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Türk Gücü erschreckt nächsten Favoriten

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»Zwar gibt es dazu nach unserer hohen Niederlage in Darmstadt eigentlich keinen Anlass, aber ich habe ein gutes Gefühl«, meinte Savas Yasaroglu, der Trainer von Türk Gücü Friedberg, unmittelbar vor dem Anpfiff der Partie gegen den Spitzenreiter TS Ober-Roden. 90 Minuten später sah sich der Friedberger Coach in seiner Sicht der Dinge bestätigt.

Dank einer sehr konzentrierten Vorstellung hatte sich der Wetterauer Verbandsliga-Neuling nämlich einmal mehr als Favoritenschreck entpuppt und entzauberte nach Rot-Weiß Frankfurt auch den zweiten Meisterschaftskandidaten durch einen knappen 2:1 (1:1)-Erfolg; es war erst die dritte TS-Niederlage. Lohn aller Mühen waren die Punkte 15 bis 17 sowie das Vorrücken in Richtung gesichertes Tabellen-Mittelfeld.

Für Ober-Roden war es die zweite Niederlage binnen fünf Tagen, denn am Mittwoch hatte die TS gegen Hessen Kassel im Hessenpokal-Achtelfinale mit 1:2 verloren.

Klar, dass Nach der Partie gestern nicht nur Coach Yasaroglu, sondern auch der TG-Spielausschussvorsitzende Erdal Terzi dem Team durchgehend Bestnoten attestierte: »Gegenüber der 0:6-Pleite vor Wochenfrist in Darmstadt war’s eine Steigerung um hundert Prozent, und Kamber Koc, unser überragender Keeper, erwies sich als Turm in der Schlacht«. Auf dem Ossenheimer Sportgelände probierten es die Platzherren – wie erwartet – mit einer 4-2-3-1-Taktik. Weil William Anane fehlte, übernahm zunächst Marc Witte in vorderster Front den Solopart. Ab der 35.

Minute, nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Mittelfeldspieler Firat Can, stellte Türk Gücü um: Menderes Yasaroglu rückte auf die Sechserposition, Witte übernahm im Mittelfeld die Außenbahn, während der für Firat Can eingewechselte Fatih Uslu vorne als einzige Sturmspitze fungierte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits zwei Mal eingeschlagen: Zunächst durfte Ober-Roden jubeln, denn gegen Yves Böttlers Schrägschuss aus halbrechter Position, den Maximilian Pfaff mittels punktgenauen Pass in die Gasse ermöglichte, war für Kamber Koc in der achten Minute kein Kraut gewachsen. Davon unbeeindruckt, versuchten die Friedberger auch weiterhin mit hohem Einsatzwillen und möglichst effektiven Pässen in die Schnittstelle die Ober-Rodener Abwehrkette auszuhebeln. Das klappte zwar nur selten, doch ein Mal, in der 15. Minute, lief alles nach Wunsch: Jonatan Tesfaldet spielte steil, Oguz Akkas bedankte sich und egalisierte per Flachschuss ins kurze Eck zum 1:1-Ausgleich. Ober-Roden legte fortan eine Schippe drauf, Zählbares blieb jedoch aus, denn Kamber Koc bewies in zwei Szenen (40./42.) gegen Böttler große Klasse.

Den zweiten und bereits entscheidenden Schlag ins Kontor mussten die Gäste schon in der 47. Minute quittieren: Fatih Uslu startete über Außen durch und bediente den besser postierten Jonatan Tesfaldet mustergütig – 2:1. Türk Gücü Friedberg lag zum ersten Mal vorne und konzentrierte sich in der noch verbleibenden Zeit gegen die vor allem in den letzten 20 Minuten alles nach vorne werfende Ober-Rodener Truppe auf exaktes Abwehrverhalten. Eine Taktik, die ihren Zweck erfüllte, auch wenn die Juskic-Elf durch Böttler (55. – Kopfball, den Koc aus dem Eck fischte) und Knecht (81. – aus acht Metern freistehend drüber) durchaus hätte egalisieren können. Doch auch der dritte TG-Volltreffer wäre möglich gewesen: Alit Usic zeigte nach einem Konter in der 61. Minute jedoch Nerven und vergab aus kurzer Distanz.

Für Türk Gücü geht es am Sonntag in Alsbach weiter.

Türk Gücü Friedberg: Kamber Koc – Akkas, Ngolumuo, Clark, Pioch – Firat Can (35. Fatih Uslu), Saletnik – Menderes Yasaroglu (78. Sentürk), Usic (66. Yaya), Tesfaldet – Witte.

TS Ober-Roden: Weinreich – Barowski, Strauss (46. Kessler), Knecht, Schwab – Barak, Bidou, Pfaff (56. Braun), Schnitzer – Schöppner, Böttler (70. Henkel).

Steno: Tore: 0:1 (8.) Böttler, 1:1 (15.) Akkas, 2:1 (47.) Tesfaldet. – Schiedsrichter: Sebastian Betz (Bad Soden). – Zuschauer: 130. Uwe Born

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