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TSV-Staffel jubelt über Bronze in Leipzig

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Der Vorsprung des TSV Friedberg-Fauerbach beim ersten Zeitendlauf über 4x200-Meter gegenüber dem SSC Berlin war nach dem letzten verpatzten Wechsel zwischen Julian Waschbüsch und Michael Weber zusammengeschrumpft - und die Berliner waren nun drauf und dran, dem TSV noch den Schneid abzukaufen. Doch Weber machte vor der letzten Kurve, 100 Meter vor dem Ziel, die Tür zu. »George Petzold ist doch nur Kurzsprinter«, sagte er hinterher trocken. Weber wehrte den Angriff des letzten Berliner Läufers ab, lief exakt eine Zehntelsekunde vor dem Hauptstädter über die Ziellinie, und sicherte damit dem TSV - dies stellte sich erst wenige Minuten später heraus - die Bronzemedaille bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Leipzig. Im Einzel sorgte Nils Müller mit Rang fünf über 200 Meter für die beste heimische Platzierung.

Für die Fauerbacher 4x200-Meter-Staffel hatte ein starker Till Helmke mit einer guten Reaktion aus dem Block in Führung liegend übergeben. Nils Müller und Julian Waschbüsch konnten die Spitzenposition halten, ehe die Berliner noch herankamen. 1:26,34 Minuten zeigte die Anzeigetafel für den nicht mit optimalen Wechseln agierenden TSV-Vierer an - das war die Vorgabe an die anderen Vereine aus dem zweiten Zeitendlauf. In dem dominierten der stark besetzte TV Wattenscheid (1:24,24 min) sowie der TuS Jena (1:25,11) und holten sich damit Gold und Silber. Der TV Gladbeck blieb in 1:26,45 Minuten knapp über der Fauerbacher Zeit - im Sommer hatten die Mannen aus dem Ruhrpott noch den TSV geschlagen. »Mehr als der dritte Platz war nicht drin«, zeigte sich TSV-Sportwart Volker Weber zufrieden. Auch für Till Helmke war es ein versöhnlicher Abschluss der Hallensaison. »Das fühlte sich doch richtig gut an. Und meine Reaktionszeit mit 0,124 Sekunden war sehr gut«, sagte der zweifache Olympiateilnehmer, der auf einen Einzelstart in der zumindest am zweiten Tag mit 4000 Zuschauern proppevollen Arena Leipzig verzichtet hatte.

Gleich zweimal alleine unterwegs war vor dem Staffel-Bronze Nils Müller. Der ehemalige U20-Europameister mit der Staffel stellte sich über 60 und 200 Meter der nationalen Spitze. Über die längere Distanz konnte er dabei den optimalen fünften Platz rausholen. Im Vorlauf hatte er in 21,51 Sekunden zwar seine Saisonbestzeit eingestellt, lag aber nur auf Rang sieben. Im Finale war es jedoch der 21-jährige Fauerbacher, der seine Leistung gegenüber der direkten Konkurrenz am ehesten bestätigen konnte und in 21,56 Sekunden auf Rang fünf lief.

Da der Vierte bereits 21,22 Sekunden erzielte, war für Müller nicht mehr drin - er hielt allerdings gleich drei Läufer binnen einer Zehntelsekunde hinter ihm in Schach. »Ein bisschen schneller hätte es schon sein können, aber der Platz ist absolut okay«, waren sich in der Analyse Athlet und Trainer, Müller und Volker Weber, einig. Über 60 Meter hatte der in Münzenberg wohnhafte TSV-Sprinter nach 6,90 Sekunden mit Platz drei den Zwischenlauf erreicht, in dem er 6,91 Sekunden nachlegte. 6,85 Sekunden - und damit die Einstellung seiner Saisonbestzeit - wären für den Finaleinzug nötig gewesen. »Eine 6,80er wollte ich schon laufen«, bekannte Müller, der somit 13. wurde.

Stark ersatzgeschwächt hatte die 4x400-Meter-Staffel den fast unmöglichen Versuch unternommen, mit Patzern der Konkurrenz vielleicht doch erneut eine Medaille holen zu können. Doch die Chancen waren bereits im Vorfeld fast gleich null. Denn aus der Silber-Staffel des Vorjahres war nur noch Lars Birger Hense übrig - die drei schnellsten Läufer mit Niklas Zender, Sebastian Schäfer und Florian Schwalm (alle angeschlagen oder verletzt) fehlten. Die Fauerbacher liefen aufgrund ihrer Vorleistung auch nur im langsameren Zeitendlauf, in dem der schon erfahrene Christian Klein, der amtierende Deutsche 400-Meter-Hürden-Meister Hense und Neuzugang Jasper Henkel bei seinem ersten TSV-Staffeleinsatz die LG Stadtwerke München zunächst auf Distanz halten konnten. Doch Sven Langer, einziger Läufer der bei den Süddeutschen auf Rang zwei gelandeten 4x400-Meter-Staffel, stand als Schlussmann gegen den frischgebackenen 800-Meter-Zweiten Steffen Co freilich auf verlorenem Posten. In der Endabrechnung blieb den Schützlingen von Sieglinde und Volker Weber Rang sieben in 3:20:18 Minuten, wobei Klein sowie Hense knapp unter 50 und Henkel sowie Langer knapp über 50 Sekunden liefen. Der Sieg ging an die Startgemeinschaft Germania Halberstadt in 3:13,88 Minuten - der TSV hatte im Vorjahr in Bestbesetzung 3:12,82 Minuten angeboten.

»Die Staffel war schneller als bei den Süddeutschen, das war schon okay. Es hätte zwar ein bis zwei Sekunden schneller sein können, aber das hätte auf den Platz keine Auswirkung gehabt«, sagte Volker Weber. Die Münchner wurde Sechste mit 3:18,17 Minuten.

Für drei TSV-Frauen gab es in Leipzig in ihren Disziplinen ein frühes Aus - allerdings zum Teil nicht unerwartet. Für Dana Prada war schon die Qualifikation für die nationalen Titelkämpfe ein Erfolg. Die Frau vom ehemaligen Bad Nauheimer Eishockey-Spieler Martin Prada kam in 8,88 Sekunden über 60 Meter Hürden bis auf zwei Hundertstelsekunden an ihre Saisonbestzeit heran, schied allerdings wie erwartet im Vorlauf aus. Wiebke Ullmann startete erstmals in diesem Winter über ihre Paradestrecke, die 400 Meter. Ihr fehlte nach eigenen Angaben noch etwas das Tempogefühl, sie wurde in 55,70 Sekunden Neunte. Damit verfehlte Ullmann den Endlauf und damit die Top Sechs um etwas mehr als drei Zehntelsekunden - dorthin hätte es die Vorjahres-Dritte sicherlich gerne geschafft.

Im Hochsprung verabschiedete sich Bianca Schmid mit drei ungültigen Versuchen über 1,80 Meter recht früh, 1,75 Meter und damit acht Zentimeter weniger als ihre Saisonbestleistung standen für die Tochter von Ex-Weltklasse-Langhürdenläufer Harald Schmid zu Buche. Dies bedeutete Rang neun. Michael Wiener

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