Trotzreaktion gefordert

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(mis). "Unsere Mannschaft hat noch einen langen Weg vor sich, um das Team zu werden, das wir in dieser Saison haben wollen und sein wollen." Tim Kehler, Trainer der Kassel Huskies, fand klare Worte am Sonntagabend. Kurz zuvor hatte seine Mannschaft das Hessen-Derby gegen Bad Nauheim hergeschenkt.

Und das, obwohl die Huskies 31 Sekunden vor der Schluss-sirene noch 3:2 führten und die drei Punkte wohl schon in ihren Händen wähnten - ehe die Partie in der Schlussminute und der Verlängerung mit 3:4 kippte. "Das darf nicht passieren, das ist schon hart", sagte Michael Christ. Der Kasseler, der den verletzten Ex-Nauheimer Denis Shevyrin als Kapitän vertritt, ärgerte sich auch über die letzte Strafzeit, die seine Mannschaft kassiert hatte. Ryan Olsen hatte zweieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit wegen Behinderung zwei Minuten bekommen. Ärgerlich war das aus der Sicht der Kasseler deshalb, weil sie eigentlich den Vorteil eines Powerplays auf ihrer Seite gehabt hätten. Denn drei Sekunden vor Olsen hatten die Nauheimer ihrerseits erst eine Strafe gezogen.

Doch die "Roten Teufel" witterten Morgenluft, brachten einen sechsten Feldspieler für Keeper Felix Bick und wurden letztlich nicht nur mit dem Ausgleich, sondern auch dem Auswärtssieg in der Overtime belohnt. "Wir waren schlampig, wir haben über das ganze Spiel hinweg verschiedene Wege gefunden, das Spiel zu verlieren", erklärte Coach Kehler, der seinen Topsturm mit Marcel Müller, Corey Trivino und Brett Cameron explizit in die Kritik einbezog. "Vor dem ersten Gegentor sind sie viel zu lange in der Offensivzone geblieben, und am Ende fischen wir den Puck aus dem eigenen Netz", bemängelte er. Auch dem zweiten Treffer der Nauheimer sei mangelhaftes Defensivverhalten der Topreihe vorausgegangen.

Nicht nur die Worte dürften bei den Spielern angekommen sein. Auch in den nächsten Tagen wird der Trainer den Fokus auf die Defensivarbeit legen. "Davon ist kein Mannschaftsteil ausgenommen. Wir werden viel Videostudium machen, viel in der defensiven Zone arbeiten", kündigte der Coach an.

Und auch Christ hofft, dass der Sonntagabend Wirkung zeigt: "Wir schaffen es nicht, über die gesamte Spielzeit unsere Leistung abzurufen. In Frankfurt haben wir das erste Drittel hergeschenkt, in Weißwasser das zweite. Wir können nur gewinnen, wenn jeder 100 Prozent gibt. Ich hoffe, dass jetzt alle wachgerüttelt sind. Es muss jetzt eine Trotzreaktion geben."

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