Termin für eine Saison im Ungewissen

  • Philipp Keßler
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(phk). Das Wochenende verlief nicht so, wie Martin Schindler sich das vorgestellt hatte. Der Chef des Wetterauer Handball-Drittligisten HSG Gedern/Nidda musste eine Entscheidung des Deutschen Handballbundes (DHB) schlucken, die ihm in Zeiten der Corona-Krise nicht schmeckte: Die deutschen Frauen-Drittligisten, aufgrund des vermehrten Aufstiegs bei Saisonabbruch von 48 auf 60 Mannschaften angewachsen, werden in der kommenden Saison in fünf Staffeln - statt wie bisher in vier - spielen. Die Größe der Ligen bleibt bei zwölf Teams. Die HSG geht in der Mitte-Staffel an den Start. Losgehen soll es am 17./18. Oktober. Eine Bestätigung des DHB-Bundesrates steht noch aus.

"Dass wir nun einen Termin für den Saisonstart haben, ist erst einmal positiv", sagt Schindler - um dann direkt einzuschränken: "Mit einer Zwölferstaffel hat man so viele Freitermine, dass man kaum in den Rhythmus kommt. Hätte man auf ein paar Nachrücker verzichtet und 14er-Ligen gemacht, hätten wir eine gute Größe für die Zukunft gehabt - und nicht so viele Absteiger."

In der Tat: Von zwölf Teams pro Liga müssen drei definitiv runter, die Viertletzten spielen drei weitere Absteiger aus. Umgekehrt steigen nur drei der fünf Meister auf, auch hier sind zusätzliche Spiele geplant. Der Grund laut DHB: Einige Spielerinnen würden auch in der A-Jugend-Bundesliga spielen, die Freitermine seien nötig, um die Belastung in Grenzen zu halten. Schindler sieht darin ein Einknicken vor den großen Vereinen, deren zweite Mannschaften in der dritthöchsten Spielklasse unterwegs sind. Spielerinnen mit einem Doppelspielrecht bei einem anderen Klub gebe es "nur eine Handvoll". Er sagt: "Alle anderen sollen sich einfach entscheiden, wo sie spielen wollen. Das geht doch bei den Männern auch." Dort wird in der kommenden Drittliga-Saison übrigens mit 18er-Staffeln operiert.

Der Hintergrund: Weniger Teams in einer Staffel bedeutet auch weniger Heimspiele - mit Blick auf Ticket- und Cateringerlöse gerade für die Spielgemeinschaft aus dem Wetterauer Osten aber wichtig, zumal angesichts der Corona-Krise auch noch völlig unklar ist, welche Sponsorengelder weiter fließen. "Die Einnahmen durch Zuschauer sind für uns ein ganz großer Posten", sagt Schindler. Zwar sieht das DHB-Konzept vor, zu Saisonstart auch wieder Zuschauer zu haben, doch "da sehe ich noch viele Fragezeichen".

Immerhin: Bei der HSG beginnt nach zwei Wochen Pause dieser Tage das Fitnessprogramm, ab der kommenden Woche soll es auch wieder Einheiten in der Halle geben. Laut Schindler habe der verspätete Saisonstart auch Vorteile: Die längere Vorbereitung biete die Chance, Neuzugänge besser zu integrieren und einigen Rekonvaleszenten wieder auf die Beine zu kommen.

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