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Das Ziel des Rosbachers Aaron Wilmes sind auch in diesem Jahr die deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin, an dem die besten Schwimmer des Landes teilnehmen. FOTO: HERMANN

Bis zu 16 Stunden Training pro Woche

Training ist alles - Wie ein 17-jähriger Schwimmer aus Rosbach seinen Sport lebt

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Bis zu 16 Stunden Training jede Woche, dazu für jede Einheit bis zu eineinhalb Stunden Fahrtzeit von zu Hause bis nach Frankfurt ins Schwimmbad: Der Rosbacher Aaron Wilmes verzichtet auf vieles - aus Liebe zu seinem Sport. 

Wenn das Gespräch auf die deutschen Schwimmmeisterschaften in Berlin kommt, dann leuchten bei Aaron Wilmes die Augen. "In so einer Halle mit so vielen Sportlern und Zuschauern zu schwimmen, ist schon schön. Da freut man sich und weiß, wofür man das ganze Jahr gearbeitet hat", sagt er. Der 17-jährige Schüler der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg liebt seinen Sport - und er lebt ihn. Jeden Tag macht er sich von Rosbach auf nach Frankfurt zum Training, manchmal auch zweimal. Bei der SG Frankfurt hat der mehrfache Hessenmeister seit dem vergangenen Sommer einen Verein gefunden, der ihn in seinen Ambitionen noch besser unterstützt. Und dieses Angebot nimmt er an - auch wenn darunter die Zeit für Freunde, Familie, andere Hobbys und manchmal sogar die Schule leidet.

Trainiert wird jeden Tag - im und neben dem Becken

Rund 16 Stunden Training stehen für den 17-jährigen Aaron Wilmes - hier im Gespräch mit WZ-Redakteur Philipp Keßler - jede Woche auf dem Programm. FOTO: NICI MERZ

Dabei fing alles ganz normal an. Mit Freunden aus der Grundschule ging Wilmes ursprünglich einmal zur Freizeitmannschaft der SG Wetterau - und fand Spaß daran. Es folgte der Aufstieg in die dritte Wettkampfmannschaft. "Dann hat es seinen Lauf genommen. Ich habe immer trainiert und auch an Wettkämpfen teilgenommen. In den vergangenen zwei, drei Jahren kam dann auch noch der Erfolg dazu", erklärt der Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Friedberg, der ein Abitur mit Richtung Wirtschaft anstrebt. "Es hat mir auf jeden Fall immer Spaß gemacht. Viel Training, viel Bewegung, keine Verletzungsgefahr, das alles hat mich ebenso angesprochen wie die Unabhängigkeit vom Wetter und das Gefühl im Wasser - und es tut es heute noch", erklärt Wilmes.

Das sollte es auch, denn das Schwimmen nimmt inzwischen einen großen Teil seines Alltags ein. Mindestens eine zweistündige Schwimmeinheit in Frankfurt steht jeden Tag auf dem Plan. Ist keine Schule oder ein wichtiger Wettkampf steht an, können weitere dazukommen - ebenso wie im Kraft- und Athletikbereich, die in jeweils ein- bis eineinhalbstündigen Einheiten ebenfalls mehrfach pro Woche absolviert werden. Genau diese Intensität war der Grund für einen Vereinswechsel. Vor zwei Jahren führte Wilmes der Weg aus der Wetterau zunächst zum TV Wetzlar, im vergangenen Jahr dann zur SG Frankfurt, die nicht nur aufgrund ihrer besseren Verkehrsanbindung für den Rosbacher attraktiv ist.

Aaron Wilmes: "Schwimmen ist eben ein zeitintensiver Sport"

Die Umstellung von der SG Wetterau, die im Bad Nauheimer Usa-Wellenbad ihre sportliche Heimat hat, zum ambitionierten Klub in Wetzlar sei allerdings anfangs "echt heftig" gewesen. Die Einheiten verdoppelten sich beinahe, das Tempo im Wasser ebenfalls, sodass am Ende fast das dreifache Wochenpensum an Kilometern zustande kam. "Ich bin auch gleich mit der Mannschaft ins Trainingslager gefahren, das war schon richtig hart zu Beginn. Aber ich habe mich auch gleich ordentlich verbessert - gerade, was die Technik angeht. Und die ist im Schwimmen fast alles", sagt Wilmes. "Und dann hat mir das Training noch mehr Spaß gemacht." Entsprechend klein war der Sprung nach Frankfurt, wo allerdings Kraft- und Athletiktraining eine größere Rolle spielen. "Ab einem gewissen Punkt braucht man das einfach", sagt Wilmes. Daneben geht es im Training auch um die Tauchphase, die Wende, den Start oder auch nur das Gefühl im Wasser und die Lage des Schwimmers. "Schwimmen ist eben ein zeitintensiver Sport", sagt Wilmes.

Auf diese Weise kommen im Alltag bis zu 16 Stunden Training pro Woche zusammen, in den Ferien noch einmal deutlich mehr. "Hausaufgaben mache ich meistens in Freistunden, in der Mittagspause oder erst abends nach dem Training", sagt Wilmes. Zeit für andere Hobbys, abhängen mit Freunden oder Partys am Wochenende bleibt da nicht. Für Wilmes jedoch kein Problem - denn der Erfolg gibt ihm Recht. Auf gleich fünf Strecken hatte er sich für die deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin qualifiziert, über die 200 Meter Schmetterling reichte es für das Mitglied des Kaders im Hessischen Schwimmverband sogar für das Finale der besten Acht.

Deutsche Jahrgangsmeisterschaften in Berlin sind das nächste Ziel

Das ist auch in diesem Jahr sein großes Ziel. Als großer Schwimmer mit langsamer Frequenz der Schläge hat sich Wilmes auf Mittel- und Langstrecken spezialisiert, auch Erfahrungen im Freiwasser hat er bei deutschen Meisterschaften bereits gesammelt, über 5 und 7,5 Kilometer belegte er die Plätze neun bis zehn im stark besetzten Jahrgang 2002. Nächster Halt sind die deutschen Mannschaftsmeisterschaften Anfang Februar.

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