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Leon Hüttl vor dem Logo der Edmonton Oilers.

Traum mit interessanten Verbindungen

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(mka). Dass Leon Hüttl von den ruhmreichen Oilers zum Talente-Treffen eingeladen wurde, ist eine Auszeichnung für ihn und die Löwen. Aber es spricht auch für die guten Beziehungen aus Frankfurt nach Edmonton. Die ersten freien Stunden dieser plötzlichen Traumreise nach Kanada nutzte Leon Hüttl am Sonntag gleich für etwas Sightseeing, und seine Prioritäten setzte der Jüngste unter den Frankfurter Löwen in diesem Mekka der Puckjäger so, wie es sich für einen Eishockeyspieler gehört. Zumal er im Rogers Place ohnehin einen Termin hatte, so recht konnte Leon Hüttl das immer noch nicht fassen, als er am Sonntagabend in seinem Hotelzimmer in Edmonton saß

Wenn man von einem der berühmtesten Eishockeyclubs der Welt zum Treffen der Supertalente eingeladen wird, ist das tatsächlich nicht ganz selbstverständlich. "Für mich ist das eine absolute Ehre", betonte Hüttl. Dass er bis Donnerstag im Development Camp der Oilers mitmischt, stellt für den Bad Tölzer einen weiteren Meilenstein einer bemerkenswerten Entwicklung dar.

Der Verteidiger zählt bei diesem Trainingslager, wie es jeder Club aus der nordamerikanischen Elite-Liga NHL in diesen Tagen abhält, zu einem erlesenen Kreis: In erster Linie werden dort die Hochbegabten aus den eigenen Reihen versammelt. Und dazu wird eben die eine oder andere verheißungsvolle Nachwuchskraft aus aller Welt eingeladen. Wie Leon Hüttl. "Das hat er sich verdient mit seinen Leistungen über die Saison, mit denen er sich zu einem international angesehenen Top-Talent entwickelt hat", urteilt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, der Hüttl bei dem Kanada-Trip begleitet.

Obendrein gibt es inzwischen interessante Verbindungen aus Frankfurt nach Edmonton, die bei der Einladung ebenfalls geholfen haben. Die Oilers schließlich gehören der Unternehmensgruppe des kanadischen Milliardärs Daryl Katz, die jetzt auch in Frankfurt auf den Plan getreten ist: Die Katz Group will direkt am Flughafen eine stattliche, 23 000 Zuschauer fassende Multifunktionshalle bauen. Was Schwung in eine trotz des Bedarfs an einer solchen Arena in Frankfurt immer wieder stockende Diskussion gebracht hat. Und für die Löwen, die auf allen Ebenen daran arbeiten, sich für den ab 2021 wieder möglichen Aufstieg in die erstklassige DEL aufzustellen, über die Halle hinaus spannende Möglichkeiten einer weitergehenden Zusammenarbeit bietet.

"Unsere Verantwortlichen stehen in sehr gutem Kontakt mit den Verantwortlichen in Edmonton", berichtet Fritzmeier. Der Frankfurter Sportdirektor hat die sportliche Leitung der Oilers, deren Trikot unter anderem Superstar Connor McDavid und der deutsche Stürmerstar Leon Draisaitl tragen, während der Weltmeisterschaft in der Slowakei kennengelernt. Wegen solcher Beziehungen schaut man in Edmonton nun vielleicht noch etwas genauer auf den Frankfurter Kader, in dem für die Entwicklungsarbeit am Aufstieg seit einem Jahr verstärkt auf junge deutsche Spieler gebaut wird.

Seit Fritzmeier vor 14, 15 Monaten bei den Hüttls in Bad Tölz am Esstisch saß, um Leon von einem Löwen-Job zu überzeugen, hat sich einiges getan. Hüttl hat sich gleich in der ersten Profisaison zur Stammkraft gemausert. Er half der U-20-Nationalmannschaft bei der Rückkehr in die erste WM-Kategorie, war bei einer Sichtung des neuen Bundestrainers Toni Söderholm einer der wenigen Zweitliga-Vertreter und Kapitän der deutschen U 19 bei einem viel beachteten Nachwuchsturnier in Finnland.

Die NHL dürfte bei Hüttl frühestens in ein paar Jahren zum Thema werden, wenn überhaupt. Aber Erwartungen hat Hüttl zuletzt immer wieder im Eiltempo überholt.

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