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Angelo Barletta, Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach hat gleich mehrere Sorgen. FOTO: HUEBNER

Training, Kurzarbeit und ein Streich

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(cd). Auch die Mitteilung von Kickers Offenbach, dass "über alle Funktionen hinweg Kurzarbeit eingeführt" wurde, konnte die Freude beim Fußball-Regionalliga-Team über die langersehnte Rückkehr auf den Trainingsplatz kaum trüben.

Im Überschwang der Gefühle vergaß Angelo Barletta sogar die Osterfeiertage. "Ich wollte komplett durchtrainieren", gab der Chefcoach zu. Nach einem entsprechenden Hinweis legte er fest, dass es doch erst am Dienstag weitergeht. Dann sollen auch die Akteure dabei sein, die am Mittwoch und Donnerstag bei den beiden "freiwilligen" Einheiten gefehlt hatten, weil sie noch über Deutschland "verteilt" waren, erklärte Barletta.

Die elf Akteure, die das Training bereits wieder aufgenommen haben, hätten sich "wie kleine Kinder gefreut", berichtete der OFC-Coach. "Ich denke, für die Jungs ist das auch ein bisschen Rückkehr zur Normalität. Es ist ein kleiner Lichtblick, auch wenn wir nicht wissen, wann endlich der Tag X kommt, an dem wieder Spiele absolviert werden dürfen."

Der Ablauf der Übungseinheiten hatte mit Normalität nur sehr wenig zu tun. Unter anderem gingen die Spieler aus den Autos direkt auf den Platz und fuhren zum Duschen nach Hause. "Die Kabine hat keiner betreten", betonte Barletta. Man wollte dem Ordnungsamt keinen Anlass geben, etwas zu beanstanden. Auch auf dem Platz hielten die Spieler Abstand. Die elf Akteure übten in drei Gruppen und machten nur einzeln Trinkpausen. Sie spielten Fußballtennis, schossen aus 16 Metern auf das Tor oder köpften sich den Ball über den Zaun hinweg zu, der die zwei Trainingsplätze voneinander trennt.

Die Wiederaufnahme des Trainings ändert nichts daran, dass das Pensum der Kickers-Profis arg reduziert ist. Es liegt laut OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik nur bei 25 Prozent. Daher wurde rückwirkend zum 1. April Kurzarbeit beantragt - für alle Angestellten der Profi GmbH. "Zur Abschwächung des Nettoausfalls bei den Mitarbeitern leistet der OFC freiwillig einen Aufstockungsbetrag zum Kurzarbeitergeld", erklärte Sobotzik.

Mit der Maßnahme reagiert der OFC "auf die durch die Corona-Krise ausgelösten finanziellen Belastungen". Verlass ist bei der Bewältigung dieses Problems weiter auf die Fans. Sie haben inzwischen rund 4500 Geistertickets gekauft. Alleine 100 wurden von der Offenbacher Berufsfeuerwehr erworben - als Entschuldigung. Damit bei einer Covid-19-Infizierung eines Kollegen nicht die gesamte Wachbesatzung in Quarantäne muss, durfte ein Teil im Sparda-Bank-Hessen-Stadion zu Gast sein. Ein Azubi nutzte dabei Bettwäsche der Frankfurter Eintracht und dokumentierte das per Video, das wiederum in den Sozialen Netzwerken schnell die Runde machte. Die Feuerwehr entschuldigte sich für den "dummen Jungenstreich" und sprach zudem nach eigenen Angaben intern "klare Worte".

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