Und es gibt sie doch: Am 15. Juni soll die Tennis-Medenrunde trotz Coronavirus-Pandemie starten.
+
Und es gibt sie doch: Am 15. Juni soll die Tennis-Medenrunde trotz Coronavirus-Pandemie starten.

Tennis-Medenrunde

Tennis-Saison will starten: Warten auf das Signal aus Wiesbaden

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
    schließen

Die Tennissaison kann starten. Mitte Juni soll die Medenrunde 2020 beginnen. Nach vielen Wochen der Ungewissheit hat Hans-Günter Trott rechtzeitig alle Spielpläne und Staffeleinteilungen fertiggestellt. Die Corona-Pandemie wird trotzdem in jedem Ballwechsel mitschwingen.

Hans-Günter Trott strahlt stets eine gewisse Ruhe und Souveränität aus. "Wir hatten natürlich doppelte Arbeit", sagt er und lässt unzählige E-Mails wirken wie eine Postkarte aus dem Urlaub. Trott ist seit 1980 Funktionär im Tennis, seit 2007 Vorsitzender des Tennisbezirks Hochtaunus/Wetterau und seit sieben Jahren hat er die Landesspielleitung inne. Eigentlich hat er schon alles erlebt, was man als Tennisfunktionär so erleben kann. Die Coronavirus-Pandemie stellte aber auch ihn bei der Spielplanerstellung für die diesjährige Medenrunde vor eine ungeahnte Herausforderung.

Im Dezember 2019 hat Trott mit der Planung für 2020 begonnen. Als alles festgezurrt war, Spielpläne und Platzbelegungen standen, kam die Pandemie. Lange war nicht klar, ob und wann überhaupt wieder Tennis gespielt werden kann. Erst vor einem knappen Monat flogen die ersten Filzbälle wieder über das Netz.

In der Zwischenzeit hat Trott wieder häufiger am heimischen Schreibtisch gesessen. "Die Vorbereitung im Dezember ist sicher größer, aber der Aufwand bestand nun darin, Abmeldungen einzupflegen und die Spielpläne neu zu erstellen. Schließlich ändern sich dadurch ja auch die Platzbelegungen", erklärt Trott.

Den gemeldeten Mannschaften stand und steht weiterhin frei, ihr Team straffrei aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen, sollte das Virus oder die Angst vor einer Ansteckung für zu wenig spielfähige Akteure sorgen. "Am Anfang war es gefühlt eine Flut an Absagen, umso überraschender war es, dass letztlich nur rund ein Viertel der Mannschaften zurückgezogen wurde", sagt Trott. Auf Bezirksebene habe er keine Gruppe streichen müssen, allerdings sind beispielsweise bei den Damen 60 auf Landesebene einzelne Staffeln den Absagen zum Opfer gefallen. Dort, wo nur zwei, drei Teams übrig blieben, wurde mit anderen Gruppen zusammengelegt.

Technische Hürden beim Ligensystem auf die Schnelle nicht zu lösen

Dass an der einen oder anderen Stelle die Staffelgrößen schlanker sind, hat aber auch technische Gründe. So war es über das Ligensystem nicht möglich, dass aus 6er- 4er-Mannschaften werden, oder Ü 65-Teams in die Ü 60-Staffeln eingegliedert werden, erklärt Trott. "Dann wären die Mannschaften für die Medenrunde 2021 nicht mehr im System verfügbar gewesen. Das war in der Kürze der Zeit technisch leider nicht umsetzbar", sagt der Butzbacher.

Überhaupt ist die Herangehensweise der Mannschaften sehr verschieden. In der Hessenliga der Herren geht nach dem Rückzug von Sportwelt Rosbach nur noch der TC Bad Vilbel als heimischer Vertreter an den Start. Neben den Rosbachern haben zwei weitere der ursprünglich neun Teams (Kronberg und BW Wiesbaden) zurückgezogen. Die Herren 70 des TC Rot-Weiß Bad Nauheim, älteste Wetterauer Mannschaft auf Landesebene, wird ebenfalls nicht aufschlagen, nur drei von neun Teams bleiben hier übrig. Auch die Damen 60 des TC Wöllstadt, die als erste Mannschaft in der Vereinsgeschichte den Sprung auf die Landesbühne schaffte, wird nicht spielen. Dagegen wollen die Herren 60 und Herren 70 des TCW in der Verbandsliga auf den Platz gehen.

Können auch Doppel gespielt werden?

Fraglich ist derzeit noch, wie genau die Medenrunde aussieht. Ob Doppel gespielt werden können, liege nicht im Zuständigkeitsbereich des Hessischen Tennis-Verbands (HTV), schreibt dieser auf seiner Homepage, sondern hänge von den Maßnahmen der Politik ab. Dass diese bis zum geplanten Start am 15. Juni aber so weit gelockert werden, dass pro Seite zwei Spieler unterwegs sein dürfen, ist - Stand jetzt - eher nicht zu erwarten. Überhaupt: Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Wettspielbetrieb in Hessen noch untersagt. Öffnungen in anderen Bundesländern machen aber Hoffnung auf eine zeitnahe Genehmigung des vom Verband vorgelegten Hygienekonzeptes durch die hessische Landesregierung.

Selbiges gilt auch für die Regionalligen, für die der Deutschen Tennis-Bund zuständig ist. In einer Videokonferenz mit den Spielausschussvorsitzenden der vier Regionen wurde entschieden, die Medenrunde prinzipiell durchzuführen. Da das Südwest-Gebiet aber vier Bundesländer umfasst, in denen unterschiedliche Regelungen gelten, gibt es auch hier noch einiges zu klären.

Fakt ist: Wer in diesem Jahr seine Mannschaft zurückzieht, braucht keine Konsequenzen fürchten. Der Hessische Tennis-Verband hat entschieden, dass es zwar Aufsteiger, aber keine Absteiger geben wird. Hinsichtlich der Planungen für den Sommer im nächsten Jahr bleibt Trott dennoch gelassen. "Fluktuation hat es immer gegeben, Selbst wenn wir in manchen Staffeln Überbelegungen bekommen, wird es Lösungen geben. Klar ist allerdings, dass es dann verstärkt Absteiger geben wird, um das Gleichgewicht wieder herzustellen", sagt er. Bis dahin werden aber noch ein paar Bälle übers Netz fliegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare