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Teuflisches Debakel in Landshut

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Der EC Bad Nauheim ist in der Deutschen Eishockey-Liga 2 ein willkommener Gast. Im neunten Auswärtsspiel sind die Roten Teufel am Freitagabend zum sechsten Mal insgesamt (zum vierten Mal in Folge) mit leeren Händen in die Wetterau zurückgekehrt. In Landshut, beim zu Hause noch ungeschlagenen Tabellenführer, kassierten die Roten Teufel eine 1:10 (1:1, 0:4, 0:5)-Niederlage, die höchste Pleite in 18 Saisonspielen.

Der markante Unterschied in den ersten 30 Minuten, solange die Partie noch nicht vorentschieden war: die Torwart-Position. Während Brian Stewart im Kasten des Spitzenreiters insbesondere Matt Beca verzweifeln ließ, sah der an sich wenig beschäftigte Thomas Ower gleich bei drei von vier Gegentreffern nicht gut aus und musste Mitte der Partie (1:4) seinen Posten räumen. Die zweiten 30 Minuten hatten lediglich statistische Bedeutung. Bad Nauheim war bislang das beste Team in Unterzahl – kassierte gestern allerdings vier Tore im Powerplay der Gastgeber. Frank Carnevale war nach der Partie freilich bedient.

»Das erste Dritteln gehörte zu den besten Auswärtsdritteln in letzter Zeit. Dann haben wir Strafzeiten und einfache Gegentore kassiert, und das Spiel hat seinen Lauf genommen«, sagte Carnevale, der mit seinem Team am morgigen Sonntag die Bietigheim Steelers empfängt.

Beim heimstarken EVL musste es für die Roten Teufel, die auswärts dreimal in Folge ebenso früh wie deutlich in Rückstand geraten waren, zunächst einmal darum gehen, schnelle Gegentreffer wie in Bremerhaven, Garmisch und Crimmitschau zu verhindern. Und dies gelang den Gästen, bei denen Kyle Helms nach dreiwöchiger Pause sein Comeback feierte, zunächst einmal recht ordentlich. Bad Nauheim konnte gegen die offensivstärkste Mannschaft der Liga den Puck fern der eigenen Zone halten und Brian Stewart, den großgewachsenen Schlussmann im Tor des EVL, immer mal wieder beschäftigen. Quasi aus dem Nichts wurden die Hausherren dann aber zum Führungstreffer eingeladen. Ein Befreiungsversuch von Daniel Ketter landete auf dem Schläger von Andreas Geipel. Der EVL-Verteidiger traf nach neun Minuten mit dem ersten richtigen Torschuss. Allerdings: Diesmal ließ die Antwort der Badestädter nicht lange auf sich warten. Die nominiell vierte Reihe wurde für ihr Nachsetzen belohnt, und Dennis Reimer konnte sich den Ausgleichstreffer gutschreiben lassen (11.

). Nach einer ausgeglichenen Anfangsviertelstunde stieg der Druck auf das ECN-Gehäuse an. Ein extrem langer Wechsel und die entsprechenden Ermüdungserscheinungen zogen schließlich zwei zeitgleiche Hinausstellungen gegen die Roten Teufel nach sich.

Gedulig spielten die Hausherren ihre doppelte Überzahl zu Beginn des zweiten Durchgangs aus und übernahmen durch Cody Thornton erneut die Führung (21./Direktabnahme aus kurzer Distanz). Bad Nauheim hatte in der Folgezeit, bedingt durch die erste Powerplay-Situation, durchaus seine Chancen. Matt Beca scheiterte an Stewart, Taylor Carnevale traf nur das Lattenkreuz, und Jason Pinizzotto brachte aus seiner Position den Puck einfach nicht über die Linie. Als Landshut – zunächst mit dem zweiten Powerplay-Tor (erneut Geipel/30.) und dann durch Lukas Vantuch binnen 27 Sekunden – dem EC Bad Nauheim an diesem Abend ein Torwartproblem aufzeigte (zwei Distanzschüsse bei freier Sicht), war die Partie beim Stand von 4:1 entschieden und der Arbeitstag von Ower beendet (30.). Michael Dorr verpasste beim Solo den Anschluss (35.). Als Beca unbedacht den fünften Gegentreffer durch Maximilian Forster aufgelegt hatte, forderte Sven Schlicht seinen Gegenspieler Josh Godfrey zum Faustkampf.

Punktsieger Schlicht musste duschen gehen, der EVL-Kanadier durfte zum Schlussdrittel wieder mitmischen.

Da war längst die Luft raus. Bad Nauheim war nicht mehr als ein Spielball für den EV Landshut, der das Resultat munter in die Höhe trieb.

EV Landshut: Stewart – Godfrey, Geipel, Trew, Kronthaler, Smazal, Wagner – Armstrong, Morris, Thornton, Davidek, Vantuch, Abstreiter, Ostwald, Forster, Brandl, Schmidpeter, Loibl, Busch.

EC Bad Nauheim: Ower (ab 30. Bartels) – Ringwald, McMonagle, Götz, Heid, Baum, Ketter, Pietsch – Beca, Carnevale, Pinizzotto, Lavallee, Dorr, Helms, Oppolzer, Lange, Strauch, Schlicht, May, Reimer.

Steno: Tore: 1:0 (6.) Geipel, 1:1 (11.) Reimer (Pietsch), 2:1 (21.) Thornton (Armstrong – 5-3), 3:1 (30.) Geipel (Godfrey, Armstrong – 5-4), 4:1 (30.) Vantuch, 5:1 (35.) (36.) Forster (Brandl), 6:1 (42.) Abstreiter (Kronthaler), 7:1 (45.) Geipel (Armstrong – 5-4), 8:1 (45.) Brandl (Geipel), 9:1 (52.) Davidek (Vantuch), 10:1 (56.) Davidek (Vantuch, Trew – 5-4). – Schiedsrichter: Eric Daniels. – Strafminuten: Landshut 8 plus zehn Minuten (Godfrey), Bad Nauheim 14 plus fünf Minuten plus Spieldauer (Schlicht). – Zuschauer: 2791. Michael Nickolaus

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