Nur der Top-Spieler fehlt noch

  • vonred Redaktion
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Es gibt sie noch, die guten Nachrichten aus dem heimischen Sport: Positiv macht in der Wetterauer Nachbarschaft aktuell beispielsweise der TTC OE Bad Homburg auf sich aufmerksam, der zwar auf den Weg zum Titelgewinn in der 2. Bundesliga gerade eine TV-Übertragung mit dem Hessischen Rundfunk fix machen wollte, ehe das Coronavirus die Saison jäh stoppte. Jener Club aus dem Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach stellt nun aber die Weichen für seine erste Saison in der 1. Tischtennis-Bundesliga (TTBL). Und wenn auch mit den Finanzen alles klappen sollte, sind Fernsehbilder aus der Wingert-Sporthalle nur noch eine Frage der Zeit.

"Wir haben mit Maxim Grebnev den vierten Spieler für die Bundesliga-Saison 2020/21 verpflichtet", verkündete Sven Rehde, der Sportliche Leiter des TTC OE. Rehde, der im Übrigen der erste Jugendvereinsmeister des Vorzeigeclubs war. Er freut sich vor allem darauf, dass die Profimannschaft mit dem russischen Duo Lev Katsman und Maxim Grebnev künftig über ein Doppel verfügt, das auch hohen internationalen Ansprüchen genügt.

Preisgekröntes Doppel verpflichtet

Katsman/Grebnev haben nämlich im Jahr 2018 bei den Junioren-Weltmeisterschaften die Silbermedaille im Herren-Doppel gewonnen. Vor sieben Wochen standen sich beide noch im Duell ihrer aktuellen Mannschaften gegenüber: Zum 6:1-Erfolg des TTC OE im Heimspiel gegen Fortuna Passau steuerte Katsman zwei Punkte bei. Der Russe, der in dieser Woche seinen 19. Geburtstag feiert, traf dabei jedoch nicht auf seinen Kumpel Grebnev, der mit einem 11:9, 11:6, 13:11 gegen Rares Sipos wenigstens für den "Ehrenpunkt" der Passauer gesorgt hatte.

Rares Sipos (19 Jahre/Nummer 5 der "eingefrorenen" U 21-Weltrangliste vom 3. März), Katsman (19/Nummer 34) und Rechtshänder Grebnev (18/Nummer 45) sollen zusammen mit dem deutschen Meister im gemischten Doppel, Nils Hohmeier (22), das Gerüst für die Bad Homburger Premierensaison in der Bundesliga bilden.

Die Personalplanungen für die kommende Runde beim TTC OE Bad Homburg sind mit der Verpflichtung von Grebnev jedoch noch nicht abgeschlossen. "Weiterhin sind wir in Gesprächen mit einem neuen Top-Spieler", verrät Manager Rehde. Das Salär für die Nummer eins dürfte im Etat des Aufsteigers dem Vernehmen nach alleine mindestens 30 000 Euro ausmachen.

Fristgerecht hat der kleine Einspartenverein aus dem Taunus, der sich nach dem Saisonabbruch seit Mittwoch Zweitliga-Meister nennen darf, seine Bewerbung für die 1. Liga beim Deutschen Tischtennis-Bund eingereicht. Der TTC OE ist der einzige Zweitligist auf weiter Flur. Die sportliche Qualifikation ist den Ober-Erlenbachern sicher, die den zwölften Platz in der Eliteliga einnehmen würden, da der TTC indeland Jülich seinen freiwilligen Rückzug angekündigt hat.

200 000 Euro als höchste Hürde

Bis es so weit ist, arbeitet der TTC OE fieberhaft daran, die höchste Hürde zur Erfüllung eines Traums zu nehmen. Ein Budget von rund 200 000 Euro muss den Wirtschaftsprüfern der TTBL nachgewiesen werden, um eine hochveranlagte Mannschaft bezahlen zu können, die in einer Spielklasse mit Spielern wie Timo Boll und Co. für Furore sorgen soll.

GERHARD STROHMANN/THORSTEN REMSPERGER

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