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Tosunoglu meckert Punkt für Türk Gücü Friedberg weg

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Vergibt gute Möglichkeiten und sieht binnen 30 Sekunden zwei Gelbe Karten: Tufan Tosunoglu von Türk Gücü Friedberg. 	(Foto: Chuc)
Vergibt gute Möglichkeiten und sieht binnen 30 Sekunden zwei Gelbe Karten: Tufan Tosunoglu von Türk Gücü Friedberg. (Foto: Chuc) © Andreas Chuc

Zehnte Saisonniederlage für Türk Gücü Friedberg: Obwohl der heimische Verbandsligist am Sonntagnachmittag bei der SG Bruchköbel trotz erheblicher Personalprobleme eine durchaus engagierte Vorstellung bot, reichte es am Ende nicht, denn zwei späte SG-Treffer bescherten den Kreisstädtern in der Hanauer Kante eine bittere 0:2 (0:0)-Niederlage.

Bitter deshalb, weil die Wetterauer Gäste angesichts von zwei Riesenchancen für Tufan Tosunoglu nach den ersten 45 Minuten eigentlich hätten führen müssen und erst in der Schlussphase – nach »Gelb-Rot« gegen Tufan Tosunoglu wegen zweimal Meckern binnen 30 Sekunden – dem Druck der Baranski-Elf nicht mehr gewachsen waren.

Dies bedeutet: TG-Spielertrainer Menderes Yasaroglu und seine Team-Kollegen müssen zwar auf einem Abstiegsplatz überwintern, können jedoch – Personalverstärkungen in der Winterpause vorausgesetzt (Bozdemir, Götürmen, Ngolumuo, Kahsay und Emre Yasaroglu fehlten zuletzt) – den Klassenerhalt in den verbleibenden 13 Pflichtspielen durchaus noch realisieren. »Wir haben uns hier gut verkauft und hätten zumindest einen Zähler mitnehmen müssen.

Im Übrigen danke ich der Mannschaft für ihren Einsatzwillen, den sie seit meiner Amtsübernahme an den Tag gelegt hat«, erklärte Menderes »Otto« Yasaroglu unmittelbar nach dem Abpfiff von Referee Maurice Gotta, mit dessen Entscheidungen nach diversen Zweikämpfen die Türk Gücü-Cracks des Öfteren nicht einverstanden waren.

Spielentscheidend war das allerdings nicht. Ex-Profi Tufan Tosunoglu eine gewisse Mitschuld an der Friedberger Niederlage zu geben, böte sich da schon eher an: Zunächst, in der 33. Minute nach einem unnötigen Ballverlust von Bruchköbels Mittelfeldspieler Tim Schultheis sowie kurz vor der Pause nach Fikri El Haj Alis tollem Pass und Oguz Akkas’ missratenem ersten Versuch, versiebte der Ex-Profi zwei »Hundertprozentige« aus kurzer Distanz. Dann, in der 76.

Minute, zeigte sich Tosunoglu mit einer Entscheidung des Unparteischen nicht einverstanden, erhielt »Gelb« wegen lautstarken Protestierens und bekam – weil er verbal partout nicht lockerlassen wollte – einige Sekunden später vom Referee die Ampelkarte gezeigt.

Bis zu diesem Zeitpunkt war in Sachen Leistungsvermögen beider Mannschaften kein Unterschied erkennbar. Friedberg operierte taktisch sehr geschickt, ließ dank der sattelfesten Abwehr um die Routiniers Younes Idrissi, Alexander Clark und Menderes Yasaroglu Bruchköbeler Offensiv-Aktionen ein ums andere Mal ins Leere laufen. Bezeichnend, dass die Bruchköbeler Fans unter den rund 220 Zuschauern bis zur 55. Minute auf die erste gescheite Chance der Gastgeber warten mussten: Rohner flankte von rechts, Schunck probierte es mit der Hacke aus sechs Metern – TG-Keeper Abdul Ersöz hatte jedoch aufgepasst und klärte reaktionsschnell. Auch Johnsons Kopfball, ermöglicht fünf Minuten später durch Beljans präzisen Freistoß, fischte Ersöz aus der linken Ecke. Wer zu diesem Zeitpunkt die Vermutung äußerte, die bis dato ausgeglichene Partie werde womöglich torlos enden, der fand allenthalben Zustimmung.

Ein Irrtum, wie sich in der noch verbleibenden Spielzeit herausstellen sollte. Tosunoglus Platzverweis eröffnete Bruchköbel nämlich deutliche Vorteile, die freilich erst ganz zum Schluss, in der 88. und in der 90. Minute, zählbare Konsequenzen nach sich zogen: Linksverteidiger David Beljan hämmerte einen perfekt ausgeführten 18-Meter-Freistoß zur SG-Führung in die rechte Ecke, während zwei Minuten später Alexander Schunck einen schnellen Konter über Konstantin Büdinger (Steilpass) und Dorian Ahouandyinou (Rechtsflanke von der Grundlinie) mühelos zum 2:0-Endstand verwertete.

SG Bruchköbel: Gräfe – Beljan, Dickerhoff, Johnson, Rohner – Schultheis, Nowak – Ünal (53. Aricioglu), Alder (67. Büdinger), Ahouandyinou – Waas (53. Schunck).

Türk Gücü Friedberg: Ersöz – Altuncicek, Idrissi, Clark, Menderes Yasaroglu – Saletnik – Firat Can, Ümit Karpuz, Akkas, Tufan Tosunoglu – El Haj Ali.

Steno: Tore: 1:0 (88.) Beljan, 2:0 (90.) Schunck. – Schiedsrichter: Maurice Gotta (Rödermark). – Gelb-Rote Karte: Tufan Tosunoglu (76./Meckern). – Zuschauer: 220.

Uwe Born

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