Auf Siegkurs: Sven Bartels vom Team Triathlon Wetterau wechselt vom Rad auf die Laufstrecke. (Foto: Jaux)
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Auf Siegkurs: Sven Bartels vom Team Triathlon Wetterau wechselt vom Rad auf die Laufstrecke. (Foto: Jaux)

Triathlon Maibach

Triathlon Wetterau: Doppelsieg für Geschwisterpaar

  • vonTanja Weber
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Der Maibacher Triathlon gehörte ganz den Athleten vom Team Triathlon Wetterau. Am Ende stand sogar ein Geschwisterpaar auf dem Podium. Besonders erfolgreich: der neue Staffelwettbewerb.

Sowohl im Frauen- als auch Männerbereich blieb es im Fight um den Gesamtsieg des 29. Maibacher Triathlons bis zuletzt spannend. Am Ende holten sich die Geschwister Sven und Manuela Bartels vom Team Triathlon Wetterau vor ihren Teamkollegen die Tagessiege. Nadine Schmidt und Sebastian Felix Girg wurden als Fünfter bzw. Zweite der jeweiligen Konkurrenz zudem Butzbacher Stadtmeister.

Die Favoriten vom Team Triathlon Wetterau starteten in einer 15er-Gruppe gegen 11 Uhr, Michael Victor lief nach 4:09 Minuten für die 300 Meter im 25-Meter-Schwimmbecken des Freibades als Schnellster zu seinem Zeitfahrrad. Sven Bartels (4:15) und Oliver Weber (4:20) ließen keine Körner im Wasser und überholten Michael Victor bereits in der Wechselzone. AK 50-Sportler Weber setzte sich am ersten Anstieg nach Wernborn an die Spitze und fuhr mit 28:06 Minuten für die 18 profilierten Radkilometer den schnellsten Radsplit des Tages. Mit dem Anstieg zu den Eschbacher Klippen und hinauf nach Bodenrod zählt der Streckenverlauf sicherlich zu den landschaftlich schönsten aber auch anspruchsvollsten der hessischen Triathlonveranstaltungen. "Da ich im Laufen deutlich nachgelassen habe, war mir klar, dass Sven und Michael mich auf dem Sechskilometerkurs überholen werden", sagt der deutsche Vizemeister über die Sprintdistanz 2018. Bartels überholte Weber zwischen Kilometer zwei und drei, Victor folgte wenig später.

Triathlon Maibach: Kampf der Teamkollegen von Triathlon Wetterau ums Podest

Mit starken 54:51 Minuten knüpfte Sven Bartels an seinen Sieg aus dem Vorjahr an. "Außerdem bin ich 1:40 Minuten schneller gewesen", freut sich der Sportwart vom Team Triathlon Wetterau. Victor, der sich erst acht Tage zuvor in die Finisherliste des Ironman 70.3 Prag eingetragen hatte, lief nach 55:17 Minuten in den Zielkanal vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Der Ingenieur überzeugte mit der schnellsten Laufzeit von 21:22 Minuten. Auf Gesamtplatz drei schob sich der 19-jährige Schweizer Jari Claes mit 57:09 Minuten. AK 50-Sieger Weber finishte in 57:38 Minuten deutlich unter einer Stunde genau wie Hawaii-WM-Starter Sebastian Felix Girg (58:56 Minuten) auf Rang fünf und der Darmstädter Michael Waraus (59:38 Minuten) auf Platz sechs. Girg wurde zudem neuer Butzbacher Stadtmeister und löst damit den Siegeszug von Frank Wagner ab.

Bei den Damen lieferten sich Manuela Bartels und Nadine Schmidt (beide Triathlon Wetterau) ein spannendes, teaminternes Duell. Mit fast identischer Schwimmzeit um die 4:30 Minuten wechselten die beiden Teamkolleginnen auf ihre Zeitfahrräder. Nadine Schmidt nahm mit schnellen 33:47 Minuten auf dem Rad ein ordentliches Polster von 1:30 Minuten auf die Laufstrecke. Bartels hingegen spielte ihre Laufstärke aus und fing Schmidt kurz vor dem Zieleinlauf ab. 25:15 Minuten zeigte die Uhr für die schnellste weibliche Laufzeit des Tages. 1:05:03 Stunden lautete die Endzeit der neuen Maibach-Siegerin, 1:05:27 Stunden benötigte die Butzbacherin Schmidt, die sich immerhin noch über den Sieg der Stadtmeisterschaften freuen durfte. Rebecca Huckestein komplettierte das Damenpodium mit 1:06:41 Stunden, lediglich sieben Sekunden trennten sie von Christine Bartels (beide Triathlon Wetterau) auf Platz vier. Den letzten Top-Five-Platz der Damen holte Sylvia Heller vom RVW Gambach in 1:08:24 Stunden.

Triathlon Maibach: 20 Staffeln bei erster Auflage des neuen Wettbewerbs

Erstmals gab es in Maibach auch einen Staffelwettbewerb. 20 Staffeln starteten in drei Wertungsklassen über die Jedermann-Triathlondistanz. In der Kategorie Männer siegten die "Drei Muskeltiere" (David Holzbach, Jan Meisgeier, Jan Pfeiffer) in 1:05:33 Stunden. 1:10:26 Stunden benötigte das Mixed-Team "Energy-co2-com" (Lissi, Udo, Leonie Dippe). Schnellstes Frauenteam war das "Team Fahrradscheune" (Jasmin Hofmann, Simone Schüler, Sabine Zeh).

Info

Auszug aus der Siegerliste

Männer M 16: 1. Yannick Hartmann (TG Sachsenhausen) 1:18:12 (06:08/40:07/31:57). M 18: 1. Jari Claes (Unterseen) 57:09 (4:31/30:07/22:31). M 21: 1. Michael Viktor (Triathlon Wetterau) 55:17 (04:09/29:46/21:22). M 30: 1. Dominic Heil (RVW Gambach) 1:10:10 (05:31/36:28/28:11). M 35: 1. Sven Bartels (Triathlon Wetterau) 54:41 (04:15/28:56/21:30). M 40: 1. Sebastian Felix Girg (Triathlon Wetterau) 58:56 (04:25/31:31/23:00). M 45: 1. Tobias Reinwald (Oberursel) 1:01:02 (5:14/31:45/24:03). M 50: 1. Oliver Weber (Triathlon Wetterau) 57:38 (04:20/28:46/24:32). M 55: 1. Stefan Schmelz (TuS Weilnau) 1:10:39 (07:21/35:50/27:28). M 60: 1. Patrick Kaurisch (Triathlon Wetterau) 1:10:32 (05:35/37:30/27:27). M 65: 1. Hermann Kracht (LT Wetzlar) 1:17:43 (06:42/40:41/30:20). M 70: 1. Klaus Hoffmann (VfL Marburg) 1:20:07 (08:36/39:08/32:23).

Frauen W 16: 1. Antonia Stark (Waldsolms) 1:44:04 (08:41/57:11/38:12). W 21: 1. Rebecca Huckestein (Triathlon Wetterau) 1:06:41 (05:20/35:52/25:29). W 30: 1. Nadine Schmidt (Triathlon Wetterau) 1:05:27 (04:36/33:47/27:04). W 35: 1. Manuela Bartels (Triathlon Wetterau) 1:05:03 (04:33/35:15/25:15). W 40: 1. Christine Bartels (Triathlon Wetterau) 1:06:48 (04:40/36:04/26:03). W 45: 1. Andrea Dullnig (Buseck) 1:16:26 (05:28/41:08/29:50). W 50: 1. Anja Braas (DJK Marienstatt) 1:18:01 (08:11/38:43/31:07). W 55: 1. Jutta Pfaff 1:17:49 (05:36/43:20/28:53). W 60: 1. Regina Laudan (SG Anspach) 1:50:32 (07:07/57:26/45:59).

Info

Das erste Mal Triathlon - Ein Erfahrungsbericht von WZ-Redakteur Michael Nickolaus

Die Idee entstand aus einer Bierlaune heraus. Wie das oft so ist. Sport mit den Nachbarn. Mal ein Wettkampf, statt dem allabendlichen Badminton-Duell am Gartenzaun. Maibach, der Triathlon, Jedermann-Distanzen, Staffelwettbewerb. Das ist genau das Richtige; vor allem für Untrainierte. Die Disziplinen waren schnell verteilt, und auch das Ziel gleich gesteckt; dem olympischen Gedanken folgend. Dabei sein ist alles.

Unsere Vorbereitung: ein Schwimmbad-Besuch, um überhaupt ein (Zeit-)Gefühl für eine 300-Meter-Distanz zu bekommen. Die Frage bei Freunden nach einem geeigneten Rad. Und ja, Süßigkeiten sollten beim Läufer mal für zwei Wochen im Regel bleiben. Die sportliche Herausforderung erfordert eben auch Opfer.

Sonntag. Der Wecker ist gestellt. Die Wettkampf-Vorfreude und die Temperaturen beenden de Nacht aber schon vorzeitig. In Maibach empfangen freundliche Ordner die Teilnehmer und ihre Fans am Ortseingang und weisen Parkplätze zu. Die erfahrenen Triathleten schrauben an ihren Rädern, tragen Vereinstrikots. Das macht Eindruck. Musik dröhnt aus den Boxen. Gute Laune verbreiten die Organisatoren auch bei der Anmeldung, über Mikrofone gibt’s zudem die wichtigsten Hinweise. Die Anspannung steigt.

Der Wechsel vom Schwimmen – der Bade anzug wurde erst am Vortrag gekauft – auf das (ebenfalls erst am Vorabend geliehene) Rad erfolgt auf Position neun der zehnköpfigen Startgruppe 2. Nicht Letzter. Also im Soll. Auf der gleichen Position wird der Läufer auf die Strecke geschickt. Übermotivation auf den ersten Metern. Das rächt sich, als die Strecke langsam, aber stetig bergauf durch den Wald führt. Eine kurze Gehpause? Die Frage quält. Nein. Irgendwie durchhalten. Ein Wasser, eine Banane und ein nasser Schwamm werden gereicht, aufmunternde Worte gibt’s obendrein. Die Hälfte ist geschafft. Ein einsamer Kampf gegen die Uhr, die 30-Minuten-Marke als selbstgestecktes Ziel. Einsam? Zwei Kilometer vor dem Ziel sind Schritte zu hören. Verfolger schließen auf. Die letzte Staffel oder schon ein Einzelstarter? Das Ziel ist für einen Endspurt noch zu spät entfernt. Endlich! Nur noch bergab! 1,5 Kilometer! Die Schritte kommen näher. Ein Zwischenspurt. 500 Meter noch. Mehr geht nicht. Die Schritt-Geräusche verlangsamen sich. Die Verfolger geben auf. Applaus in der letzten Kurve.

An der Ziellinie warten die Teamkollegen. Geschafft! Ziel erreicht; im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht Letzter. Und: Mächtig Spaß hat’s gemacht. Im kommenden Jahr sind wir wieder dabei

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