Tischtennis

Tischtennis-Wunderkind Josephina Neumann: Jetzt spricht der Vater

  • schließen

Sven Neumann steht nach einer 3:9-Niederlage in der Tischtennis-Verbandsliga Mitte der Herren beim Gießener SV II vor dem direkten Wiederabstieg mit dem TV Okarben. Hier rechnet er aber damit, dass trotzdem alle Spieler bleiben. Für seine Tochter Josephina hängt die kurzfristige Zukunft von einer Entscheidung des Verbandstages am 16. März ab.

Sven Neumann steht nach einer 3:9-Niederlage in der Tischtennis-Verbandsliga Mitte der Herren beim Gießener SV II vor dem direkten Wiederabstieg mit dem TV Okarben. Hier rechnet er aber damit, dass trotzdem alle Spieler bleiben. Für seine Tochter Josephina, das "Tischtennis-Wunderkind" der Wetterau, das am Montagabend auch Thema in der hr-Sendung "heimspiel!" war, hängt die kurzfristige Zukunft von einer Entscheidung des Verbandstages am 16. März ab.

Wie sieht es beim TV Okarben nach dem fast sicheren Abstieg aus?

Sven Neumann: Für uns kommt das nicht überraschend. Wir werden natürlich versuchen, die Truppe zusammen zu halten. Noch wird niemand nachdenklich. Ein Restrisiko bleibt bei Teresa Söhnhölz, denn wie sie bisher gespielt hat, könnte es sogar Angebote aus der dritten Liga bei den Damen geben. Auch Nils Rau entwickelt sich wie erwartet toll. Aber da er nicht nur im Landeskader in Frankfurt ist, sondern auch noch im Bundeskader in Heidelberg trainiert, könnte von dort auch schnell eine Weisung für eine noch höhere Spielklasse folgen. Maximilian Hausner macht derzeit eine Pause, da er es neben seinem BWL-Studium in Gießen zuletzt nicht mehr schaffte, auch noch Tischtennis zu spielen. Unklar, ist was die Karteileichen Udo Hausner und Robert Celan machen. Gerade Celan spricht immer wieder davon, dass er wieder spielen möchte. Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass wir wieder eine Mannschaft aufbieten können, die den Wiederaufstieg schaffen kann.

In welcher Atmosphäre liefen die vielen Niederlagen ab?

Neumann: Alle haben sich voll reingehängt und es war ein Spaß bei Teresa Söhnholz zuzuschauen. Nils Rau hat immer ein bisschen Probleme mit Niederlagen umzugehen. Worüber wir uns ärgern ist, dass wir sehr viel Pech gehabt haben. Auch in Gießen hätten wir bei einem Sieg mehr wahrscheinlich von den Positionen vier bis sechs gewonnen und wir wären wieder im Schlussdoppel gewesen. Wir haben aber keinen psychiologischen Knacks.

Wie wird es mit Ihrer Tochter Josephina weiter gehen?

Neumann: Hier müssen wir den Verbandstag am 16. März abwarten. Dort wird entschieden, ob Schülerinnen in Hessen eine komplette Freigabe für die Damen erhalten oder nicht. Ich bin zuversichtlich, dass dies passieren wird, doch auf solchen Sitzungen kann es auch immer Querköpfe geben.

Was wird passieren, wenn der Verbandstag dem zustimmen wird?

Neumann: Dann wird sie in jedem Fall Hessenliga spielen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, könnte es sein, dass sie nach Hannover wechselt, um angemessen hoch spielen zu können. In Niedersachsen gibt es keine Einschränkungen der Spielgenehmigungen.

Josephina spielt seit der Rückrunde in der Verbandsliga der Damen in Rodheim. Wie ist sie dort Ihrer Meinung aufgenommen worden?

Neumann: Sie ist besser aufgenommen worden, als wir das gedacht haben. Das klappt wirklich ganz toll.

Bei aller Spielkunst hat es Josephina aber bisher noch nicht gelernt, mit Niederlagen umzugehen.

Neumann: Die beste Taktik mit den unangenehmen Auswirkungen von Niederlagen umzugehen, ist es Niederlagen, zu verhindern. Das ist die Einstellung eines Profis, das können Leute aus der Bezirksklasse nicht verstehen. Und sie möchte einfach nicht verlieren. Wir machen ihr keinen Druck. Und sie darf auch weinen. Einen Psychologen müssten wir nur einschalten, wenn sie die Probleme auch noch hätte, wenn sie im Auto sitzt. Doch zehn Minuten nach dem Spiel ist auch eine Niederlage wieder vergessen. In Lüttich lag sie gegen eine chinesische Französin nicht nur bereits mit 0:2 und 0:6 zurück, sondern sie hatte auch noch eine ganze Halle mit ein paar Hundert Leuten gegen sich, die ihre Kontrahentin ununterbrochen anfeuerten. Am Ende gewann sie aber noch.

Finden Sie dieses Verhalten also sogar notwendig?

Neumann: Der Tischtennis-Sport hat auch deshalb ein Problem in der breiten Öffentlichkeit, da die meisten Spieler so emotionsfrei spielen. Bei ihrem ersten Spiel in Rodheim hatte sie aber auch sehr mit ihrer Nervosität zu kämpfen. So extrem wird sie sicher nicht mehr auftreten.

Somit könnte es sein, dass Josephina zunächst einmal in Rodheim bleibt?

Neumann: Noch ist alles unklar, da es auch mit Rodheim Gespräche geben muss. Außerdem haben wir es ganze drei Kilometer zur Halle, das ist schon sehr entspannend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare