sich zwei gute Kopfballchancen für Zuckrigl. Die Gäste sahen sich immer mehr in die Verteidigung gedrängt und kamen nur noch selten zu Entlastungsangriffen. Die Abwehrreihe musste viele Zweikämpfe führen, um bis in die vierminütige Nachspielzeit hinein diese langen Bälle zu verteidigen.

"Das Quäntchen Glück war in diesem ausgeglichenen Spiel auf unserer Seite", zog Weber ein realistisches Fazit. Sein Dietkircher Kollege Thorsten Wörsdörfer haderte nach der fünften Niederlage in Folge und dem Abrutschen auf den ersten möglichen Abstiegsplatz: "Wir haben gekämpft und engagierten Fußball gespielt und es versäumt aus den Chancen Tore zu machen. Da war der Gegner uns von der Quote her voraus. Über den Elfmeter möchte ich nicht mehr reden, denn Woche für Woche fallen Entscheidungen gegen uns. Jetzt kommt eine harte Zeit auf uns zu."

TuS Dietkirchen: Laux - Nickmann, Rademacher, Bergs, Stahl - Hautzel, Kratz - Müller (78. Schmitt), Leukel (41. Mink), Schäfer (24. Granja) - Zuckrigl.

Türk Gücü Friedberg: Sahin - Usic, Dinler, Dudda, Ouattara - Tesfaldet - Printemps, Hagley (78. Mitrovic), Eren, Toskovic (65. Miric) - Solak.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Dücker (Nüsttal). - Zuschauer: 227. - Tore: 1:0 (19.) Müller, 1:1 (21.) Hagley, 1:2 (41./FE) Solak.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare