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Die Tradition lebt weiter

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Von: Karin Scheunemann

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Mit der 25. Auflage des Jedermann-Zehnkampfes in Bad Nauheim konnte der LSC Bad Nauheim nicht nur ein glanzvolles Jubiläum feiern. Honoriert wurde die Veranstaltung mit insgesamt 146 tollen Athleten auch durch hervorragende Leistungen, prominenten Gästen, einem vielseitigen Rahmenprogramm und einer blendenden Stimmung im Waldstadion der Kurstadt, die mit dem Wetter konkurrieren konnte. Doch die Jubiläumsveranstaltung ist gleichzeitig auch Anlass, zurück auf die Anfänge zu blicken.

Mit der 25. Auflage des Jedermann-Zehnkampfes in Bad Nauheim konnte der LSC Bad Nauheim nicht nur ein glanzvolles Jubiläum feiern. Honoriert wurde die Veranstaltung mit insgesamt 146 tollen Athleten auch durch hervorragende Leistungen, prominenten Gästen, einem vielseitigen Rahmenprogramm und einer blendenden Stimmung im Waldstadion der Kurstadt, die mit dem Wetter konkurrieren konnte. Doch die Jubiläumsveranstaltung ist gleichzeitig auch Anlass, zurück auf die Anfänge zu blicken.

Wer hätte das gedacht? Eine Idee durch den österreichischen Zehnkämpfer Georg Werthner nach Deutschland gebracht und zum ersten Mal in Halle, Warendorf und Schwerin ausgetragen, als sich eine kleine Gruppe des LSC Bad Nauheim im Jahre 1993 auf den Weg machte, den Jedermann-Zehnkampf in die Wetterauer Kurstadt zu holen. Trotz mehr als 20 Ausrichtern deutschlandweit wurde der Bad Nauheimer Jedermann-Zehnkampf den Teilnehmerzahlen nach schnell zur drittgrößten Veranstaltung in der Bundesrepublik. Ex-Weltrekordler und Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von 1976 in Montreal Guido Kratschmer war mit seinem Trainer einer der Unterstützer der ersten Stunde, sein Bruder gleich Teilnehmer; auch der gebürtige Bad Nauheimer Torsten Dauth, unter anderem deutscher Vizemeister, half mit seinen Teilnahmen gerne mit. Anfangs noch mit neun Riegen und vier zum Teil geliehenen Stabhochsprunganlagen, vereinfachte man das Konzept auf variable Disziplinen-Reihenfolge – die Anfangs- und Enddisziplinen ausgenommen. Schon bald brauchten die Bad Nauheimer keine »Zugpferde« mehr, denn viele Jedermänner kamen Jahr für Jahr, teilweise durchgängig bis heute. Zum zehnjährigen Jubiläum hatte sich die Veranstaltung bereits zum Familien- und Vereinsevent gemausert, dazu kam dann das Paarangebot, bei dem sich zwei Athleten den Zehnkampf teilen können. Unverzichtbar ist seit Anbeginn auch Zehnkampf-Guru Jens Schulze am Mikrofon, der in den 1980er Jahren selbst ein 8000-Punkte-Zehnkämpfer war, und dessen sachkundige und launige Moderation nun jedes Jahr sehnsüchtig erwartet wird.

Besondere Familiengeschichte

Wie seit jeher gab es auch in diesem Jahr ein Kinderprogramm, das zum Jubiläum ausgeweitet und mit über 30 Kindern zu einem der Höhepunkte des Wochenendes wurde. Eine Tombola, der Hauptpreis ein Segelflug, lockte zusätzlich Teilnehmer und Besucher an. Der Dank der Veranstalter gilt dabei auch seit Anbeginn den Spendern aus der Bad Nauheimer und Friedberger Geschäftswelt sowie der Tanzgruppe der TG Melbach, deren Cheerleader die Athleten auf der Zielgeraden der 400-Meter-Läufe noch einmal zu Höchstleistungen anpeitschten. Die bemerkenswerteste Geschichte aber schrieb Familie Reiß aus Brackwede in diesem Jahr. Drei Generationen in einem Wettkampf: Großvater Klaus Reiß, Wettkämpfer der ersten Stunde, Sohn Mario und Enkelin Leonie. Ganz nebenbei fuhren Klaus und Leonie auch noch Siege in ihren Altersklassen ein.

Der Erste Stadtrat und Sportdezernent Peter Krank zeigte sich begeistert von Stimmung und Leistungen. Sport- und Kulturausschussvorsitzender Klaus Englert sowie dessen Vorgänger Armin Kreuter stimmten in das Lob ein. Die beiden LSC-Spitzen Klaus Ritz und Harry Weisskirchen dankten deshalb den Stadtoberen besonders für die Unterstützung der diesjährigen Veranstaltung, obwohl weder die dringend benötigten Stabhochsprungschutzmatten noch die Seniorenhürden trotz rechtzeitiger Bestellung zum Wettkampf zur Verfügung gestanden hatten. Die Grüße des Hessischen Leichtathletikverbandes überbrachte derweil die HLV-Ehrenvizepräsidentin Margret Lehnert. Sie überreicht eine Stoppuhr und genügend Startpistolen-Munition, die symbolisch dafür sorgen sollen, dass der Jedermann-Zehnkampf im Bad Nauheimer Waldstadion auch in Zukunft lautstark weitergehen möge.

Die Pokale für die zahlenmäßig stärksten Teams gingen in diesem Jahr an den SV Fun-Ball-Dortelweil, das Peter-Jorres-Gymnasium Ahrweiler und die SG Schlüchtern mit ihrem Teamchef Ewald Heckmann. Jubiläumsbonus: Alle Pokale bleiben diesmal ausnahmsweise im Besitz der Ausgezeichneten.

LSC-Team auf dem Podest

Etliche heimische Sportler konnten sich aber auch gut in Szene setzen: Sieger der U 18 wurde Moritz Gubitzer von der TG Groß-Karben mit 4444 Punkten, als Dritter platzierte sich der LSCler Jonas Wintershoff. U 20-Sieger Justus Grüsing vergab mit einem missglücktem Speerwurf wertvolle Punkte, hatte aber Spitzenleistungen im 400-Meter-Lauf, im Hürdenlauf und war mit 4:42,40 Minuten auch der schnellste 1500-Meter-Läufer. Hinter der U 16-Siegerin Leonie Cremer aus dem bereits erwähnten Familienclan Reiß kam Johanna Nickel vom gastgebenden LSC auf Rang zwei.

Sam Auer aus Solingen steuerte mit 6070 Punkten das insgesamt beste Ergebnis des Jedermann-Zehnkampfes bei, war dabei schnellster Sprinter (11,21 Sekunden), bester Weitspringer (6,41 Meter) und sprang 1,90 Meter hoch. Christian Lepka (LSC Bad Nauheim) überzeugte mit mehreren neuen persönlichen Bestleistungen im Hochsprung (1,80 Meter), im Hürden- und im 400-Meter-Lauf. Damit belegte er am Ende Rang vier seiner Konkurrenz. Joachim Heppe, ebenfalls vom LSC, musste nur dem Paderborner Ralf Simon auf dem Siegerpodest den Vortritt lassen, kam aber zusammen mit Grüsing und Lepka im LSC-Team aufs Treppchen. Hessenmeisterin Malin Stavenow von der TG Groß-Karben war unterdessen die schnellste Sprinterin des Tages mit 12,89 Sekunden, und auch im Weitsprung kam niemand an ihre Leistung von 5,47 Meter heran.

Traditionell auch das Ende: Bereits zum 25. Mal standen die 146 Athleten gemeinsam mit den Helfern im Halbrund, wobei dem »Herren der Zahlen und Urkunden«, Stefan Merten ein besonderer Dank galt. So aufgestellt ist die Vorfreude auf die 26. Auflage im Jahr 2019 schon jetzt riesengroß.

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