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Der Basketball-Pokal-Terminkalender hat Münchens Cheftrainer Andrea Trinchieri gehörig die Stimmung verdorben. IMAGO

Termin-Zoff statt Vorfreude

(dpa). Termin-Frust beim FC Bayern, von Schande und Heuchelei ist die Rede - richtige Vorfreude kommt bei den Gastgebern vor der ersten Titelentscheidung der Basketball-Saison nicht auf. Dabei ist das Top-Four-Turnier um den BBL-Pokal immer ein feierliches Event. »In dem Moment habe ich keine Ahnung, was Freude und Begeisterung sind«, murmelte Münchens Trainer Andrea Trinchieri.

Der Sport ist vor dem Titelkampf an diesem Wochenende mit Bayern, Cup-Verteidiger Alba Berlin, ratiopharm Ulm und der BG Göttingen ziemlich in den Hintergrund gerückt.

Die Bayern echauffieren sich darüber, dass die Bundesliga (BBL) an diesem Wochenende als Spieltermin festhielt, obwohl die Münchner schon am Dienstag zum ersten Viertelfinalduell in der Euroleague, der kontinentalen Basketball-Königsklasse, in Mailand ran müssen. »Diese Entscheidung ist eine Schande«, schimpfte Bayerns Sportdirektor Daniele Baiesi am Donnerstag. Er wirft der BBL Heuchelei vor.

War zuletzt Kritik an Coach Trinchieri wegen dessen Verhaltens an der Seitenlinie laut geworden und hatte sogar zu einer Sperre geführt - die die Bayern anfechten -, so brauche nun keiner etwas »von Fairplay erzählen, der so eine dumme Entscheidung trifft«, zischte Baiesi.

Die Münchner fühlen sich mächtig verschaukelt: Einerseits seien sie der BBL entgegengekommen, indem sie in der schwierigen Corona-Saison die Halle bereitstellten. Andererseits werde nun keine Rücksicht auf den XXL-Kalender der maximal strapazierten Bayern genommen. Dabei vertrete der Verein in der Eliteliga doch auch den ganzen deutschen Basketball, finden die Bayern. Zumal erstmals überhaupt ein Bundesligist in den Euroleague-Playoffs steht.

Trainer Trinchieri sorgt sich um die Gesundheit seiner Spieler. Das Halbfinale gegen Ulm am Samstag (16 Uhr/Magentasport) ist bereits das 68. Saisonspiel der Bayern. »Ich muss irgendwie die Frische finden. Wir werden versuchen, eine Energie zu finden, die wir nicht haben. Das soll keine Ausrede sein, nicht das Maximum zu geben.«

So unschön die Begleitumstände auch sind, die Hausherren wollen den Pokal schon auch gewinnen. Werden sie abgelenkt von der Euroleague? »Nee, ein Halbfinale steht an und dann ein Titel, den man möglicherweise holen kann«, stellte Nationalspieler Paul Zipser klar.

Auch Uli Hoeneß will nach dem verpatzten Meisterfinale 2020 nicht noch mal eine andere Mannschaft im Audi Dome jubeln sehen. »Der Pokal ist der einfachste Titel, weil man den mit zwei Siegen packen kann«, sagt der Ehrenpräsident. »Und wenn man ihn zu Hause spielen darf, dann sowieso. Dann muss man ihn fast gewinnen.«

Dafür müssen zunächst die Ulmer geschlagen werden, die pünktlich zur entscheidenden Saisonphase immer besser in Form kommen und deutlich ausgeruhter als die Bayern in das Top-Four gehen. Alba Berlin trifft im zweiten Halbfinale am Samstag (19.30 Uhr) auf Außenseiter BG Göttingen.

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