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Im Zweikampf: Ricardo Marra (rechts) von Türk Gücü Friedberg und Kevin Bartheld vom FSV Fernwald. Foto: Jaux

Fussball-Hessenliga

Türk Gücü Friedberg: Mit blauem Auge gegen das Schlusslicht

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Türk Gücü Friedberg ist aus der Fußball-Hessenliga-Partie gegen Schlusslicht FSV Fernwald mit einem blauen Auge herausgegangen. Die Kreisstädter lagen bereits mit zwei Toren zurück.

Das hatten sich die Fußballer von Türk Gücü Friedberg gewiss anders vorgestellt: Anstatt sich mit einem Erfolg in die Winterpause zu verabschieden, reichte es für den Wetterauer Hessenligisten am Samstagnachmittag auf dem Ober-Rosbacher Kunstrasenplatz gegen den Tabellenletzten FSV Fernwald trotz Heimvorteils nur zu einem 2:2 (0:2)-Unentschieden. Von Wiedergutmachung für die am 23. Oktober bei den Mittelhessen erlittene 2:5-Pleite konnte demnach keine Rede sein.

Nimmt man es ganz genau, standen die Gastgeber sogar dicht vor der zweiten Pleite gegen den designierten Absteiger, für den das zweite Saisonremis beim Versuch, in Sachen Klassenerhalt eventuell doch noch den richtigen Kurs zu finden, allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein war. Ähnliche Probleme tangieren das Team von Friedbergs Trainer Carsten Weber zwar nicht, aber 27 Punkte und Position neun im Gesamtklassement bieten diesbezüglich halt auch keine absolute Sicherheit.

"Drei Spiele binnen einer Woche waren zum Jahresabschluss eine enorme Belastung. Nur gut, dass jetzt Pause ist. Positiv war, dass die Mannschaft gegen Fernwald tolle Moral bewiesen und nach einem Zwei-Tore-Rückstand doch noch die Kurve gekriegt hat", meinte Weber, der im Vergleich zur Bad Vilbeler Partie Ricardo Marra und Jonatan Tesfaldet für Filip Mitrovic und Massé Bell Bell ins Startteam beorderte. Für die Beobachter ebenso klar erkennbar: Ohne Stürmer Shelby Printemps, der privat in den USA weilt, ist die Friedberger Offensive nur die Hälfte wert. Derweil haderte Fernwalds Coach Benjamin Lock ein wenig mit dem Schicksal: "Wieder geführt, wieder nicht gewonnen. So war’s in den vergangenen Wochen schon des Öfteren. Aber wir geben nicht auf".

Die Punkteteilung empfanden beide Übungsleiter als durchaus gerechtes Resultat, wobei zunächst die auf vier Positionen veränderten Gäste aus der Gießener Kante (Keeper Jäckel, Szymanski, Fischer und Ersentürk für Göltl, Celik, Strack und Erben) den Gang der Dinge diktierten: Ufuk Ersentürk besorgte nach 13 Minuten mit einem tollen 25-Meter-Freistoß ins linke Dreieck die Führung, die Innenverteidiger Luke Dettki in der 34. Minute zu verdoppeln verstand. Vorausgegangen war ein Kopfball von Friedbergs Verteidiger Ceyhun Dinler in die falsche Richtung. TG-Keeper Tolga Sahin klärte in höchster Not, war gegen Dettkis nachfolgenden Schuss aus kurzer Distanz allerdings machtlos. Der Anfang vom Ende für Türk Gücü? Mitnichten. Fünf Minuten vor der Pause schöpften die Kreisstädter neue Hoffnung, denn Julian Dudda hatte nach Erdinc Solaks Ecke per Kopfball den Zwei-Tore-Rückstand halbiert.

Dass die Weber-Elf ab den zweiten 45 Minuten eine Schippe drauflegen würde, schien beschlossene Sache zu sein, blieb aber zunächst ein frommer Wunsch. Vielmehr waren spektakuläre Standards angesagt, und zwar auf beiden Seiten. Erdinc Solaks Freistoßhammer, der auf dem Querbalken landete, hätte den Friedbergern in der 53. Minute den zweiten Treffer bringen können - Fernwald antwortete durch Ersentürks kapitalen Flachschuss, der drei Minuten später vom rechten Pfosten ausgebremst wurde. Aussichtsreiche Versuche von Abdussamed Gürsoy (61./TG) und Mirco Geisler (78./FSV) brachten ebenfalls nicht den gewünschten Ertrag, dann kam die 85. Minute: Friedbergs Vuk Toskovic zirkelte das Leder von links ins Zentrum, wo der gerade erst eingewechselte Dorian Miric am höchsten stieg und den Ball per Kopfball gegen die Laufrichtung von Fernwalds Torwart Stephan Jäckel zum Ausgleich verwandelte. Aufatmen bei Türk Gücü - man war mit einem blauen Auge davongekommen.

Türk Gücü Friedberg: Sahin - Eren, Dudda, Dinler, Ouattara (71. Erdogan) - Usic - Tesfaldet, Hagley (83. Miric), Marra (57. Gürsoy), Toskovic - Solak.

FSV Fernwald: Jäckel - Simon, Dettki, Bender, Fischer - Goncalves, Ersentürk - Völk, Geisler, Bartheld - Szymanski.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Patrick Werner (Nauheim). - Zuschauer: 100. - Tore: 0:1 (13.) Ersentürk, 0:2 (34.) Dettki, 1:2 (40.) Dudda, 2:2 (85.) Miric.

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