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Durchgekämpft haben sich Spielführerin Sabine Kaiser (am Ball) und ihre HSG Gedern/Nidda in der Hinrunde der 3. Liga Ost. Nach dem Jahreswechsel steht jetzt für die Mannschaft aus dem Osten der Wetterau die Jagd auf Tabellenführer TSG Eddersheim um Lena Thoß (hinten) und Anna Franziska Gempp an. FOTO: IMAGO

3. Handball-Liga Ost der Frauen

Der Traum der HSG Gedern/Nidda lebt wieder - und weiter

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Das Jahr 2019 ist Geschichte. Für die Handballfrauen der HSG Gedern Nidda war es trotz des Abstiegs aus der 2. Bundesliga ein gutes Jahr. Dabei hätte es sogar ein sehr gutes werden können...

Wie von den Verantwortlichen geplant, blieben Mannschaft und Trainer der HSG Gedern/Nidda nach dem Abstieg aus der 2. Handball-Bundesliga der Frauen im Sommer zusammen. In der 3. Liga Ost gab es einen erfolgreichen Neustart. Wir haben die Gründe dafür:

HSG Gedern/Nidda: Eingespielter Kader und starker Neuzugang als Erfolgsrezept

Das Personal und die Taktik:Mit Emely Nau (HSG Kleenheim/Langgöns) konnte ein neues Gesicht im eingespielten Kader begrüßt werden. Sie entpuppte sich schnell als echte Verstärkung. Aufgrund der langen Zweitligasaison gab es nur eine Vorbereitungsphase, die Mittel Juli begann. Um in Zukunft variabler auf das Spiel der gegnerischen Mannschaften reagieren zu können, verordnete Trainer Christian Breiler seiner Mannschaft neben der bisher praktizierten 6:0-Deckung eine neue Variante. Eine offensivere 5:1-Formation wurde einstudiert und mit Saisonbeginn zusätzlich angewandt.

Der Hinrundenverlauf:Der Start in die neue Spielzeit verlief für die Mannschaft um Spielführerin Sabine Kaiser und die routinierte Leonie Nowak äußerst holprig. Nach drei Spielen rangierte die HSG mit 2:4 Punkten im hinteren Mittelfeld der Tabelle. Vor allem die 20:22-Heimniederlage gegen die TSG Ober Eschbach schmerzte. "Es war ein richtig schlechtes Spiel von uns. Ein gewaltiger Ausreißer nach unten. Spiele gegen die TSG sind bei uns mittlerweile eine Kopfsache", analysierte Martin Schindler, der Macher des HSG-Handball-Höhenflugs, zum Jahresende. Er schaut bereits mit sorgenvoller Miene auf den 16. Februar, wenn das Rückspiel im Bad Homburger Stadtteil ansteht. Doch nach dem verpatzten Start ging ein Ruck durch die HSG-Truppe. In den folgenden acht Spielen wurden 15:1 Punkte eingespielt. Vor allem in Spielen gegen die Mitfavoriten aus Eddersheim, Markranstädt, Fritzlar und Kleenheim/Langgöns wussten die Vogelsberger Handballerinnen zu überzeugen. Sie holten aus diesen Spielen 7:1 Punkte mit einem Torverhältnis von 115:92.

HSG Gedern/Nidda: Aufreger am 21. Dezember verhindert die Tabellenführung über die Feiertage

Der Aufreger:Kommen wir nun zu diesem ominösen 21. Dezember. An diesem Tag gastierte die TSG Ketsch II in Nidda, und bestritt das Spiel mit der kompletten ersten Mannschaft, die in der 1. Bundesliga unter dem Namen Kurpfalz-Bären spielt. Die HSG verlor mit 23:33 und erlitt damit einen herben Rückschlag in Sachen Wiederaufstieg. Anstatt als Tabellenführer zu überwintern, liegt die Mannschaft von Trainer Breiler nun mit 17:7 Punkten "nur" auf dem dritten Tabellenplatz.

Der Ausblick:Trotz allem ist der Wiederaufstieg nach wie vor machbar, auch wenn man gegenüber dem aktuellen Tabellenführer TSG Eddersheim drei Minuspunkte mehr aufweist. In den verbleibenden zehn Spieltagen darf sich Gedern/Nidda somit keine Ausrutscher erlauben. "Wenn man berücksichtigt, dass wir aufgrund von Verletzungen oftmals nur acht bis neun voll funktionsfähige Spielerinnen zur Verfügung hatten, ist das eine tolle Bilanz", sagt Schindler. Er verweist dabei auf Rückraumschützin Kristin Amos, die mit einem Kahnbeinbruch an der Wurfhand lange Zeit nicht zur Verfügung stand. Zusätzlich fiel noch Johanna Becker aus. Stefanie Thiele plagt sich mit einer langwierigen Achillessehnenverletzung und wird lediglich zur Ausführung von Siebenmeterwürfen eingewechselt. In Gedern/Nidda freut man sich deshalb jetzt zunächst auf den Rückrundenauftakt in Herzogenaurach und das am 8. Februar anstehende Spitzenspiel gegen die SV Germania Fritzlar in der heimischen Halle am Niddaer Gymnasium.

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HSG Gedern/Nidda: Der Traum von der Rückkehr in die 2. Liga lebt

Der mögliche Wiederaufstieg:Das absolute Muss zum Aufstieg existiert bei der Spielgemeinschaft am Rande der Wetterau zwar nicht, aber eine große Lust am erneuten Abenteuer 2. Bundesliga ist greifbar. "Die 2. Liga hat allen Beteiligten schon Spaß gemacht, und die Bereitschaft es erneut anzugehen, ist vorhanden", macht Schindler deutlich und unterstreicht, dass man den erfolgreichen Weg mit Handball aus der Region und für die Region weitergehen wird. "Wir kommen über die Mannschaft und glauben an sie. Einen Vollprofi wird es bei uns nicht geben", verspricht er. Die heimischen Handballfreunde dürfen sich also weiterhin auf Handball in Reinkultur freuen, der auch ohne das Brimborium einer Eventkultur auskommt.

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