Während der FSV Dorheim um Jason Rebmann (l.) zu den Favoriten auf die Tabellenspitze in der Kreisliga B, Gruppe 1, zählt, ist auch die FSG Wisselsheim mit Felix Przybylka nicht zu unterschätzen. FOTO: NICI MERZ
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Während der FSV Dorheim um Jason Rebmann (l.) zu den Favoriten auf die Tabellenspitze in der Kreisliga B, Gruppe 1, zählt, ist auch die FSG Wisselsheim mit Felix Przybylka nicht zu unterschätzen. FOTO: NICI MERZ

Toilettenpapier-Jongleuere Favorit

(lab). Drei Monate kein Fußball, das ist für viele ein Verlust. Im Mai begannen erste Vereine nach dem Saisonabbruch drei Monate zuvor wieder mit dem Training - mit Quadraten zur Abgrenzung, ohne "Vollkontakt" wie man sagte. Nun steht die neue Runde bevor. Und viele sind heiß, die Pause scheint sich auf die Trainingsbeteiligung vielerorts positiv ausgewirkt zu haben. Und Corona brachte Zeit - Zeit umzukrempeln, anzupacken, zu verändern. Wie in Dorheim und wie in Rödgen.

Neue Namen, neue Trainer

Denn die Kreisliga B Friedberg, Gruppe 1, weiß auch in dieser Saison ihre Schlagzeilen zu produzieren. Der TSV Rödgen wurde zu "FC Ajax", in Dorheim jonglierte man mit Toilettenpapier, in Wisselsheim hat ein Top-Coach übernommen.

Es war einiges los, herausgekommen sind neue Favoriten, neuer Optimismus aber auch neue Probleme. Denn auch wenn mal wieder keiner unbedingt Meister werden will, gibt es mit dem FSV Dorheim einen Favoriten. Dort blickt man auf eine vielversprechende Vorbereitung mitsamt sieben Testspielen zurück, nur eines wurde verloren. Zudem sind da ein verstärkter Kader, eine hohe Trainingsbeteiligung und die Qualität für höhere Aufgaben, wie man beim Sieg in der ersten Pokalrunde nach Elfmeterschießen gegen den Neu-Kreisoberligisten Spvgg. 08 Bad Nauheim zeigte. Aber: "Wir wollen unseren besten Fußball spielen und blicken nur auf uns. Werden wir Zweiter, ist das auch okay. Blöd wäre es nur, wenn wir unter unseren eigenen Möglichkeiten bleiben", sagt Trainer Ronny Wadewitz.

Alleine werden die Dorheimer oben wohl nicht bleiben, Nachschub kommt von zwei Reserven: Der Türkische SV Bad Nauheim II will wie vergangene Saison oben angreifen und der SV Nieder-Weisel II blickt auf eine gänzlich starke Entwicklung im Club. Es könnte ein Dreigespann werden, welches das Rennen macht, doch andere wollen mitreden und unter die Topfünf der Liga. Angefangen bei der "Hiecke-Truppe" FC Ajax Rödgen, die nicht nur einen neuen Namen, sondern auch neun Neuzugänge verzeichnet. Das klingt nach frischem Wind, vielleicht bläst er das mit Spaß und vielen Nationalitäten gespickte Team bis nach oben. Weiter scheint auch die SG Melbach gut für eine Attacke, allerdings ist vieles neu: Neue Spieler, mit Daniel Haack ein neuer Trainer und ein neuer Spirit, das muss sich finden. "Überraschungself" trifft es aus Melbacher Sicht am besten.

Und der TSV Ostheim? Auch eine Überraschungself, aber auch im positiven Sinne? Der Optimismus bleibt einem bei den Ostheimern etwas im Halse stecken. Nach dem Rückzug, großem Aderlass und einem jetzigen Mix aus Kreisoberliga und C-Liga ist die Stimmung dort aber gut. Prioritäten liegen nicht in der Tabelle, sondern auf Stabilität, es muss weitergehen. "Wir schauen aktuell wie es weitergeht, sind optimistisch und froh, noch da zu sein", sagt Abteilungsleiter Michael Belke. Während andere Clubs sich vor Neuzugängen kaum retten können, leiden also andere - das wurde dieses Jahr mehrfach sehr deutlich und ist mitunter der Grund wieso auch jetzt Espa eine Klasse tiefer kickt.

Doch weitere "Problemkinder" scheinen vor dieser B-Liga-Saison rar gesät, vom Abstieg hört man von den ersten Mannschaften nicht wirklich etwas. Lieber nach oben, lieber in Richtung erstes Drittel. Denn da sind junge Mannschaften beim VfR Butzbach und dem KSV Bingenheim und erfahrene (und euphorische) Trainer wie Bülent Kocatürk bei der FSG Wisselsheim. Und auch mit dem SV Echzell ist nach dessen Aufstieg zu rechnen, auch wenn das Ziel zunächst Klassenerhalt lautet.

Sorgen kommen bei diesen Clubs höchstens während der Saison. Bereits da sind sie bei der TSG Wölfersheim: Trainerwechsel kurz vor Saisonbeginn, Mario Ulrich geht, Andreas Brenner kommt - und soll als alter Hase die etwas in Schieflage geratene Mannschaft begradigen. Auch der SVP Fauerbach weiß nicht so recht, ob er mit einem dünnen Kader konstant auftreten kann, Coach Nico Brudaglio blickt dort aber positiv auf die Saison. Im Keller könnte man unterdessen vermehrt auf die Reserven des SV Hoch-Weisel, des Traiser FC und des Aufsteigers SV Teutonia Staden treffen. Hier gilt das Ziel Klassenerhalt nicht immer ganz unabhängig davon, wie es bei der "Ersten" läuft.

Es gibt Wendungen, neue Favoriten, die üblichen Probleme und neue Probleme. Zu allererst aber gibt es eins: Fußball. Ab Freitag ab 20 Uhr mit dem Eröffnungsspiel der Liga zwischen dem SV Teutonia Staden II und der TSG Wölfersheim.

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