In der Hessenliga so richtig durchstarten will Türk Gücü Friedberg - unter anderem mit Stürmer Noah Michel (rotes Trikot). Er ist einer von 13 Neuzugängen im Team. FOTO: JAUX
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In der Hessenliga so richtig durchstarten will Türk Gücü Friedberg - unter anderem mit Stürmer Noah Michel (rotes Trikot). Er ist einer von 13 Neuzugängen im Team. FOTO: JAUX

Vor dem Saisonstart

So hat Hessenligist Türk Gücü Friedberg für die neue Saison aufgerüstet

  • Uwe Born
    vonUwe Born
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Namhafte Verstärkung, größere Kompetenz im sportlichen Bereich, klare Zielsetzung: Bei Türk Gücü Friedberg ist einiges auf und abseits des Platzes auf ein höheres Level gehoben worden. Nun soll es auch sportlich rund laufen.

Nimmt man es ganz genau, ist der Name Türk Gücü Friedberg und somit die Bezeichnung "Kreisstädter" irreführend, zumal er auf längst vergangenen Zeiten basiert, in denen der Klub noch im Friedberger Stadtteil Ossenheim dem runden Leder nachjagte. Seit mehreren Jahren herrschen andere Rahmenbedingungen, denn der Verein vollzog den Umzug aufs Sportfeld Eisenkrain in Ober-Rosbach und bietet dort interessierten Zeitgenossen nach dem Aufstieg aus der Verbandsliga Süd seit zwei Jahren Fußball der hessischen Spitzenklasse. Darauf zu wetten, Türk Gücü Friedberg werde dort nach den Positionen 13 und 11 eine Schippe drauflegen und in der Endabrechnung weiter vorne zu finden sein, dürfte nach Ansicht fast aller fachkundigen Beobachter keine allzu hohen Quoten bringen. Weshalb, liegt auf der Hand: Durchforstet man die Qualität des Teams , ist ein deutlich höheres Niveau im Vergleich zum Vorjahr unverkennbar.

Türk Gücü Friedberg: Der Kader von Trainer Carsten Weber ist runderneuert

Was hat sich getan? Beim Vorhaben, auch im Umfeld der Mannschaft bessere Strukturen zu etablieren, sind die Türk-Gücü-Verantwortlichen neue Wege gegangen. Erstens hat sich Carsten Weber, in der zweiten Saison der Chefcoach, mit Christoph Pilch einen neuen Co-Trainer an seine Seite geholt. Zweitens soll sich Julien Schmittberger, neben Sinan Karanfil ab sofort zweite treibende Kraft in der sportlichen Leitung, vorwiegend um Spielerbelange außerhalb des Platzes kümmern. Drittens wurde Patrick Schorr, Neuzugang vom FC Carl Zeiss Jena, in die sportliche Planung mit einbezogen. "Alles Maßnahmen, um die Außendarstellung des Vereins zu verbessern", sagt Weber. Dass auch auf der Ebene der Kaderzusammensetzung mächtig Feuer unterm Dach war, kam hingegen nicht unerwartet, spielte dem 36-jährigen Übungsleiter jedoch durchaus in die Karten. Fakt ist: Zehn Spieler haben die Fronten gewechselt, 13 sind geblieben, 13 wurden neu verpflichtet, darunter neben Defensivaußen Schorr weitere Hochkaräter wie Mittelfeldmotor Timo Cecen (FC Gießen) und Abwehrspezialist Julian Scheffler (Kickers Offenbach). "Damit lässt sich prima arbeiten", bezeichnet Weber die Breite in seinem Team als gute Basis für eine erfolgreiche Meisterschaftsrunde.

Wie läuft die Vorbereitung? Lässt man die bisher erzielten Test-Resultate Revue passieren, gibt es für den Friedberger Übungsleiter eigentlich keinen Grund zur Klage. "Hauptsache ist, jedem Einzelnen genügend Spielpraxis zu gewähren", lässt er wissen. Mit der körperlichen Verfassung sei er sehr zufrieden, "alle Spieler haben sich seit dem Trainingsbeginn mächtig ins Zeug gelegt". In sieben Duellen musste die Mannschaft nur einmal (1:3 gegen Bayern Alzenau) die Segel streichen. Dagegen standen fünf Siege über den FC Turabdin/Babylon Pohlheim (8:1), SF/BG Marburg (3:0), Basara Mainz (5:2), TS Ober-Roden (4:0) und die SG Bornheim/GW (7:1) sowie das Remis gegen den VfB Marburg (2:2) zu Buche. Vorbereitungs-partie Nummer acht steigt am heutigen Samstagnachmittag (16 Uhr) bei Rot-Weiß Darmstadt, ehe mit dem Kreispokal-Halbfinale am morgigen Sonntag (15 Uhr) beim FC Karben die "heiße Phase" der neuen Runde eingeläutet wird.

Türk Gücü Friedberg: Späterer Saisonstart wegen Corona-Lockdown in Hanau

Wie lautet die Zielsetzung? "Einstellig wäre in Ordnung", hält Carsten Weber von Meinungen, die neu formierte Mannschaft könne durchaus in der Hessenliga-Spitzengruppe eine Rolle spielen, erst mal nichts. Favoriten seien andere Klubs, etwa der FC Eddersheim, Hessen Dreieich oder Barockstadt Fulda. Dass der am 6. September geplante Saison-Einstieg ins Wasser fällt, weil das Gastspiel beim FC Hanau 93 wegen der dort herrschenden Corona-Maßnahmen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden muss, hat für den Wetterauer Hessenligisten zumindest einen Vorteil: Man darf vor eigenem Publikum beginnen - eine Woche später gegen den Hünfelder SV.

Das sagt der Trainer: "Aufs Team bezogen bin ich mir sicher: Wir sind flexibler geworden, können taktisch variabler reagieren und gehen topfit in die Saison. Ziel muss sein, mehr Konstanz an den Tag zu legen. Ansonsten begegne ich den kommenden Aufgaben recht gelassen, zumal jeder Verein nach der extrem langen Pause bei null anfängt. Der proppenvolle Terminplan sollte für die Spieler kein Problem sein. Die Taktung ist in Ordnung und dazu gibt’s auch keine Alternative."

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