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Thomas Ower hält den zweiten Punkt fest

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Der EC Bad Nauheim hat die Tabellenführung in der Eishockey-Oberliga West mit einem süßen Derby-Sieg verteidigt. In Frankfurt gewannen die Roten Teufel nach einem begeisternden Auftritt mit 5:4 (1:1, 2:2, 1:1/1:0) nach Penaltyschießen.

Als einziger von sechs Schützen war Daniel Oppolzer erfolgreich. Der gefeierte Mann im Trikot der Kurstädter war Torwart Thomas Ower. RT-Trainer Frank Carnevale hatte angesichts der Ausfälle von Daniel Ketter, Matthias Baldys und Pierre Wex die beiden Junioren Goran Pantic und Patrick Sattler nominiert, um den Kader quantitativ zu ergänzen – beide blieben ohne Eiszeit. Bei den Löwen feierte derweil Jakub Rumpel sein gelungenes Comeback. Der ursprünglich nur bis Ende November vertraglich gebundene Stürmer erhielt den Vorzug gegenüber Lance Monych, der als überzähliger Kontingentspieler aus dem Derby-Kader gestrichen wurde.

Die Partie hielt, was sich die 6857 Zuschauer in der fast ausverkauften Eissporthalle am Ratsweg von ihr versprochen hatten. Emotionen, Provokationen, Diskussionen, Leidenschaft – und das alles schon im ersten Drittel, das von den beiden Hauptschiedsrichtern Lenhart und Kubiak schon 27 Sekunden vor dem offiziellen Ablauf beendet wurde. Der Grund: Nach einem Zusammenstoß von Harald Lange mit Jakub Rumpel, der liegen blieb, hatten die Spieler beider Seiten ihre Bänke verlassen und suchten das eine andere andere Scharmützel. Insgesamt fünf Hinausstellungen gegen Bad Nauheim (eine Strafzeit gegen Frankfurt) prägten den Eröffnungsabschnitt, in dem Konstantin Firsanov mit dem RT-Führungstreffer zunächst in die bessere Position brachte (5.

). Wenig später standen die Roten Teufel 62 Sekunden lang gleich mit zwei Spielern weniger auf dem Eis, verteidigten – gestützt auf einen guten Thomas Ower im Tor – erfolgreich das eigene Gehäuse. Einen Scheibenverlust in der Vorwärtsbewegung nutzte Rumpel zum Ausgleich in der elften Minute. In der Folge häuften sich die Nickligkeiten und versteckten Attacken.

Das zweite Drittel begann für die Gäste mit einem Rückschlag. Geradezu fahrlässig verloren die Roten Teufel an der eigenen blauen Linie den Puck. Nils Liesegang bedankte sich mit dem Führungstreffer der Löwen (21.), die auch in diesem Abschnitt aufgrund der drei Strafzeiten gegen Bad Nauheim (eine Hinausstellung gegen Frankfurt) ein Chancenplus hatten. Wie aus dem Nichts erzielte Lange nach beherztem Einsatz von Patrick Strauch hinter dem Tor den Ausgleich (31.). Daniel Oppolzer hatte nach einem Break gar die Führung auf dem Schläger, scheiterte aber Danijel Kovacic, der reichlich Nachschuss-Möglichkeiten, selbst im sogenannten Slot, gestattete, die Bad Nauheim nicht zu verwerten verstand.

Im siebten Unterzahl-Spiel war schließlich das RT-Bollwerk zerbrochen, wobei die Gäste auch diesen Treffer durch einen leichtfertigen Puckverlust unfreiwillig unterstützten. Nutznießer war Michael Schmerda. Die Antwort folgte prompt: Patrick Strauch stand im ersten echten Powerplay der Roten Teufel goldrichtig und schob einen Abpraller über die Linie. Mit dem nächsten Angriff hätte Chris Stanley gar die Führung für Bad Nauheim erzielen können, doch Kovacic ließ die Fanghand zucken.

Das Schlussdrittel war gerade sieben Sekunden alt, als Alexander Baum von Michael Schmerda per Check ausgeknockt wurde, zunächst regungslos auf dem Eis liegen blieb und schließlich von mehreren Betreuern gestützt in die Kabine gebracht werden musste. Schmerda wurde zum Entsetzen von Löwen-Coach Frank Gentges in die Kabinen geschickt. Nur sechs Sekunden später erzielte Mike Schreiber mit seinem zweiten Saisontor die erneute RT-Führung (41.) Als dann Baum dann noch während des fünfminütigen Powerplays aufs Eis zurückkehrte (Kurzeinsatz), tobten die Löwen-Fans. 1:53 Minuten lang standen die Gäste sogar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis, verpassten aber die Vorentscheidung. Auf der Gegenseite nahm Ex-Teufel Sven Breiter per Strafzeit gleich zwei Verteidiger der Badestädter zeitgleich aus dem Spiel (51.

) – Frankfurt stand mit zwei Spielern mehr auf dem Eis und nutzte die numerische Überlegenheit zum Ausgleich durch Branislav Pohanka (52.). Mit einer schier unglaublichen Energieleistung in der so dezimierten und durch das Unterzahlspiel reichlich geforderten Defensive brachte Bad Nauheim das Remis über die reguläre Spielzeit.

Löwen Frankfurt: Kovacic – Schoofs, Schenkel, Kreuzmann, Kirschbauer, Baumgartner, Bär, Martens – Schmerda, Pohanka, Schmid, Ziolkowski, Mayr, Koziol, Rumpel, Liesegang, Breiter, Fiedler, Bauscher.

EC Bad Nauheim: Ower – Baum, Schreiber, Lee, Pöpel, Pietsch, Schlicht – Oppolzer, Stanley, Rinke, Firsanov, Lange, Strauch, Maaßen, May, Kujala, Striepeke.

Tore: 0:1 (5.) Firsanov (Strauch, Pöpel), 1:1 (11.) Rumpel, 2:1 (21.) Liesegang (Rumpel), 2:2 (31.) Lange (Strauch), 3:2 (37.) Schmerda (Schmid – 5-4), 3:3 (38.) Strauch (Lange – 5-4), 3:4 (41.) Schreiber (Stanley – 5-4), 4:4 (52.) Pohanka (5-3), 4:5 Penalty Oppolzer . – Strafminuten: Frankfurt 6 plus fünf Minuten plus Spieldauer (Schmerda), Bad Nauheim 22 plus zehn Minuten (Rinke). – Zuschauer: 6857. Michael Nickolaus

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