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Daisuke Fukuhara steuert einen Treffer zum 4:3-Erfolg von Türk Gücü Friedberg in Walldorf bei und brilliert auch sonst in der Offensive. ARCHIVFOTO: CHUC

Fußball

Türk Gücü Friedberg dreht die Partie in Walldorf

  • VonLeon Alisch
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Türk Gücü Friedberg hat Moral bewiesen und die Hessenliga-Partie bei RW Walldorf nach einem 0:2-Rückstand noch mit 4:3 für sich entschieden. Es war der zweite Saisonerfolg.

(lab). Moral, Aufwand und offensive Power. Drei Stärken, die Türk Gücü Friedberg am Sonntag auf den Platz gebracht hat. Bei Rot-Weiß Walldorf gewann die Wetterauer Elf in der Fußball-Hessenliga (Gruppe B) mit 4:3 und jubelte nach dem Spiel umso lauter über die ersten Punkte nach zuletzt zwei Pleiten. »Ich bin richtig stolz und froh über die Leistung der Mannschaft«, äußerte sich Türk-Gücü-Trainer Carsten Weber nach dem Spiel.

Die Partie war ein Auf und Ab: Zunächst sicherten sich die Gastgeber aus Walldorf eine 2:0-Führung, dann kam Türk Gücü zurück und drehte die Begegnung in der zweiten Spielhälfte. »Wir waren von Anfang an griffig und haben generell mit einer viel höheren Intensität verteidigt. Das hat uns dann vorne die Chancen gebracht«, so Weber. Die Gastgeber aus Walldorf haderten unterdessen mit ihrer Spielweise: »Von den Gegentoren waren einige zu vermeiden, wir haben uns hier quasi selbst geschlagen«, sagte Walldorf-Trainer Max Martin.

Doch von vorne: Friedberg setzte von Beginn an auf frühes Anlaufen, erzeugte Druck, dennoch fand Walldorf besonders zahlenmäßig besser in die Begegnung. Schon nach fünf Minuten netzte Manuel Konate Lüken in Folge eines Konters aus acht Metern zum 1:0. Eine Viertelstunde später war Laurin Vogt (20.) zur Stelle und köpfte nach einer Ecke zum 2:0 ein. »Die Partie begann eigentlich für uns wie auch in den vergangenen Wochen«, sagte Weber. Doch die Hausherren machten nun den Fehler, sich viel Zeit zu lassen, den Ball in der eigenen Hälfte hin und her zu passen und Türk Gücü so die Möglichkeit zu geben, sich wieder zu sammeln. Und Friedberg ließ sich nicht zweimal bitten, kam nach 31 Minuten in Folge eines Fouls an Daisuke Fukuhara zu einem Elfmeter - Noah Michel trat an und traf zum 1:2. Zur Pause wussten folglich alle: Hier ist noch alles offen.

Nach Wiederbeginn machte Türk Gücü weiter Druck - und Walldorf zeigte sich unachtsam. Das nutzte die Offensive der Gäste gnadenlos aus: Daisuke Fukuhara (64.) traf nach einem schnellen Doppelpass zum 2:2-Ausgleich. Und nur fünf Minuten später war das Spiel gedreht: In Folge eines Ballverlusts der Gastgeber steckte Fukuhara zu Michel durch. Der überlupfte Heimkeeper Darmstädter. Nun kam eines zum anderen, und Rot-Weiß-Akteur Laurin Vogt beförderte das Leder bei einem Klärungsversuch unhaltbar in die eigenen Maschen zum 2:4 (79.). In einer hektischen Schlussphase gelang Nico Struwe (83.) nach einem Konter noch das 3:4 für Walldorf, weitere Chancen für Hausherren blieben aber aus.

So sah man nach dem Spiel sichtlich verärgerte Südhessen und zufriedene Kreisstädter. Und es bleibt die Frage: War das schon ein Wendepunkt, läuft es jetzt endlich besser für Türk Gücü? »Wir hoffen es natürlich. Ich denke, die Jungs haben gemerkt, wie gut sie spielen können. Das war heute in vielen Belangen elementar besser, und wir arbeiten in die Richtung«, antwortete Weber auf die Frage nach der Trendwende. Besonders im Offensivspiel schien Türk Gücü deutlich gefährlicher - Fukuhara und Michel hielten die Gästeverteidigung auf Trab.

Die Mannschaft verweilt nach dem Sieg weiter auf Rang neun, hat allerdings mit sieben Punkten auf dem Konto den Abstand in Richtung Top fünf verkürzt. Am Mittwochabend steht die Nachholpartie beim derzeit starken SC Waldgirmes bevor.

Rot-Weiß Walldorf: Darmstädter, Haliti, Konate Lüken (ab 66. Dogan), Schneider (ab 77. Schneider), Struwe, Kunert, Vogt, Thomasberger, Eichfelder (ab 77. Boukayouh), Borger, Geisler.

Türk Gücü Friedberg: Koob, Kilic, Häuser, Knecht (ab 75. Demir), Okamoto, Henrich (ab 85. Jost), Schorr, Eren (ab 88. Hyodo), Lee, Fukuhara, Michel.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Tesch (Dieburg). - Zuschauer: 250. - Tore: 1:0 (5.) Konate Lüken, 2:0 (20.) Vogt, 2:1 (31./Foulelfmeter) Michel, 2:2 (64.) Fukuhara, 2:3 (69.) Michel, 2:4 (79./Eigentor) Vogt, 3:4 (83.) Struwe.

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