WM-Kampf

Titel verteidigt: Nidderauer Boxerin Sarah Bormann stößt in die Top-15 der Welt vor

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Der Aufstieg der Niddauer Boxerin Sarah Bormann in die Weltspitze geht weiter: Die 29-Jährige verteidigte nun in Karlsruhe ihren WM-Titel - und will nun gegen eine Mexikanerin noch mehr.

Titel verteidigt, an die Top-Zehn der Weltrangliste herangepirscht – und den nächsten Titel bereits ins Visier genommen. Die Nidderauer Boxerin Sarah Bormann ist und bleibt auf der Überholspur im Profiboxen der Frauen. Am Samstagabend verteidigte sie in der ausverkauften Ufgau-Halle in Karlsruhe ihren WIBF/GBU-Titel im Halbfliegengewicht (bis 49 Kilogramm) gegen die Belgierin Sanae Jah einstimmig nach Punkten (100:89, 99:90, 98:91).

Sarah "Babyface" Bormann feierte gegen die 35-Jährige aus dem Nachbarland damit im zehnten Profikampf ihren zehnten Sieg (sieben durch K.o.) – ihr bislang schwerster Kampf, wie sie hinterher im Gespräch mit der WZ sagte: "Das war die stärkste Gegnerin, die ich bisher hatte. Sie hat viel internationale Erfahrung, ist seit 2011 Profi und hat zudem bereits mehrere internationale Titel geholt."

Nach einer Runde Abtasten beherrschte Sarah Bormann den Ring und ihre Gegnerin

Bormann startete verhalten in den Kampf, übernahm erst in der zweiten Runde des Gefechtes die Initiative gegen die etwa gleich große aber dank längerem Arm mit einer größeren Reichweite ausgestattete Belgierin. Doch mit zunehmender Dauer setzte sich Bormann mehr und mehr durch, lediglich ein Ringrichter sah sie in einer Runde des Gefechtes schwächer, sodass das Urteil letztlich einstimmig zu ihren Gunsten ausfiel.

Mit der Übertragung im TV hätte man etwas Werbung für das Frauenboxen machen können

Sarah Bormann

"Sie hat versucht, mich auf Distanz zu halten, erst in der zweiten Runde habe ich es geschafft, mich darauf einzustellen und bin dann immer besser in den Infight gekommen", sagte Bormann, die den Plan ihrer Trainer umsetzte und systematisch boxte, anstatt gegen Ende des Kampfes volles Risiko zu gehen, um einen weiteren K.-o.-Sieg herauszuholen. "Das war ein toller Kampfabend, das Publikum war super, die Veranstaltung gut organisiert und die Kämpfe waren ebenfalls richtig gut", bilanzierte sie.

Kurzfristige Umplanung verhindert Übertragung des Kampfes im Fernsehen

Einziger Wermutstropfen: Entgegen den Ankündigungen übertrug der Spartensender Sport 1 den Kampf doch nicht – weder live noch aufgezeichnet. Kurzfristig war ein eigentlich als Vorkampf angedachter Fight eines Schützlings von Boxlegende Hans-Ullrich "Ulli" Wegner mit ihrem Kampf getauscht worden, sodass Bormann es nicht ins Fernsehen schaffte. "Das ist schade, denn die Leute zu Hause haben sich natürlich gewundert, und so hätte man etwas Werbung für das Frauenboxen machen können", sagte sie etwas enttäuscht.

Aber vielleicht gibt es dafür schon bald die nächste Gelegenheit: Denn durch den Sieg hat sich Bormann in der Weltrangliste ihrer Gewichtsklasse auf Rang elf vorgearbeitet – beeindruckend, wenn man bedenkt, dass ihr erster Profikampf erst im Dezember 2017 stattgefunden hatte. Bormann hofft nun, ihrem WM-Titel die Gürtel weiterer Verbände hinzufügen zu können – wie einst die deutsche Frauenbox-Legende Regina Hallmich, die ebenfalls im Halbfliegengewicht unterwegs gewesen ist. Eine mögliche Gegnerin für die Kämpferin in Diensten der TS Fight Sportmanagement GmbH von Thomas Schwarz (Geschäftsführer) und Rainer Gottwald (Sportdirektor) könnte die Mexikanerin Yesenia Gomez sein, aktuelle Titelträgerin des WBC und immerhin Nummer sieben der Welt. Ein Termin für den nächsten Kampf, bei dem Bormann nach eigener Aussage definitiv eine Weltmeisterin herausfordern will, steht allerdings noch nicht fest.

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